02.03.2018
Karsten Nölling

Coworking kein temporärer Trend

Modernes Arbeiten fängt bei der Infrastruktur an

Karsten Nölling, CEO, KIWI.KI GmbH im Gespräch mit Christian Tackenberg, Projektleiter Heuer Dialog GmbH.

1. Herr Nöl­ling, ich stei­ge mal pro­vo­kant ein: Was bit­te hat KI­WI mit Co­wor­king zu tun?

Sehr viel. KI­WI ist das elek­tro­ni­sche Schließ­sys­tem ur­sprüng­lich für Wohn­im­mo­bi­li­en. Aber nicht nur der Woh­nungs­wirt­schaft bie­tet KI­WI Vor­tei­le. Co­wor­king-An­bie­ter ha­ben ho­he An­sprü­che an ih­re Schlüs­sel­ver­wal­tung und mit Her­aus­for­de­run­gen zu kämp­fen, de­nen her­kömm­li­che Schließ­sys­te­me nicht ge­recht wer­den. Und hier kommt KI­WI ins Spiel. Ins­be­son­de­re Ma­na­gern von Co­wor­king-Spaces er­leich­tert KI­WI den Ar­beits­all­tag. DasSchlüs­sel­ma­nage­ment von Arbeitsplätzen mit ho­her Fluk­tua­ti­ons­ra­te bie­tet Po­ten­ti­al für Cha­os und Un­si­cher­heit. Schlüs­sel, die ko­piert oder ver­lo­ren wer­den ge­fähr­den die Ge­bäu­de­si­cher­heit. KI­WI ver­zich­tet auf den Me­tall­schlüs­sel und räumt die­ses Si­cher­heits­ri­si­ko aus der Welt. Statt­des­sen wird Co­wor­kern ihr Zu­tritts­recht on­line er­teilt. Die Tü­ren öff­nen sie ent­we­der be­rüh­rungs­los mit dem KI­WI Trans­pon­der oder per KI­WI App vom Smart­pho­ne aus. Zeit­rau­ben­de Schlüs­sel­über­ga­ben ge­hö­ren der Ver­gan­gen­heit an. En­det der Ver­trag ei­nes Co­wor­kers, kann ihm in Echt­zeit die Zu­tritts­be­rech­ti­gung ent­zo­gen wer­den. Da­bei ist es egal, wo er oder der Ma­na­ger sich ge­ra­de auf­hält. Um das KI­WI Por­tal auf­zu­ru­fen eig­net sich je­der in­ter­net­fä­hi­ge Computer.

Auch Ter­mi­ne mit Dienst­leis­tern und Gäs­ten be­rei­ten mit KI­WI kei­ne lo­gis­ti­schen Schwie­rig­kei­ten mehr. Pa­ket­bo­ten, die vor ver­schlos­se­ner Tür ste­hen, kann ein­fach aus der Fer­ne ge­öff­net wer­den. Gäs­te kön­nen zu­sätz­lich ein tem­po­rä­res Zu­tritts­recht erhalten.

2. Ich dach­te, Co­wor­king-Spaces sind von Na­tur aus di­gi­tal. Wie funk­tio­niert die Zu­gangs­kon­trol­le dort bisher?

