Die Autorin
Sandra TewesHead Asset Management Living & Commercial, Swiss Life Asset Management
Bei Swiss Life Asset Managers erleben wir täglich, wie diese Herausforderungen die strategische Steuerung von Portfolios verändern und wie datenbasierte Ansätze hier den entscheidenden Unterschied machen.
Die Immobilienbranche steht unter doppeltem Druck: Ein anspruchsvolles Zinsumfeld trifft auf steigende Betriebskosten und immer kleinteiligere ESG‑Vorgaben. Nachhaltigkeit wurde lange als Pflicht ohne Renditepotenzial gesehen. Unsere Erfahrung zeigt das Gegenteil: Wer ESG strategisch und frühzeitig angeht, sichert Konformität, erschließt Wertsteigerung, reduziert Risiken und stärkt die langfristige Ausschüttungsfähigkeit.
Statt Bestände nur zu verwalten, braucht es einen proaktiven Managementansatz, der wirtschaftliche Stabilität und Klimaziele verbindet. Frühzeitige Analysen von Performance‑Treibern und ‑Bremsen, klare Maßnahmenpfade und belastbare Szenarien sind entscheidend, um Handlungsalternativen schnell bewerten zu können. Flexible Mietvertragsstrukturen, zielgerichtete Incentives und eine digitalisierte Bewirtschaftung unterstützen das ebenso wie vollständige, verlässliche Bestandsdaten. So wird Pflichterfüllung zur Wertschöpfung.
Bei Swiss Life Asset Managers verfolgen wir einen plattformbasierten Ansatz, der Daten über Bestände, Maßnahmen und Effekte konsistent zusammenführt und die Grundlage für Simulation und KI schafft. Mit unserem „Real Estate Decarbonisation Dashboard“ modellieren wir die Auswirkungen geplanter Schritte auf Wirtschaftlichkeit und CO₂‑Reduktion, vergleichen Szenarien und setzen Prioritäten konsistent.
Ein Praxisbeispiel zeigt die Wirkung: In einem Schweizer Teilportfolio mit 13 Liegenschaften konnten die CO₂‑Emissionen zwischen 2021 und 2024 um rund 70 % gesenkt werden – bei gleichzeitiger Sicherung der Ausschüttungsrendite. Grundlage waren eine systematische Bestandsprüfung, vollständige Datenerhebung und passgenaue Dekarbonisierungsstrategien, flankiert von geeigneten Fördermöglichkeiten. ESG wird so vom Kostentreiber zum Werttreiber: niedrigere Betriebskosten, robustere Vermietbarkeit, geringere regulatorische Risiken und Portfolios, die „future ready“ sind.
Im Living‑ und Commercial‑Bestand zählt die richtige Reihenfolge und Kombination der Maßnahmen. Unsere Teams in Deutschland setzen dabei auf ein klar strukturiertes Vorgehen, das schnelle Wirkung und langfristige Stabilität verbindet: von Transparenz und Monitoring bis zu Investitionen in die Substanz.
Ein partnerschaftlicher Ansatz mit Mieterinnen und Mietern erhöht Akzeptanz und Wirkung, etwa über Verbrauchstransparenz, Effizienz‑Boni oder Services, die den Alltag messbar verbessern. So entsteht eine sozialverträgliche Transformation, die sich betriebswirtschaftlich rechnet.
Für die Finanzierung helfen Förderprogramme und Kooperationen. Sie ersetzen kein solides Asset Management, können aber Geschwindigkeit in die Umsetzung bringen – als ergänzendes Ventil, wenn Maßnahmenpfade klar definiert und investorenfähig sind.
Future Asset Management heißt, Nachhaltigkeit, Daten und Flexibilität intelligent zu verbinden – mit einem proaktiven Ansatz, der Informationen in Entscheidungen und Entscheidungen in Wirkung übersetzt.
Wer heute handelt, sichert nicht nur Rendite, sondern Marktführerschaft. Diesen Weg verfolgt Swiss Life Asset Managers konsequent, unter anderem mit Plattformlösungen, die ESG-Aspekte, digitale Technologien und flexible Strukturen integrieren. So schaffen wir für unsere Kunden die Grundlage für stabile Erträge und eine klimafreundliche Zukunft ihrer Portfolios.