27.11.2017
Yvonne Traxel

2. Immobilien-Dialog Wirtschaftsraum Düsseldorf

Düsseldorf wird Labor für urbane Innovation

Oberbürgermeister Thomas Geisel eröffnete zum zweiten Mal den sehr gut besuchten „Immobilien-Dialog Wirtschaftsraum Düsseldorf“ im Düsseldorfer Rathaus.

Quelle: kplus konzept

Im Fokus standen die Neubelebung von Quartieren und der Einfluss des veränderten Mobilitätsverhaltens auf die Immobilien- und Stadtentwicklung. So war die Landgewinnung mit "Pier One" im Düsseldorfer Hafen eine Neuigkeit für die Teilnehmer. Denn hier wird künftig ein Mobilitätshub mit E-Bikes und E-Autos sowie eine neue Brücke zur Kesselstraße entstehen. Auch Gerhard Feldmeyer von HPP und Vanja Schneider von Interboden zeigten sich mit ihrem gemeinsamen Büroprojekt „Cradle to Cradle“ innovativ und experimentierfreudig. Der erstmals in Holzbauweise entstehende Bürokomplex ist vollständig recyclefähig und bietet mit der neuen Animus App zusätzlichen Mobilitäts-Service für die Mieter an. „Hierfür brauchen wir weit mehr Planungsvorlauf. Erst in einem Jahr reichen wir den Bauantrag ein“, erläuterte Schneider.

Die Projektbeispiele zeigen aus Sicht von Prof. Henning Vöpel vom HWWI in die richtige Richtung: „Es ist wichtig, die Städte an die Technologiegrenzen heranzuführen und neue Lebensformen herein zu bringen. Denn nur so entsteht urbane Innovation, indem die Städte zum Labor und zum offenen Community-Standort werden.“ Dabei spielen die Verbindungen zwischen den Lebensbereichen eine große Rolle. So war es kaum verwunderlich, dass die Begriffe „Co-creation“, „Co-production“ und insbesondere „Co-working“ mehr als einmal im Panel „Neubelebung von Quartieren: eine Chance für Kreative und Jungunternehmen“ fielen.

Michael Schmutzer von Design Offices, der sich selbst als Infrastrukturgeber versteht, findet es wichtig, in Zeiten ständiger Veränderung auch neue Methoden – wie z.B. Scrum für agiles Projektmanagement – anzuwenden. Nur so könne man sich selbst neu zu erfinden. Mit Blick auf die sich wandelnde Bürowelt betonte er: „Arbeit darf heute nicht mehr nach Arbeit aussehen“.

Robert Jänisch von IOX Lab findet es ebenfalls wichtig, neue Business Modelle auszuprobieren. Das IOX Lab mit seinen zahlreichen Start-ups kümmert sich um das „Internet der Dinge“. Vorteil des Labs sei es, einen besonderen Service anzubieten, nämlich den, innerhalb kürzester Zeit, einen anderen Gründer nach seiner Meinung fragen zu können. Kreativität entsteht damit sozusagen im Zwischenraum und nicht mehr im Hauptraum, weshalb das Büro neu gedacht werden muss. Uwe Kerkmann, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Düsseldorf, richtete abschließend den Wunsch an die Immobilienwirtschaft, sich dieser Flexibilität zu stellen.

Klaus Dederichs von Drees & Sommer betonte, dass mehr vom User aus gedacht werden muss, um die Wertsteigerung durch Digitalisierung zu erreichen. Vielen Playern in der Immobilienbranche sei gar nicht bewusst, wie weit die digitale Welt schon fortgeschritten sei. So entstehe z.B. das intelligenteste Bürogebäude „Cube“ in Berlin von CA Immo und das künftig intelligenteste Krankenhaus in Luxemburg. Drees & Sommer ist Kooperationspartner der RWTH Aachen und sieht sich mit dem neuen Center „Smart Commercial Building“ als eine Art Silicon Valley gut aufgestellt.

Wem vor lauter Fachbegriffen wie „Desing Thinking“, „Master Space“ und „Dystopie“ der Kopf rauchte, der konnte sich bei den Kurzfilmen von Cadman am Nachmittag entspannt zurücklehnen. Als Pionier der Digitalisierung mit der 3D-Verfilmung in der Immobilien- und Quartiersentwicklung, zeigte Marc Kömmerling seine Meisterwerke. „Vermarktungserfolg hängt ganz wesentlich davon ab, dass die erzählte Story das Herz und die Seele der Zielgruppe erreicht“, so seine Kernbotschaft.

Im abschließenden Panel wurde diskutiert, wie die Attraktivität des Wirtschaftsraums Düsseldorf durch Mobilität und Logistik gesteigert werden kann. „Es muss ein Wandel im Denken kommen, damit das Auto aus den Städten wegbleibt“, betonte Düsseldorfs neuer Amtsleiter für Verkehrswesen Ingo Pähler. Mit der geplanten U81 als direkte Verbindung zwischen Messe und Flughafen wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung getan. 2019 soll das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein.

Bis dahin werden wir beim Immobilien-Dialog viele weitere spannende „Experimente“ vorstellen können, die Düsseldorf als Laborstadt weiter entwickelt. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Dialog in 2018!

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Das Event zum Thema
Die Autorin
Yvonne Traxel
Senior Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH