Handels-Dialog

Bayern

Viel Bewegung in einem Markt, der eigentlich nicht mehr wächst!

München überstrahlt nach wie vor alles. Die Stadt hat nach wie vor eine enorme Anziehungskraft für die Menschen und den Handel. Hier zeigt sich besonders der Trend der Re-Urbanisierung. Aber was tun, wenn die Flächen und Quadratmeter „nicht in den Himmel wachsen“?

Gewinner und Verlierer in Bayern
Binnenmigration, Re-Urbanisierung und Schwarmstädte schaffen neue Nachfragemuster und verändern das Mobilitäts-, Siedlungs- und Kaufverhalten. Auch in Bayern schafft diese Entwicklung Gewinner und Verlierer. „Bayern ist differenziert zu betrachten. München ist unverändert eine Klasse für sich. Aber auch Standorte wie Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt, Regensburg oder Passau beobachten wir intensiv“, so Joachim Mur, Head of Acquisitions & Sales Real Estate, Wealth Management Capital Holding GmbH.

Information

Moderne Kundinnen und Kunden zu überraschen, ist heute gar nicht mehr so einfach. Rückläufige Passantenfrequenzen, leerstehende Ladenlokale sowie Modernisierungsrückstände im Immobilienbereich und im öffentlichen Raum zählen zu den häufigsten Problemen zentraler Geschäftslagen.

„Schon immer galt die Lage stellvertretend für die u.a. darin enthaltenen Faktoren Bevölkerung im Einzugsgebiet, Passantenfrequenz und Kaufkraft als der wesentliche Erfolgsfaktor für Einzelhändler. In Zeiten des E-Commerce kommt der Lage eine nochmals gestiegene Bedeutung zu. Die richtige Lage schützt vor der Abwanderung der Kunden ins Netz. Doch die Rahmenbedingungen ändern sich mit rasanter Geschwindigkeit: Binnenmigration, Re-Urbanisierung und Schwarmstädte schaffen neue Nachfragemuster und verändern das Mobilitäts-, Siedlungs- und Kaufverhalten. Auch in Bayern schafft diese Entwicklung Gewinner und Verlierer“, so Markus Wotruba von der BBE Handelsberatung GmbH. Liegt er richtig mit seiner Einschätzung? Welche Städte sind die Gewinner, welche die Verlierer in Bayern?

Beim

Handels-Dialog Bayern
Viel Bewegung in einem Markt, der eigentlich nicht mehr wächst!
am 14. Januar 2015 in München

ging es daher um das Comeback der Innenstadt im digitalen Zeitalter.

Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH   Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH   Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH   Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH
             
 Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH   Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH   Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH   Handels-Dialog Bayern am 14. Januar 2015 in München, Veranstalter: Heuer Dialog GmbH

Fotos: Heuer Dialog

           

Angela Rüter, Geschäftsführerin bei Heuer Dialog, fasst hier die wichtigsten Themen noch einmal kurz zusammen:

Stadtwelten von morgen

Flaniert, berührt, zum Kauf verführt – dieser Dreiklang macht die Innenstadt auch im digitalen Zeitalter attraktiv. Da ist sich Wolfgang Mairinger, Partner bei Blocher Blocher Partners ganz sicher.

Aber wie können Klein- und Mittelstädte in Bayern da mithalten? Es braucht einen „Erlebnispark“ Innenstadt. Beim Handels-Dialog Bayern diskutierten die Teilnehmer diese so wichtige Frage sehr intensiv. Ein Patentrezept gibt es nicht, sehr wohl aber sehr gute Beispiele wie die „Neue Mitte Fürth“, ein Projekt der MIB, das Uwe Laule vorstellte oder das „Forum Stein“ von Sontowski & Partner. Beide Projekte stehen stellvertretend für das Thema Erlebnis. Insbesondere Uwe Laule forderte die Kommunen auf, selbst Grundstücke zu erwerben, um Entwicklungen voran zu treiben.

Der Handel selbst reagiert auf das veränderte Kaufverhalten mit immer neuen, spannenden Konzepten. Thorsten Heckrath-Rose stellte das „ROSE BIKETOWN“ vor. Ein multimediales Erlebnisshopping, das individuell, persönlich und maßgeschneidert auf die Kundenwünsche eingeht. Es ist das erste Projekt der Firma außerhalb des Stammsitzes im nordrhein-westfälischen Bocholt.

Ein local heroe ist die Firma Schödlbauer. Hier verbindet man in dritter Generation sehr sehr erfolgreich Tradition und Innvotion. Peter Schödlbauer demonstrierte eindrucksvoll, dass „wer die Kundenwünsche kennt, der schafft es auch in Bad Kötzting“.

Immer mehr Touristen zieht es nach Bayern und insbesondere nach München. Die Potenziale von Shopping & Tourismus stellte Dr. Angelus Bernreuther von der BBE Handelsberatung vor. In den 1A-Lagen von München haben die Touristen mittlerweile einen Anteil von 50 – 60 Prozent am Umsatz. Die Weltstadtkaufhäuser sind mittlerweile Destinationen. Mathias Stich von der IPH Handelsberatung ergänzte und vertiefte das Themenblock mit einem Blick auf die Transitstrecken und dortige Handelskonzepte. Der Urlaubsverkehr nimmt weiter zu und somit auch die Attraktivität vermeindlich unattraktiver Standorte. An Beispielen wie Piding, Irschenberg oder Bernau am Chiemsee konnten die Teilnehmer die Entwicklung sehr gut sehen.

Zum Abschluss der wieder sehr gut besuchten Tagung ging es um die Re-Urbanisierung und die demographische Entwicklung. Fazit: Die Metropolen wachsen zu Lasten des Umlandes und des ländlichen Raumes. Lebensmittelvollsortimenter wie EDEKA versuchen mit Kleinstbetrieben und besonderen Nahversorgungskonzepten die Konsumenten zu erreichen. Alfred Peter von der EDEKA Südbayern zeigte dies eindrucksvoll. Und Dr. Christian Wiggers von der Kanzlei PSP befasste sich mit den Auswirkungen auf das Bau- und Planungsrecht.

Insgesamt zeigte der Handels-Dialog, vor welchen Herausforderungen die Kommunen und der Handel in Bayern stehen. Der E-Commerce, das Kundenverhalten gepaart mit einer rasanten technologischen Entwicklung und der demografische Wandel werden mehr denn je die Spreu vom Weizen trennen, wie Joachim Stumpf von der BBE abschließend feststellte. Nur die richtigen Konzepte am richtigen Standort werden zukunftsfähig sein.

 

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