Die Autorin
Brigitte Mallmann-BansaChefredakteurin, Immobilien Zeitung Verlagsgesellschaft
Heuer Dialog: Der Immobilien-Dialog Wiesbaden & Mainz bringt Entscheidende aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Welche Themen werden die Gespräche in der Region in diesem Jahr aus deiner Sicht besonders prägen – und warum?
B. Mallmann-Bansa: Die Region kann sich den allgemeinen Entwicklungen leider nicht entziehen. Das heißt auch hier werden die Diskussionen weiterhin bestimmt werden von der Frage nach bezahlbarem und ausreichendem Wohnungsraum, von der gesamtwirtschaftlichen Lage, die die Immobilienbranche über Zinsen und Inflation besonders trifft sowie der Suche nach Lösungen, um Transaktionen, Neubau und Investionen zu beleben. Wichtig ist für Wiesbaden und Mainz zudem, noch dringlicher geworden durch die Schließungen von Galeria, die Auseinandersetzung mit ihren Innenstädten: Wie soll das Herz unserer Stadt aussehen, sodass die Menschen dort gerne sind und leben?
HD: Als Chefredakteurin der Immobilien Zeitung beobachtest du den Markt täglich. Was macht die Immobilienstandorte Wiesbaden und Mainz im Vergleich zu anderen deutschen Regionen derzeit besonders spannend?
B. Mallmann-Bansa: Beide Städte haben als Universitäts- und Kurstadt ihren ganz eigenen Charakter, der durch die Nähe zueinander betont wird. Sie liegen im Rhein-Main-Gebiet, das im Vergleich mit vielen anderen Gegenden in Sachen Infrastruktur, Arbeitsplätzen und finanziellen Möglichkeiten nach wie vor gut aufgestellt ist. Das bietet viel Potenzial, das es zu nutzen gilt.
HD: Im Programm stehen unter anderem Themen wie Flächenaktivierung, Bestandsstrategien, neue Stadtquartiere sowie Life Science als Wachstumstreiber der Region. Wo siehst du die größten Chancen für Wiesbaden und Mainz, sich in den kommenden Jahren erfolgreich weiterzuentwickeln?
B. Mallmann-Bansa: Ich möchte das unabhängig von einzelnen Assetklassen oder Projekten beantworten. Für mich gibt es drei entscheidende Punkte. Erstens: ein vertrauensvolles Miteinander der verschiedenen Akteurinnen und Akteure aus der Immobilienwirtschaft und der Politik. Zweitens: ein gemeinsames, konkretes Ziel für unsere Städte hier am Rhein. Drittens: Der Wille – und bestimmt braucht es manchmal zudem Mut – Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu fällen.
HD: Wenn du den Teilnehmenden des Immobilien-Dialogs eine Botschaft mit auf den Weg geben könntest: Mit welcher Haltung sollten sie nach Wiesbaden kommen, um möglichst viel aus den zwei Veranstaltungstagen mitzunehmen?
B. Mallmann-Bansa: Seien Sie offen und unvoreingenommen, sowohl Menschen wie auch Ideen gegenüber. Nehmen Sie sich vor, mindestens drei neue Kontakte zu knüpfen. Vereinbaren Sie zu drei Themen oder Projekten in Ihren Gesprächen ein konkretes Follow-Up.
HD: Die Immobilien Zeitung ist Gastgeber des Auftaktabends in eurem Wiesbadener Verlagshaus. Warum ist es euch wichtig, den Dialog der Branche nicht nur journalistisch zu begleiten, sondern auch aktiv eine Plattform für den persönlichen Austausch zu bieten?
B. Mallmann-Bansa: Unser Ziel als IZ ist es, alle, deren berufliches Umfeld Immobilien und Städte sind, in ihren Enscheidungen zu unterstützen. Das gilt für alle unsere Kanäle und Produkte, von der gedruckten Zeitung über unsere Newsletter bis hin zu IZ Research und Treffpunkte wie die Expo Real und der Immobilien-Dialog Wiesbaden & Mainz. Denn vor allen in einer schwierigen Marktphase wie der momentanen, braucht es Orientierung. Diese entsteht nur durch Austausch und Informationen – und funktioniert nicht allein im stillen Kämmerlein. Deshalb ist es großartig, dass der Vorabend des Immobilien-Dialogs dieses Mal bei uns „zuhause“ stattfindet.