On-Demand-Verkehr hat durch seine Flexibilität großes Potenzial – das Angebot hat aber noch nicht die kritische Schwelle überschritten. Eine große Chance zur Verbesserung des Angebots hat das autonome Fahren. Ein Durchbruch wird erst in einigen Jahren erwartet. Es braucht daher ganzheitlich praktikable Mobilitätslösungen, die Städte und Kommunen schon jetzt umsetzen können – mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Kosten- und Terminsicherheit.
Mobility Hubs werten den öffentlichen Raum auf
Mobility Hubs bündeln diese Anforderungen. Sie verknüpfen verschiedene Verkehrsangebote an einem Ort und ermöglichen den Wechsel zwischen Fortbewegungsmitteln, ergänzt durch weitere Angebote. Dazu zählen die Buchung von Stellplätzen und weiteren Mobilitätsangeboten, WLAN-Zugang sowie die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur. Umweltschäden werden so reduziert, es kommt zu weniger Staus und Lärmbelastung. Durch ihre Mehrgeschossigkeit tragen Hubs dazu bei, Straßen zu entlasten und gleichzeitig Flächen für Aufenthalt, Begrünung oder Radverkehr zurückzugewinnen.
Aus der Praxis: der SkyHub in Heidelberg
Wie dieses Zusammenspiel konkret aussieht, zeigt der SkyHub im Heidelberger Stadtteil Bahnstadt. Der vom europaweit tätigen Bau- und Dienstleistungsunternehmen GOLDBECK realisierte Mobility Hub bietet auf 14 Halbebenen Platz für 775 Fahrzeuge und integriert Carsharing-Angebote, (E-)Bike- und E-Scooter-Verleih sowie Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Autos. Ein Fahrkartenautomat ermöglicht den direkten Umstieg in den nahegelegenen ÖPNV und macht den SkyHub zu einem funktionalen Umsteigepunkt für Anwohner, Beschäftigte und Besucher des Quartiers.
Der SkyHub ist als Teil des städtischen Mobilitätssystems konzipiert. Ziel ist es nicht nur, Fahrzeuge unterzubringen, sondern Verkehrsströme gezielt zu bündeln. Das reduziert Parksuchverkehr im Umfeld und entlastet angrenzende Straßen. Die Architektur fügt sich durch die Fassadengestaltung in Anlehnung an die übrigen Gebäude harmonisch in das Quartier ein. Eine begrünte Pergola, ein extensiv begrüntes Dach und eine Photovoltaikanlage leisten einen messbaren Beitrag zum Mikroklima und zur Energieversorgung.
Die Relevanz ganzheitlicher Verkehrsökosysteme
Mobility Hubs entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn ihr Betrieb nicht isoliert betrachtet wird, sondern Teil eines datenbasierten Verkehrsökosystems ist. Denn dort, wo unterschiedliche Mobilitätsangebote gebündelt werden, entstehen Informationen über Mobilitätsverhalten, Auslastungen und Verkehrsströme. Diese Daten bilden die Grundlage, um Mobilität nicht nur räumlich zu vernetzen, sondern strategisch zu steuern.
In vielen Kommunen fehlen zum ruhenden Verkehr aber oft Informationen: Wie viele Stellflächen sind belegt, wann und wie lange? Private Mobilitätsanbieter wie die GOLDBECK Parking Services können diese Lücken schließen. Sie erfassen Parkvorgänge in ihren Parkobjekten. Gebündelt und anonymisiert fließen die Daten in die kommunale Verkehrsdatenbasis. Kooperationen zwischen öffentlichen und privaten Akteuren sind hier unerlässlich für ganzheitliche Mobilitätsstrategien im urbanen Raum. Für Kommunen entsteht eine datenbasierte Mobilitätslandschaft, die eine operative Verkehrssteuerung und strategische Stadtplanung stärkt.
Kommunen können so Verkehrsströme gezielter lenken: Weniger Parksuchverkehr entlastet Straßen, freiwerdende Flächen lassen sich neu gestalten. Das schafft auch eine Entscheidungsgrundlage für Ladepunkte oder ergänzende Angebote – zentrale Bausteine für die Verkehrswende.