Mobil-Dialog

Wohnhäuser für Studenten

Selber sehen, erleben, begreifen. Fachexkursion von und für Experten

Heuer Dialog unterwegs - ein neues Veranstaltungsformat ging an den Start! Wohnhäuser für Studenten, eine Aufgabe der Immobilienwirtschaft mit viel Potential. Sehen, erleben, begreifen - beim Mobil-Dialog "Wohnhäuser für Studenten", eine Exkursion zu den neuen Studentenwohnheimen. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, immobilienwirtschaftlich und architektonisch interessante Wohnhäuser für Studenten intensiv und live vor Ort kennenzulernen.

Information

"50.000 Studenten auf Warteliste für Wohnheimplatz, fast 75% der Studienanfänger haben große oder sehr große Schwierigkeiten, eine Unterkunft in ihrer jeweiligen Universitätsstadt zu finden", so war kürzlich in einem Beitrag in der Immobilien Zeitung zu lesen. Der Planung und Errichtung von Studentenwohnheimen kommt deshalb eine immer größere Bedeutung zu.

Studentenwohnheime, was da für negative Assoziationen mit dem Begriff „Heim“ geweckt werden… Ziel unserer Veranstaltung Mobil-Dialog – Heuer Dialog unterwegs – war es, immobilienwirtschaftlich und architektonisch interessante Wohnhäuser für Studenten intensiv kennenzulernen: selber sehen, erleben, begreifen, dazu gab es die Möglichkeit bei dieser Fachexkursion von und für Experten. Die Besonderheit bestand darin, dass die Teilnehmer von Fachleuten der Bauherren-/ Betreiber-Seite einerseits und von Architekten andererseits ausführliche Informationen über wegweisende gebaute Beispiele in Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt am Main informiert wurden. Dabei handelte es sich sowohl um Neubauten innerhalb von Campusarealen als auch um ein innerstädtisches Beispiel aus dem Bereich Umbau/Sanierung (ehemaliges Verwaltungsgebäude).

Mobil-Dialog
Wohnhäuser für Studenten
Selber sehen, erleben, begreifen. Fachexkursion von und für Experten
am 3. Juni 2014, Start und Ende in Frankfurt am Main

In einer kleinen Teilnehmergruppe ergaben sich viele Möglichkeiten, einen intensiven Dialog über das spannende Thema zu führen und dabei Erfahrungen und Eindrücke bei der Besichtigung der vier Beispielobjekten auszutauschen:


Mobil-Dialog – Selber sehen, erleben, begreifen.
Unter dieser Überschrift fand die erste Fachexkursion von und für Experten mit dem thematischen Schwerpunkt Wohnhäuser für Studenten statt.

Mobil-Dialog Wohnhäuser für Studenten - Fachexkursion von und für Experten am 3. Juni 2014

Mobil-Dialog Wohnhäuser für Studenten - Fachexkursion von und für Experten am 3. Juni 2014

Mobil-Dialog Wohnhäuser für Studenten - Fachexkursion von und für Experten am 3. Juni 2014



Mobil-Dialog Wohnhäuser für Studenten - Fachexkursion von und für Experten am 3. Juni 2014



Mobil-Dialog Wohnhäuser für Studenten - Fachexkursion von und für Experten am 3. Juni 2014

Mobil-Dialog Wohnhäuser für Studenten - Fachexkursion von und für Experten am 3. Juni 2014

© Heuer Dialog GmbH

  Am 3.6. starteten die Teilnehmer in Frankfurt mit einem Konferenzbus in Richtung Heidelberg. Die Fahrtzeit wurde für einen Fachvortrag von Michael Blind, GBI AG, genutzt. Er vermittelte einen breiten Überblick in Bezug auf die wirtschaftlichen Stellschrauben, die es bei Studentenwohnhäusern aus Betreiber-Sicht gibt. Er konzentrierte sich dabei nicht nur auf die Erstellungskosten, sondern bezog die gesamten LifeCycle-Kosten mit ein. Da die GBI bereits einige eigene Objekte – SMARTments student genannt – realisiert und langfristige Kalkulationen durchgeführt hat, konnte Michael Blind wertvolles Wissen vermitteln.

