24.11.2017
Daniel Vallés Valls

Wohn-Dialog Berlin 2018

Digitale Lösungen für den Mieterwechsel

Wohnungsunternehmen werden durch verschiedenste Entwicklungen vor neue Herausforderungen gestellt.

Zum ei­nen sind die­se durch den Markt be­dingt, bspw. die ak­tu­ell star­ke Nach­fra­ge in Bal­lungs­zen­tren, zum an­de­ren aber auch durch neue Re­gu­lie­run­gen (Be­stel­ler­prin­zip, kom­mu­na­le Vor­ga­ben etc.). Das neus­te Bei­spiel der Stadt Mün­chen ver­deut­licht die Vor­ga­ben hin­sicht­lich fai­rer Ver­ga­be­pro­zes­se: Die neue Richt­li­nie sieht vor, dass für ge­wis­se Woh­nun­gen nur qua­li­fi­zier­te In­ter­es­sen­ten über ein Los­ver­fah­ren zur Be­sich­ti­gung ein­ge­la­den wer­den dür­fen. Da­mit wird si­cher­ge­stellt, dass sich we­der Un­ter­neh­men noch Mit­ar­bei­ter bei der Ver­ga­be an­greif­bar machen.

Ge­ne­rell kann fest­ge­stellt wer­den, dass durch die be­schrie­be­nen Ent­wick­lun­gen das The­ma Di­gi­ta­li­sie­rung in den Fo­kus der Un­ter­neh­men rückt. Es wird vor al­lem nach Lö­sun­gen ge­sucht, um die Pro­zes­se zu op­ti­mie­ren und die Kun­den­ori­en­tie­rung zu stei­gern. Doch gilt es ne­ben den Chan­cen auch die Ri­si­ken zu be­ach­ten. Soll ei­ne ex­ter­ne Lö­sung zum Ein­satz kom­men, müs­sen zwin­gend recht­li­che und re­gu­la­to­ri­sche Vor­aus­set­zun­gen ge­prüft werden.

Da­ten­schutz­recht­li­che Voraussetzungen

Ei­ne zen­tra­le Fra­ge­stel­lung beim Da­ten­schutz ist, wer der Ei­gen­tü­mer der Da­ten ist und ob per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten an Drit­te wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Un­ter­neh­men soll­ten stets si­cher­stel­len, dass ex­ter­ne Dienst­leis­ter nicht als In­ter­me­diä­re agie­ren und das Recht an den per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten der In­ter­es­sen­ten an die­se über­geht. Be­son­ders im Hin­blick auf die neue EU-Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung ist dies es­sen­ti­ell. Die recht­lich kor­rek­te Lö­sung ist die Be­auf­tra­gung ei­nes Dienst­leis­ters, der aus­schlie­ß­lich das Un­ter­neh­men in des­sen Auf­trag ver­tritt. Durch ei­ne so­ge­nann­te Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung wird si­cher­ge­stellt, dass das je­wei­li­ge Un­ter­neh­men selbst die ver­ant­wort­li­che Stel­le im Sin­ne des Da­ten­schutz­rechts bleibt.

Kom­ple­xe Pro­zes­se bei der Vermietung

Ne­ben der recht­li­chen Vor­aus­set­zung müs­sen Un­ter­neh­men dar­auf ach­ten, dass die Ver­mie­tungs­pro­zes­se ein­heit­lich ab­ge­bil­det wer­den. Da­zu ge­hört auch, dass die rich­ti­gen Da­ten des Miet­in­ter­es­sen­ten zum zu­läs­si­gen Zeit­punkt ab­ge­fragt wer­den und ein­heit­li­che Pro­zes­se so­wohl für nach­fra­ge­star­ke als auch nach­fra­ge­schwa­che Ob­jek­te ge­eig­net sind. Dar­über hin­aus müs­sen für kom­mu­na­le Un­ter­neh­men spe­zi­fi­sche Vor­ga­ben bei ge­för­der­tem Wohn­raum ab­ge­bil­det wer­den kön­nen. Oh­ne ei­ne fle­xi­ble und re­vi­si­ons­si­che­re IT-Lö­sung ist die Um­set­zung die­ser Viel­falt an Pro­zes­sen na­he­zu unmöglich.

Chan­cen nut­zen und Ri­si­ken vermeiden

Doch gibt es auch An­bie­ter, die ge­nau die­se Pro­ble­me er­kannt ha­ben und den Spa­gat zwi­schen Stan­dar­di­sie­rung und Fle­xi­bi­li­tät meis­tern. Die Vor­tei­le für die Un­ter­neh­men lie­gen dann oft auf der Hand - es müs­sen kei­ne ei­ge­nen Res­sour­cen für die Ent­wick­lung kom­ple­xer Platt­for­men auf­ge­baut wer­den und im Ide­al­fall las­sen sich aus­ge­reif­te Lö­sun­gen zu nied­ri­gen und va­ria­blen Kos­ten be­zie­hen. Doch Woh­nungs­un­ter­neh­men müs­sen den Markt ge­nau ana­ly­sie­ren und die Pro­duk­te mit­ein­an­der ver­glei­chen. Um Ri­si­ken zu ver­mei­den, sind die we­sent­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen stets zu beantworten:

  • Wer­den al­le recht­li­chen An­for­de­run­gen erfüllt?
  • Wel­cher Dienst­leis­ter kann wel­che Pro­zes­se und wel­che Pro­zess­va­ri­an­ten abbilden
  • Fal­len ho­he In­ves­ti­ti­ons­kos­ten durch ei­ne auf­wen­di­ge In­te­gra­ti­on an und bin ich mög­li­cher­wei­se da­durch lang­fris­tig gebunden?
Der Autor
Bild: wohnungshelden
Daniel Vallés Valls
Geschäftsführender Gesellschafter
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