07.04.2017
Angela Rüter

Stadtwachstum erfolgreich gestalten

Leipzig ist die Stadt für die "smart people“

Prof. Dr. Andreas Pinkwart von der HHL eröffnete mit 18 Thesen zur Stadt der Zukunft den Immobilien-Dialog Leipzig vor über 90 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Die­je­ni­gen Städ­te sei­en nach­hal­tig er­folg­reich, die die smar­ten Men­schen an sich bin­den. Und hier hät­te Leip­zig sehr viel zu bie­ten, so Pink­wart. Er be­schrieb die "smart peop­le“ so wie das flüch­ti­ge Ka­pi­tal, als "glo­bal ci­ti­zens“, als kri­ti­sche Mas­se. Es sei schon zu be­ob­ach­ten, dass es ei­ne en­ge Ver­flech­tung mit Ber­lin ge­be: Ar­bei­ten in Ber­lin, le­ben in Leip­zig! „Die Stadt macht ein­fach Spaß“, so Pink­wart abschließend.

Do­ro­thee Du­brau von der Stadt Leip­zig nahm die­se Vor­la­ge dan­kend auf und prä­sen­tier­te den Teil­neh­mern die viel­fäl­ti­gen Pro­jek­te, die u.a. den Sprung über den In­nen­stadt­ring be­wir­ken sol­len. Die För­de­rung der Bau­kul­tur ste­he da­bei für die un­be­ding­te Qua­li­tät der Stadt­ent­wick­lung. Die­se sei um­so wich­ti­ger, weil die Stadt wirt­schaft­lich und de­mo­gra­fisch auf dem Vor­marsch ist. 80 Ki­tas und 40 zu­sätz­li­che Schu­len bräuch­te man ak­tu­ell. Um das al­les rea­li­sie­ren zu kön­nen, brau­che man die Un­ter­stüt­zung der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft und vor al­lem schnel­le und zü­gi­ge Ver­fah­ren. Hil­fe er­war­te man sich da­bei vom „Ur­ba­nen Ge­biet“, das ja al­le Hür­den der Ge­setz­ge­bung schnell ge­nom­men habe.

Gerd Schmidt von CMS Ha­sche Sieg­le er­gänz­te in sei­nem Kurz-Vor­trag, dass das Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren bei­spiel­haft sei, weil man Kom­mu­nen – u.a. auch Leip­zig – in das Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren in­te­griert ha­be. Für In­ves­to­ren be­deu­te dies grö­ße­re Planungssicherheit.

So bunt wie mög­lich mischen

Pro­jek­te wie die „Al­te Post“ von der denk­mal­neu-Un­ter­neh­mens­grup­pe, der Krys­tall­pa­last der Sax-Grup­pe oder der Baye­ri­sche Bahn­hof der Stadt­bau AG ste­hen stell­ver­tre­tend für die ho­he Qua­li­tät und Durch­mi­schung der Stadt. „So bunt wie mög­lich mi­schen,“ un­ter­strich Tho­mas Sche­rer den An­satz sei­ner Pro­jek­te.  Und er mach­te deut­lich, dass „die klas­si­sche Bü­ro­ver­mie­tung auf ei­nen bra­chia­len Um­bruch zuläuft“.

Auf dem Woh­nungs­markt wird die Par­ty wird wei­ter­ge­hen – Es feh­len mo­der­ne Büroflächen

Ti­mo Pin­der von Pi­sa Im­mo­bi­li­en­ma­nag­ment hat­te sich vor­ge­nom­men, den stark wach­sen­den Woh­nungs­markt un­ter die Lu­pe zu neh­men. Im Be­stand ge­he die Par­ty wei­ter, die Kauf­prei­se zei­gen auch nur in Rich­tung oben. Ste­fan Sach­se von BNP Pa­ri­bas Re­al Es­ta­te er­gänz­te zum In­vest­ment­markt: „Leip­zig glänzt durch Kon­stanz“. Es ge­be aber viel zu we­ni­ge Pro­jekt­ent­wick­lun­gen im Bü­ro­be­reich. Mo­der­ne zeit­ge­mä­ße Flä­chen fehl­ten, so Sachse.

Ein­zel­han­del und Ho­tel­markt dy­na­misch: Die Stadt hat ein po­si­ti­ves Image

Auf dem Ein­zel­han­dels­markt ist viel Be­we­gung, al­ler­dings wer­den die Mie­ten in der Stadt ent­wer­tet, so Mi­cha­el Sie­bert von JLL SE. Die Nach­fra­ge nach gro­ßen Flä­chen stei­ge wie­der. Das sei er­freu­lich, so Siebert.

Dr. Sil­via Horn von der BBE Han­dels­be­ra­tung stell­te den Ho­tel­markt vor. Auch hier gibt es ei­ne er­freu­li­che Dy­na­mik und gu­te Aus­las­tung der Bet­ten. Al­ler­dings wer­de im­mer noch sehr viel im Low-Bud­get-Be­reich ge­baut, so Frau Dr. Horn. Ins­ge­samt ist aber auch in die­ser As­set-Klas­se Leip­zig auf der Gewinnerseite.

Die Autorin
Bild: Angela Rüter
Angela Rüter
Geschäftsführerin
Heuer Dialog