In Heidelberg gab es zwei sehr unterschiedliche Beispiele in Bezug auf die verwendeten Baumaterialien, die Gebäudeform und die Zielgruppe innerhalb der Studentenschaft:
Zunächst ein Projekt, das in einer Holz-Modulbauweise mit weitgehender Vorfertigung in der Fabrik mit vergleichsweise konventionellem Erscheinungsbild errichtet wurde. Es gibt drei Mietertypen: alleinerziehende Studenten, Doktoranden und Kurzzeitbewohner. Rainer Weyand, der für dieses Bauvorhaben Verantwortliche auf Seiten des Bauherren, dem Studentenwerk Heidelberg, erläuterte beeindruckende Fakten in Bezug auf die Erstellungszeit, die Energieeffizienz und die Kosten. Direkt anschließend stellte der Teamleiter des Architekturbüros Nickl & Partner, Nils Langbein, das Studentenwohnhaus Im Neuenheimer Feld 136 in demselben Campusareal vor. Dieses architektonisch besonders überzeugende Konzept für einen kompakten Wohnkomplex ist durch das Material Sichtbeton im Kontrast zu Putzflächen in anthrazit geprägt. Zwei terrassierte, jeweils drei- bis viergeschossige Bauteile fügen sich harmonisch in die Nachbarschaft ein und bieten eine Öffnung zum Neckarufer hin. 194 Studenten finden hier eine anspruchsvolle und gleichzeitig bezahlbare Unterkunft. Einfach, aber nicht simpel; das war die Prämisse dieses mit einem Architekturpreis gewürdigten Konzepts.

Darmstadt. Das war die nächste Station. Die Fahrtzeit wurde für eine intensive Diskussion genutzt. Ziel war ein umgebautes Verwaltungsgebäude aus den 50er Jahren in zentraler Lage. 77 Studenten finden hier Unterkunft in Ein-Zimmer-Apartments und Wohnungen für WGs von zwei bis sechs Personen. Dieses Konzept, das mit viel Sensibilität in die vorhandene Bausubstanz integriert wurde, wurde zu Recht mit dem „Bauherrenpreis“ gewürdigt. Thomas Lemmermeyer, der Leiter Bereich Bau und Instandhaltung der bauverein AG Darmstadt, ermöglichte tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte und vermittelte Eckwerte, die für die Teilnehmer hilfreich sein können, wenn auch sie über Konversionen im Bestand nachdenken. Ergänzt wurden die Aussagen vom für dieses Bauvorhaben verantwortlichen Architekten, Ernst-Friedrich Krieger aus Darmstadt. Er erläuterte, wie er die Planung konzipiert hat und welche Schwierigkeiten z.B. in Bezug auf den vorbeugenden Brandschutz zu bewältigen waren.

Frankfurt, Stadtteil Riedberg war das nächste Ziel. Innerhalb des neuen Universitätscampus wurde von der Firma Schneider Bau GmbH im Rahmen eines PPP-Verfahren ein Studentenwohnhaus für 114 Personen errichtet. Bruno Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter, stellte dieses Projekt in Passivbauweise aus Bauherren-/Investorensicht vor. Er nannte die Gründe, warum dieses Konzept mit Apartments, 25 möblierten Zimmern, einer Zwei-Zimmer-WG und einem barrierefreien Zimmer schlüssig ist und große Akzeptanz findet. Uwe Hoegen, Geschäftsführer des Architekturbüros Baufrösche, gelang es, die architektonischen Besonderheiten hervorzuheben, die trotz der einfachen Baukörperform eine anspruchsvolle Gestaltung bei bescheidenem Budget ermöglichten. Kurzum: ein preiswerter Bau.

Frankfurt, Europaviertel. Michael Blind, der den Grundlagen-Vortrag zu Beginn gehalten hatte, präsentierte hier das Projekt „SMARTments student“, das innerhalb eines Mixed-Use-Projekts (Motel One/Citadines/KITA) möblierten Wohnraum für Studenten auf immerhin 25.000qm bietet. Einziehen und losleben, das ist die Devise.

Ein „prall gefülltes“ Fachprogramm bot die Möglichkeit, Beispiele selber anzusehen, zu erleben, zu begreifen. Gleichzeitig wurde von einem interdisziplinären Referenten-Team ein tiefer Blick hinter die Kulissen (einschließlich z.B. Müll-, Waschmaschinen- und Technikräumen) geboten. Last, but not least: der fachliche Dialog zwischen den Teilnehmern und das Aufbauen/Pflegen von Netzwerken fanden viel Raum. Heuer Dialog einmal etwas anders – nämlich mobil.

Die Frage an die Teilnehmer am Schluss, ob sie diese Experten-Fachexkursion positiv bewerten und Kollegen weiterempfehlen würden, wurde mit einem klaren JA beantwortet.

Den Nachbericht schrieb Rolf Toyka, Dipl.-Ing., Architekt, Verantwortlicher für die Konzeption und Moderation dieser Fachexkursion.

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Interview mit Rolf Toyka zum neuen Veranstaltungsformat "Mobil-Dialog - Heuer Dialog unterwegs":

 

Heuer Dialog unterwegs – ein neues Veranstaltungsformat geht an den Start

Bei der ersten Heuer Fachexkursion geht es mit dem komfortablen Konferenzfahrzeug zu Wohnhäusern für Studenten. Wir haben den Konzeptionär für das neue Veranstaltungsformat, Architekt Rolf Toyka gefragt, welchen Nutzen Sie davon haben.

