22.09.2016
Johannes Haas

Wirtschaft – Tourismus – Freizeit: Innovative Angebote locken überall hin

Die Betreiberlandschaft muss professioneller werden

Der erstmals gemeinsam mit der fvw veranstaltete Touristik Immobilien Gipfel brachte rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tourismus- und Immobilienbranche zusammen.

Der Deutschland-Tourismus boomt! Das liegt zum einen am größer werdenden Angebot, zum anderen aber auch an der politischen Situation in einigen Ländern, die lange Zeit zu den Lieblingszielen der Deutschen gehörten. Der von Heuer Dialog und der fvw erstmals veranstaltete Touristik Immobilien Gipfel brachte rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tourismus- und Immobilienbranche zusammen.

„Der Markt erfindet sich derzeit neu. Deutschland wird sich nachhaltig neu aufstellen“, betonte Bernd Muckenschnabel, Aufsichtsratsvorsitzender von Novasol. Von „großen Potenzialen“ sprach auch Dr. Mathias Feige, Geschäftsführer der dwif-Consult GmbH. Mit dem richtigen Angebot könne man alle Zielgruppen überall hinlocken. Dies zeige sich beispielsweise beim Wandern. Durch innovative Angebote erfreue sich der Sport wieder großer Beliebtheit – auch bei deutlich jüngeren Leuten, als man es annehmen würde.

Auch die Nachfrage nach Ferienwohnungen und Ferienhäusern verändert sich. Waren die Nachfrager früher vor allem junge, sparsame Familien, suchen heute auch Paare und Top-Verdiener nach dieser Art zu reisen. „Die Menschen wollen sich auch im Urlaub wie zuhause fühlen und unabhängig sein“, so Carsten Gersdorf (Geschäftsführer BestFewo.de, BestSearch Media GmbH). Größer als das Angebot sei derzeit die Nachfrage nach Ferienimmobilien mit mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche.

Trotz des Booms schauen Banken und Investoren noch skeptisch auf das Asset Ferienimmobilie. Das Stadthotel sei halt leichter zu kalkulieren. Doch Tourismus gehe auch außerhalb von Berlin. Wichtig seien dafür Nachhaltigkeit, die Zusammenarbeit aller Beteiligten sowie die Qualität, gab Jörg Lindner, Geschäftsführer der 12.18. Investment GmbH zu bedenken.

Damit Urlaubsdestinationen funktionieren, ist „die Verbindung aus Tourismus, Wirtschaft und Freizeit nicht wegzudenken“, sagte Dr. Peter Zimmer, Inhaber der FUTOUR Tourismusberatung und wurde dabei durch zahlreiche Beispiele bestätigt: Rund um das CentrO in Oberhausen ist in den letzten 20 Jahren ein gefragtes Reiseziel mit einem Sealife-Aquarium, einer Multifunktionshalle, Musicals uvm. entstanden. In Stuttgart arbeiten die Vermarkter sehr eng mit Porsche und Mercedes zusammen. Andernorts profitiert der Tourismus von Thermen und Outlet-Centern.

Der Deutschland-Tourismus ist unglaublich facettenreich. Wichtig sind eine touristische Infrastruktur, die Kooperation von Regionalpolitik und Unternehmen sowie eine gute Geschichte, die man rund um die Destination erzählen kann. Die Professionalisierung der Betreiber ist jedoch noch am Anfang, sodass es vielerorts mutige Investoren und motivierte Gemeinden braucht, die neue Projekte angehen.

Der Autor
Johannes Haas
Projektleiter
Heuer Dialog GmbH