12.09.2016
Sandra Ludwig

Fachmarktzentren bieten mehr Rendite als Shoppingcenter

Transaktionsvolumen für Fachmarktprodukte nach starkem Vorjahreszeitraum im ersten Halbjahr 2016 rückläufig

Im ersten Halbjahr 2016 erreichten die Transaktionen für Fachmarktprodukte, zu denen Fachmärkte, Fachmarktzentren sowie Supermärkte und Discounter gezählt werden, ein Volumen von knapp 2,0 Mrd. Euro.

Im Vergleich zum besonders starken Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet dies zwar einen Rückgang um 15 %, stellt aber dennoch ein sehr solides Ergebnis dar, das noch immer mehr als 90 % über dem 5-Jahresdurchschnitt der jeweils ersten Halbjahre liegt. Der Anteil der Fachmarktprodukte am Einzelhandelstransaktionsvolumen hat sich im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr annähernd verdoppelt und liegt aktuell bei 48 %.

Insgesamt entfiel mit 51 % etwas mehr als die Hälfte des gehandelten Volumens für Fachmarktprodukte auf Einzeltransaktionen. Der Anteil der Portfoliotransaktionen ging im Vorjahresvergleich von damals 65 % somit deutlich zurück. Das durchschnittliche Transaktionsvolumen bei Einzeltransaktionen lag im ersten Halbjahr 2016 mit 11,4 Mio. Euro etwas unterhalb des Niveaus des Vorjahreszeitraums von 13,3 Mio. Euro. Der Anteil internationaler Käufer am Gesamtvolumen ging im Jahresvergleich von 49 % auf aktuell 43 % zurück, so dass Investoren aus Deutschland ihre Mehrheit weiter ausbauen konnten. Dennoch bleibt die Nachfrage aus dem Ausland weiterhin hoch, auch wenn aufgrund des starken Wettbewerbs um verfügbare Objekte nicht alle Kaufabsichten umgesetzt werden können.

Mit einem Volumenanteil von 56 % stellen die Asset/Fonds Manager im ersten Halbjahr 2016 wie schon im selben Zeitraum des Vorjahres die stärkste Käufergruppe dar. Auch auf Verkäuferseite war diese Gruppe mit einem Anteil von 33 % am aktivsten, was ebenfalls das Vorjahresergebnis widerspiegelt. Zweitstärkste Käufergruppe waren mit einigem Abstand und einem Anteil von 16 % (13 % im Vorjahreszeitraum) die Spezialfonds. Während im Vorjahreszeitraum die Immobilien AGs / REITs noch als zweitstärkste Käufergruppe für 23 % des gehandelten Volumens verantwortlich waren, kamen sie in der aktuellen Betrachtung mit 6 % nur auf Rang drei. In der Nettobetrachtung bauten die Asset/Fonds Manager aktuell rund 460 Mio. Euro an Immobilienvermögen in Fachmarktprodukten auf, während private Investoren mit einem Minus von rund 230 Mio. Euro als Einzelgruppe den größten Vermögensabbau in der Assetklasse betrieben.

Die Investmentnachfrage nach Fachmarktprodukten ist weiterhin hoch. Bei den Fachmarktzentren spiegelt sich dies in einem weiteren Rückgang der Spitzenrenditen wider. In den vergangenen sechs Monaten ging die Rendite für Spitzenobjekte um 15 Basispunkte zurück und liegt zur Jahresmitte 2016 bei aktuell 5,10 %. Bei Solitärobjekten gab es keine Veränderung, die Spitzenrendite liegt hier stabil bei 5,50 %, sollte aber bis zum Jahresende mit fünf Basispunkten noch etwas nachgeben.

Die Autorin
Sandra Ludwig
Head of Retail Investment Germany
JLL