Der Autor
Michael HermannMarketing Manager, URETEK Deutschland GmbH
Neue Baugebiete auszuweisen kann daher nicht länger die Standardlösung sein. Gefragt sind Strategien, die Wohnraum schaffen, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen – allen voran Aufstockungen bestehender Gebäude.
Studien zeigen: bis zu zwei Millionen zusätzliche Wohnungen könnten durch Nachverdichtung entstehen, insbesondere bei Mehrfamilienhäusern aus den 1950er bis 1980er Jahren und auf ungenutzten Flachdächern von Wohn- und Gewerbebauten. Moderne Leichtbau- und Modulbauweisen machen Aufstockungen schnell, wirtschaftlich und städtebaulich attraktiv. Sie nutzen vorhandene Infrastruktur, reduzieren Kosten gegenüber dem Neubau und verbessern durch zusätzliche Dämmung häufig die Gesamtenergieeffizienz des Bestands.
Doch häufig scheitern Projekte an einem zentralen Punkt: der Tragfähigkeit des bestehenden Fundaments. Gerade ältere Gebäude wurden nach historischen Normen errichtet, die deutlich geringere Lastannahmen vorsahen. Soll ein zusätzliches Geschoss aufgesetzt werden, muss die Gründung also verstärkt werden.
Konventionelle Fundamentertüchtigung – wirksam, aber oft unpraktikabel
Klassische Methoden wie Unterfangungen, Abgrabungen oder der Einbau von Mikropfählen sind grundsätzlich geeignet, die Tragfähigkeit eines Bauwerks zu erhöhen. Allerdings bringen sie im Bestand erhebliche Nachteile mit sich:
Für viele Bauherren bedeutet das: die Aufstockung ist zwar technisch möglich, aber wirtschaftlich und organisatorisch kaum darstellbar.
Moderne Baugrundverstärkung als Gamechanger
Hier setzt das minimal-invasive URETEK Verfahren an: die Injektion von Expansionsharzen erhöht die Tragfähigkeit des Baugrunds gezielt und schnell – ohne Baugruben, ohne schwere Maschinen und ohne Räumung großer Gebäudeteile. Die Harze werden durch kleine Bohröffnungen in den Untergrund eingebracht, dehnen sich dort aus, verdichten den Boden und stabilisieren das Fundament.
Vorteile:
Ein Beispiel aus Berlin zeigt die Praxistauglichkeit: Eine Wohnanlage der Deutsche Wohnen aus den 1930er Jahren sollte um zwei Geschosse in Holzrahmenbauweise aufgestockt werden. Die bestehenden Streifenfundamente konnten die zusätzlichen Lasten nicht aufnehmen. Durch den Einsatz des URETEK Verfahrens wurde die Tragfähigkeit unter laufendem Betrieb erhöht, Setzungen minimiert und die Grundbruchsicherheit nachweislich erzielt – bei durchgehend bewohnbaren Gebäuden.
Fazit
Aufstockungen sind eine der effektivsten Maßnahmen, um die Wohnraumschaffung zu beschleunigen, Ressourcen zu schonen und Innenentwicklung zu stärken. Moderne Baugrundverstärkungen ermöglichen sie auch dort, wo konventionelle Methoden an ihre Grenzen stoßen – technisch, organisatorisch oder wirtschaftlich.
Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht es neben innovativen Lösungen vor allem klare politische Rahmenbedingungen, vereinfachte Genehmigungsverfahren und eine stärkere Förderung solcher Projekte. Die Technik ist vorhanden – jetzt ist es Zeit, sie in großem Maßstab einzusetzen.