Fach-Dialog

Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment

Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen!

Unternehmen zieht es mit Ihren Büros in immer zentralere Lagen. Doch die Innenstädte bieten kaum freie Flächen für neue Gebäude. Gleichzeitig bringen die technologischen Möglichkeiten der Gebäudeausstattung einen immer kürzer werdenden Immobilienlebenszyklus mit sich. Was liegt also näher, als Vorhandenes zu nutzen und aufzuwerten? In Zeiten knapper Flächen ist eine Projektentwicklung aus dem Gebäudebestand durchaus sinnvoll. Zunehmend fließen somit auch Überlegungen zur (Wieder-)Verwertung und Aufwertung von Bestandsimmobilien - zumindest als Beimischung - ins Portfolio- und Asset-Management ein

Information

Um ein lohnendes Investment zu erzielen, greifen Investoren immer häufiger auf Gebäude zurück, die ihre besten Zeiten vermeintlich hinter haben, um das Potenzial der Fläche zu heben oder neu zu entwickeln. Oftmals ist eine gute Adresse schon der Ausschlag für ein gezieltes Investment – der Zustand der Immobilie im Bestand spielt nur nachgeordnet eine Rolle. Aufwertung durch Refurbishment und Redevelopment rückt immer mehr in den Fokus bei der Suche nach lohnenden Anlagezielen.

Welche Fragestellungen bei der Auswahl zu beachten sind und wie der Wirtschaftlichkeit einer Projektentwicklung im Bestand Rechnung getragen wird, stand im Mittelpunkt beim

Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment
Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen!
am 14. April 2016 in Köln

Welche Ausstattung brauchen wiederbelebte Gebäude? Welche juristischen Stolpersteine sind zu beachten? Wie sieht es mit der Energieeffizient aus? Welche neuen Zielgruppen zieht es in die Büros von Morgen? Und was macht einen Arbeitsplatz attraktiv?

Zahlreiche Praxisbeispiele beleuchteten diese und andere Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. So verströmen innerstädtische oder city-nahe Industrieareale einen ganz eigenen Charme, den es hervorzuheben gilt. Durch die richtige Weiterentwicklung von „Industriekultur“ können ganze Stadtteile von Redevelopment profitieren und einen neuen Drive bekommen. Und auch der Bestand von öffentlichen Gebäuden ist vielerorts ebenfalls in die Jahre gekommen. Denn effiziente und nutzerfreundliche Umgestaltung von Schulen oder Verwaltungen sind eine aktuelle Herausforderung. Zeit- und Kostenplanung bergen zahlreiche Fallstricke und die Neugestaltung mit den Bestandsnutzern im laufenden Betrieb erfordert ein Management mit viel Fingerspitzengefühl.


Nachbericht
Lesen Sie im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Veranstaltung:

Redevelopment ist das Thema der Stunde!

Darin sind sich die Experten beim Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment: Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen! am 14. April 2016 in Köln einig. Wenn auch nicht alle so provokant wie der Autor Daniel Furhop auftreten und das (neu) Bauen ganz verbieten wollen, liegt es dennoch für die Player aus Verwaltung, Projektentwicklung und Asset-Management auf der Hand, dass der begrenzte Zugriff auf freie Flächen dazu führen muss, dass man den Bestand stärker in Augenschein nimmt und auf seine Potenziale prüft.

Die ästhetischen Qualitäten des Bestands wurden dabei von Professor Kister mit Beispielen für gelungene Wiederbelebung und Aufwertung von Gebäuden wie Quartieren untermauert. Dass dabei Neubauprojekte – auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Tagung – nicht so gut weg gekommen sind, sorgte für Erheiterung beim Auditorium.

Doch Qualität manifestiert sich nicht nur an Äußerlichkeiten – die inneren Werte bedürfen ebenso einer Überprüfung und Beurteilung. Dass es dabei auch manchmal zum schwierigen Umgang mit Schadstoffen kommen kann und ein Gebäudescreening bei der Entscheidung für oder gegen eine Revitalisierung unerlässlich ist, untermauerte Dr. Key Herklotz mit zahlreichen Beispielen, die nicht zuletzt auf die Nachhaltigkeit und Zertifizierung Einfluss haben können.