Da Co­wor­king-Spaces mitt­ler­wei­le oft im Zen­trum von Ide­en­ge­stal­tung und In­no­va­ti­on ste­hen, ist es schwer zu glau­ben, dass die Ver­ga­be der Zu­tritts­rech­te häu­fig noch rück­stän­dig ist. Bei der­art ho­her Fluk­tua­ti­on und zahl­rei­chen Co­wor­kern, die 24/7 Zu­tritt zu ih­rem Ar­beits­platz be­nö­ti­gen, kom­men me­cha­ni­sche Sys­te­me an ih­re Gren­zen. Mit je­dem Me­tall­schlüs­sel, der ver­teilt wird, steigt das Si­cher­heits­ri­si­ko. Denn ge­nau so funk­tio­niert es in der Re­gel. Schlüs­sel­über­ga­ben von phy­si­schen Schlüs­seln, die nach Ab­lauf der Ver­trags­lauf­zeit auch wie­der ein­ge­sam­melt wer­den müs­sen und in der Zwi­schen­zeit nicht ver­lo­ren wer­den soll­ten. Dass da Cha­os und Un­si­cher­heit vor­pro­gram­miert sind, kann man sich vor­stel­len. Das Pro­blem wird noch ver­stärkt, wenn ein An­bie­ter meh­re­re Stand­or­te be­treibt. Dann kom­men die Vor­tei­le von KI­WI noch stär­ker zum Tra­gen, da von ei­nem Ort aus für al­le Bü­ros Zu­tritts­rech­te in Echt­zeit ver­ge­ben und ent­zo­gen wer­den können.

3. Und im De­tail: Wie funk­tio­niert die Zu­gangs­kon­trol­le mit Ih­rem System?

Das Ma­nage­ment der Zu­tritts­rech­te wird über das Herz­stück des KI­WI Sys­tems ab­ge­wi­ckelt: un­ser KI­WI Por­tal. Da­bei han­delt es sich um ei­ne brow­ser­ba­sier­te Platt­form, in der sämt­li­che Nut­zer mit ih­ren Rech­ten je­der­zeit ein­seh­bar und ver­walt­bar sind. Zu­tritts­rech­te wer­den dort er­teilt und ent­zo­gen, Tü­ren kön­nen aus der Fer­ne ge­öff­net wer­den. Für die Nut­zer gibt es dann ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, wie sie ihr Zu­tritts­recht nut­zen möch­ten. Wie das in der Pra­xis um­ge­setzt wird, sieht man an den Coworking-SpacesSt. Oberholz und Kiez Büro, die KI­WI für sich ent­deckt ha­ben. Wäh­rend St. Ober­holz auf den KI­WI Trans­pon­der setzt, wird bei Kiez Bü­ro über­wie­gend die KI­WI App ver­wen­det. Oh­ne ihr Smart­pho­ne ge­hen die meis­ten Men­schen oh­ne­hin nicht mehr vor die Tür – al­so wie­so nicht gleich die Tür da­mit öff­nen? Auch Dienst­leis­ter kom­men so schlüs­sel­los her­ein, oh­ne zu­vor zur Schlüs­sel­über­ga­be an­rei­sen zu müssen.

Co­wor­king-Spaces sto­ßen mit der her­kömm­li­chen Schlüs­sel­ver­wal­tung re­gel­mä­ßig an ih­re Gren­zen. Ver­lo­re­ne oder nicht zu­rück­ge­ge­be­ne Schlüs­sel stell­ten stets ein Pro­blem dar und die Ver­ga­be und das Ent­zie­hen der Zu­tritts­rech­te nahm viel Zeit in An­spruch oh­ne da­bei über­sicht­lich zu sein. Seit der Im­ple­men­tie­rung von KI­WI be­rich­ten un­se­re Kun­den viel Po­si­ti­ves! Die Nut­zer pro­fi­tie­ren durch 24/7-Zu­tritt und brau­chen sich über ih­ren Schlüs­sel nicht mehr den Kopf zu zer­bre­chen. Durch den mo­du­la­ren Auf­bau des KI­WI Sys­tems kön­nen neue Nut­zer und wei­te­re Tü­ren je­der­zeit hin­zu­ge­fügt werden.

