Immobilien-Dialog

Immobilien-Dialog Aachen

Innovation und Tradition in der Kaiserstadt

Die Kaiserstadt hat neben dem Dom und dem Traditionsgebäck Printen noch weitere Highlights zu bieten: Die Universität – aber auch die Fachhochschulen – ziehen internationale Forscher und Studierende an. Die RWTH strahlt über die Landesgrenzen aus und die günstige Lage im Dreiländereck bietet besondere Möglichkeiten der internationalen Kooperation und Vernetzung.

Information

Diese Innovationskraft schlägt sich in der Art des Bauens und in neuartigen Gebäuden aus. Technische Innovationen, die die Teilnehmer hautnah erleben und ausprobieren konnten beim

Immobilien-Dialog Aachen
Innovation und Dynamik in der Kaiserstadt
am 19. Mai 2016 in Aachen.

So entsteht eine Magnetwirkung, die sich auch auf die Stadtentwicklung auswirken wird. Aachen ist als Wohnstandort sehr gefragt, aber die Flächen für Neubauvorhaben werden rar. Und das Gesicht der Stadt bedarf dringend ein Face-Lift, damit die Attraktivität sich auch in den Bauten niederschlägt.

Denn was der Handel mit attraktiven Neubauten und der Erschließung neuer Laufwege in der Innenstadt vormacht, ist für Büro und Gewerbe noch Zukunftsmusik.

Was steht an in der City? Wo sind neue Quartiere geplant? Was wird umgesetzt und wo wird noch nach Lösungen gesucht?

Nachbericht
Lesen Sie im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Veranstaltung:

Aachen – die junge Stadt tief im Westen
Auch wenn die Lage an der holländischen bzw. belgischen Grenze Aachen oft nur am Rande des Radars der Immobilienwelt aufblitzen lässt, sollte man dieses Funkeln durchaus im Blick behalten. Denn die junge Stadt, die durch die Universität und die Fachhochschulen stetig verjüngt bleibt, ist durch eine hohe Verweil-Dauer der Akademiker geprägt, die sich gerne in der Stadt niederlassen und hier ihr neue Heimat finden. Und durch das attraktive Umfeld, geprägt von Grenznähe, guter Infrastruktur, Lebensqualität und nicht zuletzt viel Grün in und um der Stadt gilt es „die Balance auch in der Stadtentwicklung zum Zusammenhalt der Gesellschaft und hinsichtlich der Menschen im Blick zu behalten“, so Hilde Scheidt, Bürgermeisterin der Stadt Aachen in ihrer Eröffnung des Immobilien-Dialogs Aachen.

Dem konnte sich Werner Wingenfeld, Beigeordneter im Dezernat Planung der Stadt Aachen und als ehemaliger Amtsleiter des Stadtplanungsamts nach einem Intermezzo in Bonn nun zurückgekehrt zu seinen Wurzeln, nur zustimmen. Es wird eine engagierte Diskussion um die Fragestellung, was eine Stadt ausmacht, geführt. „Das Gefühl, am richtigen Ort zu sein“ ist vielleicht eine Antwort darauf. Die Stadt muss ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und als wachsende Stadt die Dynamik mit den Konstanten verknüpfen. Dass dies in Aachen gelingen kann, wird auch dadurch unterstützt, dass Verwaltung und Politik an einem Strang ziehen.

Was Stadt aus architektonischer und gestalterischer Sicht ausmacht, dies konnte Gerhard Wittfeld, Geschäftsführender Gesellschafter von kadawittfeldarchitektur an einer Reihe von Beispielen darlegen. So gehört es zu seiner Philosophie „Gebäude in die Stadt reinzuholen“ und erlebbar bzw. auch nutzbar zu machen, somit auch öffentlichen Raum zu schaffen bzw. Freiräume, die Gemeinschaft möglich machen.

Vor diesem Hintergrund ließ sich trefflich über die Innenstadtlagen und die anstehenden Entwicklungen in absoluter City-Lage diskutieren. Norbert Hermanns, Vorstandsvorsitzender der Landmarken AG konnte einiges in Aussicht stellen für das Quartier rund um den Büchel – ein Thema, das die Stadt schon lange umtreibt und auf den großen Wurf wartet. Jetzt ist er zum Greifen nahe und das Gesicht der Innenstadt dürfte sich nachhaltig verändern, neue Laufwege und Lauflagen anbieten und „die losen Enden in den Einkaufsmeilen zusammenführen.“ Noch offen ist dabei, wie sich der ehemalige Horten – heute also Kaufhof-Ableger „Lust for life“ bekannt, in Zukunft entwickeln wird bzw. welcher Nutzung er zugeführt wird. Aber auch hier – so viel ließ Hermanns durchblicken – wird sich etwas tun, und das eröffnet wiederum neue Perspektiven für das anschließende Bushofquartier – ein „Schmuckstück“ aus den 1970er-Jahren, das sowohl hinsichtlich der Nutzbarkeit als auch der Außengestaltung dringend auf eine Aufwertung wartet.
 