Und schließlich sind auch die juristischen Fallstricke nicht zu unterschätzen. So wirken sich Änderungen im Baurecht auf den Bestand aus. So konnte Christoph Küas von CBH Rechtsanwälte auf ein Beispiel verweisen, bei dem ein Gebäude durch eine Reform der Vorschriften in der Landesbauordnung zum Hochhaus zu werden drohte. Es bedarf also in der Tat eines juristischen Projektmanagements, um bei Redevelopment und Revitalisierung nicht gegen Auflagen zu verstoßen, von denen bei Erstellung der Immobilien noch nicht die Rede gewesen ist.

Dass sich die Experten aber nahezu jeder Herausforderung stellen, wurde im Panel der Investoren und Finanzierer deutlich. In Zeiten enger Märkte, die kaum noch neue Entwicklungen und hohe Renditen zulassen, muss man Mut und langen Atem beweisen. Im richtigen Moment zugreifen und eine Immobilie auch mal liegen lassen, bis das Potenzial gereift (und der Preis gefeiert ist), das ist die Erfahrung, die Dr. Markus Wiedenmann von der Art-Invest GmbH und Mathias Düsterdick von der GERCH Group beobachten und anwenden konnten. Mathias Düsterdick geht sogar so weit zu sagen, dass „die Immobilie mit dem kleinen Makel, an die sich nicht jeder traut“ für ihn die Herausforderung ist, die man gezielt sucht. Oder die Sicherheit eines großen Einzelmieters hinter sich lassen und die Vertragsflexibilität und bessere Verhandlungsposition bei einer höheren Nutzerzahl für sich spielen lassen, wie es Dirk Bender von am Beispiel des Eurotheums in Frankfurt verdeutlichte.

Und wie sehen das Finanzierer? Die schauen sich nach wie vor jedes Objekt genau an – und entscheiden nach Lage und Potenzial, wie das bei Neubauten auch der Fall ist, wusste Volker Kluitmann von der Stadtsparkasse Düsseldorf zu berichten.

Bleibt zu bedenken, dass Immobilien heute auch einer veränderten Arbeitswelt und fortlaufenden technischen Innovationen ausgesetzt sind. Dies führt zu immer anspruchsvolleren Revitalisierungsvorhaben, wie am Beispiel HVB-Turm von Manfred Kölbl eindrucksvoll geschildert wurde. Denn unser Motto „Büroimmobilien fit für die Zukunft machen“ hat auch den Betrieb einer Immobilie im Blick.

Und wer beim Umbau schon an die Zukunft denkt, kommt um eine Zertifizierung zur Auszeichnung der Nachhaltigkeit nicht herum. Die Vielfalt der unterschiedlichen Zertifizierungssysteme ist dabei nachrangig. Auf das Ergebnis kommt es an – und das ist eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten, damit bei der Herausforderung „Go for Gold“ dann am Ende sogar Platin herauskommen kann, wie Gerhard Hoffmann, Geschäftsführer der ifes GmbH verdeutlichte.

Fazit: Redevelopment ist vielleicht keine Goldgrube, aber es bietet eine Reihe an (Rendite-)Möglichkeiten, die Potenziale im Bestand zu neuem Leben zu erwecken.

 
Fotos vom Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment in Köln
Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment: Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen! am 14. April 2016 in Köln
Dipl.-Kfm. Daniel Fuhrhop, langjähriger Architekturverleger, jetzt Autor
Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment: Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen! am 14. April 2016 in Köln
Dipl.-Ing. Arch. Anne Luise Müller, Leiterin Stadtplanungsamt, Stadt Köln
Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment: Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen! am 14. April 2016 in Köln
Prof. Johannes Kister, Partner, kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH
Fach-Dialog Redevelopment und Refurbishment: Büro- und Gewerbeimmobilien fit für die Zukunft machen! am 14. April 2016 in Köln

 (v.l.n.r.) Moderatorin Miriam Beul-Ramacher, Journalistin
Dr. Markus Wiedenmann, Geschäftsführer, Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG
Sebastian Jansen, Standortleiter Rhein-Ruhr, BEOS AG
Volker Kluitmann, Geschäftsbereichsleiter Immobilienkunden, Stadtsparkasse Düsseldorf
Mathias Düsterdick, Geschäftsführer, GERCH Development GmbH
Dirk Bender, Head of Real Estate Markets Germany/Austria, Commerz Real AG

Fotos: Heuer Dialog

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