4. Was mei­nen Sie mit mo­du­la­rem Aufbau?

Mo­der­nes Ar­bei­ten fängt bei der In­fra­struk­tur an. Wenn ein Schließ­sys­tem zwar elek­tro­nisch ist und auf den Schlüs­sel ver­zich­tet, aber kaum er­wei­ter­bar ist und ei­nen fes­ten Schlie­ß­plan er­for­dert, hat man an Fle­xi­bi­li­tät nicht viel ge­won­nen. Da­her be­steht KI­WI aus ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten. Tü­ren sind nach der ers­ten In­stal­la­ti­on pro­blem­los nach­rüst­bar und wer­den ein­fach in­te­griert. Be­reits ver­ge­be­ne Zu­tritts­rech­te kön­nen aus der Fer­ne auf die neu­en KI­WI Tü­ren aus­ge­dehnt wer­den, oh­ne dass Nut­zer ih­ren KI­WI Trans­pon­der ab­ge­ben müss­ten. Der mo­du­la­re Auf­bau gibt uns al­so grö­ßt­mög­li­che Fle­xi­bi­li­tät durch ste­tes Er­wei­tern und An­pas­sen der Sys­te­me. KI­WI wächst mit den An­for­de­run­gen des Ge­bäu­des und der Schlüs­sel­ver­wal­tung. Dar­über hin­aus ist KI­WI dank ei­ner of­fe­nen API Schnitt­stel­le naht­los in be­stehen­de Soft­ware des Co­wor­king-An­bie­ters in­te­grier­bar. Ei­ne ers­te In­te­gra­ti­on wird ge­ra­de mit ei­nem Kun­den um­ge­setzt, so dass KI­WI dann di­rekt aus der ERP-Lö­sung des Kun­den ge­nutzt wer­den kann.

5. Mit Blick auf den Fu­ture Re­al Es­ta­te Co­wor­king & Co.: Hand aufs Herz, ist Co­wor­king nur ein Trend oder die Zukunft?

Der An­spruch an Fle­xi­bi­li­tät im mo­der­nen Ar­beits­all­tag wird im­mer hö­her. Der Um­schwung, den die Di­gi­ta­li­sie­rung in sämt­li­chen Bran­chen be­wirkt hat, er­mu­tigt und in­spi­riert jun­ge, krea­ti­ve Leu­te, ih­re ei­ge­nen Ide­en in die Tat um­zu­set­zen. Co­wor­king-Spaces bie­ten da­für das idea­le Kon­zept, um ei­nen Start­punkt zu fin­den. Da­zu kom­men die gro­ßen Cor­po­ra­tes, die Co­wor­king-Spaces im­mer stär­ker nut­zen und teil­wei­se lang­fris­tig mit gan­zen Ab­tei­lun­gen Räu­me an­mie­ten. Da­her bin ich da­von über­zeugt, dass Co­wor­king kein tem­po­rä­rer Trend ist, der in na­her Zu­kunft laut­los ver­schwin­den wird. Viel­mehr han­delt es sich um ein Kon­zept, dass ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu be­reits eta­blier­ten Ar­beits­mo­del­len dar­stellt. Ei­ni­ge An­bie­ter er­war­ten so­gar, dass in 2030 be­reits über 30% al­ler Flä­chen shared spaces sind.

 

Kars­ten Nöl­ling, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung KI­WI.KI GmbH

Der Ex­per­te für Woh­nungs­wirt­schaft Kars­ten Nöl­ling ist seit Sep­tem­ber 2016 Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung der KI­WI.KI GmbH. Be­reits seit En­de 2014 war er als Ver­triebs­lei­ter bei KI­WI tä­tig und Mit­glied des Exe­cu­ti­ve Com­mit­tees. Vor KI­WI ent­wi­ckel­te er als Fir­men­grün­der ei­nen di­gi­ta­len Con­cier­ge Ser­vice für Ho­tels und war als Head of Ope­ra­ti­ons für das Start­up 9f­lats ver­ant­wort­lich. Da­vor war Kars­ten Nöl­ling Un­ter­neh­mens­be­ra­ter bei McKin­sey & Com­pany und Pro­jekt­lei­ter für Le­an Ma­nu­fac­tu­ring bei Mer­ce­des-Benz. Bei Twit­ter ist er zu fin­den als @KarstenNoelling.

 

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Quelle: KIWI.KI GmbH
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