Immobilien-Dialog Aachen: Innovation und Dynamik in der Kaiserstadt am 19. Mai 2016 in Aachen
 
Als sogenannte Potenzial-Stadt (statt B-Standort, wie Klaus Franken von Catella Project Management bevorzugt feststellt) bietet Aachen in Zeiten von Zinstief und der Herausforderung einer ertragreichen Anlage attraktive Renditen, die es zu nutzen gilt. Das sich an dem High-Tech-Standort ganz neuen Möglichkeiten bieten, stellt zum einen der Veranstaltungsort und somit der gesamte Campus der RWTH  dar, wo sich die Idee einer Zusammenarbeit von Wirtschaft, Start-ups aus der Uni-Szene und Immobilienanlagen auf prächtigste ergänzen.  Zum anderen bieten diese Modelle eine (Miet-)Sicherheit, die auch (erstmals in dieser reinen Form) für Privatanleger Möglichkeiten des Investments in neue Immobilien-Fonds bietet.
Eine weitere Facette des High-Tech-Standorts bot sich durch die Erfahrbarkeit von BIM, wobei die Teilnehmer in den Pausenbereichen dank einer zur Verfügung gestellten VR-Brille „live“ den virtuellen Raum eines Gebäudes inklusive TGA-Ebene erleben konnten und im Vortrag von den Vorteilen der neuen Dimension, die Building Information Modeling für das Planen und Bauen der Zukunft bietet, überzeugt werden konnten.
Und auch BOB – das Balance Office Building – verweist auf die Technologiekompetenz die von der RWTH ausgehend die Stadt einnimmt. Hier wird Nachhaltigkeit auf den Punkt gebracht und der Versuch unternommen, klimatechnische (Büro-)Gebäude serienreif zu machen.

Dass die Zukunft auch vor dem Handel nicht Halt macht, kann mit Blick auf das in der Adalbertstraße „gelandete“ Aquis Plaza festgestellt werden. Einzelhandel mit gelungener Gastronomie zieht ein ganz neues Publikum an – und gibt so den Aufschlag für eine Weiterentwicklung der Fußgängerzone am unteren Ende der City-Ost.

Zum Schluss wurde dann das Thema aufgenommen und diskutiert, dass derzeit alle attraktiven Städte und nicht nur die Metropolen umtreibt: Schaffung von (bezahlbarem) Wohnraum. Hier kann sich Aachen als wachsende Stadt zu den Schwarmstädten zählen, die nicht nur Studierende sondern auch junge Familien anzieht. Vor diesem Hintergrund stellte Jens Kreiterling, Vorstand der Landmarken AG, ein hinsichtlich des Engagements sicherlich einmaliges Projekt mit dem Quartier „Guter Freund“ vor. Hier wird Stadt geschaffen und preisgebundener bzw. preisgedämpfter Wohnraum weit über alle Quoten hinaus in einem Umfang von 70% bezogen auf das gesamte Projekt zur Verfügung gestellt. Es geht auch um Verantwortung, die das Unternehmen bzw. der Investor durch nutzerorientiertes und bleibendes Wirken für die Stadt umsetzen will. In der anschließenden Runde wurde dieser Anspruch der Städte, der deutschlandweit sehr unterschiedlich ausgeprägt ist, diskutiert. Und eins wurde deutlich: Egal ob Aachen oder andere Städte. Die Voraussetzung für den Bau bezahlbarer Wohnungen sind die (fehlenden) Flächen. Wenn bereits hier die Preisspirale ansetzt, sind den willigen Investoren und Projektentwicklern bereits im nahezu „toten“ Kapital des Grundstücks Fußfesseln angelegt, die ein Engagement nahezu unmöglich machen. An dieser Stelle sind dann wiederum Stadt und Politik gefragt, damit Aachen für alle attraktiv bleibt!
 
Immobilien-Dialog Aachen: Innovation und Dynamik in der Kaiserstadt am 19. Mai 2016 in Aachen
Fotos: Heuer Dialog GmbH

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Jens Kreiterling, Vorstand der Landmarken AG  

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