Die Fragen stellt Gitta Rometsch, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin von Heuer Dialog.

Herr Toyka, Sie haben als Architekt bereits viele  Fachexkursionen organisiert und geleitet. – Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Man hat die Chance, vor Ort realisierte Beispiele intensiv kennenzulernen und Projektbeteiligte zu dem zu befragen, was einem gerade auffällt. Es gelingt, auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Damit meine ich, sich unter Umständen auch mit problematisch erscheinenden Lösungen / Details auseinanderzusetzen, die einem bei der Besichtigung auffallen. Und das gemeinsam mit anderen am Thema Interessierten; das fördert einen intensiven Dialog unter den teilnehmenden Fachleuten.

Was funktioniert bei einer Fachexkursion besser als bei herkömmlichen Konferenzen?
Bei einem Konferenzvortrag werden die Pläne und Fotos vom Vortragenden ausgewählt. Bei einer Fachexkursion entscheidet der Teilnehmer, welche Aspekte ihn vor Ort besonders interessieren.
Und die Kommunikation in der Gruppe ist intensiver; es ergibt sich eine stimulierende Arbeitsatmosphäre.

Was ist neu an einer Fachexkursion mit dem Konferenzfahrzeug, wie Heuer Dialog es jetzt anbietet?
In der Immobilienwirtschaft ist diese Form des Wissensaustauschs mittels einer Exkursion wenig gebräuchlich. Vielleicht deswegen, weil unbewusst das Vorurteil besteht, da wird die wertvolle Arbeitszeit nicht effizient genug genutzt. – Für Architekten dagegen ist die Teilnahme an Exkursionen selbstverständlich; es hat sich nämlich herumgesprochen, wie lehrreich und nützlich sie sein können. Im Übrigen wird die Teilnahme an Fachexkursionen aus gutem Grund von den Architektenkammern auch als Fortbildung (mit der Möglichkeit, „Fortbildungspunkte“ zu erwerben) anerkannt.

Die Teilnehmer sind ja alle Unternehmer. Verlieren sie nicht unnötig Zeit für die jeweiligen Fahrten zu den zu besichtigenden Objekten?
Das schließt direkt an die vorherige Antwort an: Architekten müssen auch als Freiberufler unternehmerisch denken und haben keine Zeit zu verschenken. – Bei diesen Fachexkursionen Mobil – Dialog werden die Fahrzeiten für Fachreferate, kollegialen Austausch, und „Verschnauf – Pausen“ genutzt; das bedeutet hoch effiziente Nutzung der Zeit.

Was genau muss man sich unter einem Konferenzfahrzeug vorstellen?
Ein speziell für Konferenzen ausgestatteter Bus mit 34 Sitzen auf einer Fläche, die sonst für 54 Sitze genutzt wird. Also viel Platz für die Teilnehmer, eine Bewirtungseinrichtung und Konferenztechnik.

Warum hat man sich als erstes Exkursionsthema "Wohnhäuser für Studenten" ausgesucht?
Weil da immobilienwirtschaftlich und architektonisch besonders „viel Musik drin ist“. Und das in zunehmendem Maße.

Geben die Bauherren vor Ort auch wirklich Einblick in ihr Projekt? Wird auch über Rückschläge gesprochen?
Darum bitten wir sie. – Und schließlich werden die Teilnehmer bestimmt durch Fragen dafür sorgen, dass auch die Dinge angesprochen werden, die man zukünftig womöglich besser machen könnte. Das ist ja gerade der Vorteil einer Fachexkursion: es gibt reichlich Gelegenheit für den fachlichen Dialog, für Rückfragen auf der Basis eigener, vor Ort gesammelter Eindrücke.

Was nehmen die Exkursionsteilnehmer am Ende mit?
Authentische Eindrücke, Austausch mit Fachleuten verschiedener Disziplinen, einen guten Überblick darüber, was an interessanten Beispielen aktuell realisiert wurde.

Eine solche Exkursion ist nicht günstig. Knapp unter 1.000 Euro kostet der Beitrag. Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis? Bekommt der Teilnehmer u.U. sogar mehr als bei einer herkömmlichen Konferenz?
Ja, wie bereits erwähnt, in komprimierter Form ausgewählte Objekte unterschiedlicher Art im wahrsten Sinne des Wortes zum „Begreifen“, das ist der eindeutige Mehrwert.

Was ist das nächste Exkursionsthema?
Die nächste Fachexkursion wird einer Gebäudekategorie gewidmet sein, von der man üblicherweise glaubt, sie berge wenig Potential in architektonischer Hinsicht. Dass das nicht zwingend so ist und die technischen Randbedingungen wegen ihrer Komplexität besonders viel Know How voraussetzen, soll vor Ort und unterwegs in den Fachvorträgen vermittelt werden:
Wir werden uns mit Logistik – Hallen beschäftigen.

Vielen Dank, Herr Toyka, für das Interview.