Interview mit Constanze Justus, Landmarken AG

Bochum setzt Zeichen: Vom Opel-Erbe zum Zukunftscampus

Auf dem stillgelegten Opel-Werksgelände MARK 51°7 entsteht neues Leben in einem innovativen Büroquartier der Zukunft. Was den Standort so anziehend macht und welche Potenziale hier noch schlummern, erfahren Sie von Constanze Justus, Landmarken AG.

Jasmin Busse-Schlaudecker Constanze Justus 16. September 2025
O-Werk Campus
Quelle: Landmarken AG

Heuer Dialog: Frau Justus, die Landmarken AG hat sich bereits 2015 bewusst für den Standort Bochum entschieden und mit dem O-Werk einen starken Impuls gesetzt. Was waren die entscheidenden Faktoren für diese Standortwahl, und was macht Bochum für Sie zu einem Ort mit Zukunft?
C. Justus: Die Entscheidung für das ehemalige Opel-Areal und das alte Verwaltungsgebäude war 2015 ein sehr bewusster Schritt: Bochum steht wie kaum eine andere Stadt im Ruhrgebiet für Wandel und Dynamik. Die Stadt überzeugt mit ihrer zentraler Lage, einer exzellenten Hochschul- und Forschungslandschaft sowie der klaren Ausrichtung auf Zukunftsthemen wie Cybersecurity und Life/Health Science. So bietet Bochum ideale Voraussetzungen für unsere Vision einer urbanen, vernetzten Büroquartiersentwicklung. Deshalb haben wir frühzeitig investiert – und fühlen uns bis heute darin bestätigt.

Heuer Dialog: Das O-Werk steht heute als Symbol für Transformation – vom ehemaligen Opel-Werk hin zu einem Ort für Innovation und Bildung. Wie gelingt es Ihnen, Identität zu bewahren und gleichzeitig neue Zukunftsbilder zu schaffen?
C. Justus: Das O-Werk als einziges Relikt des Opel-Werks zeigt, wie sich Geschichte und Zukunft verbinden lassen. Unser Ziel ist es, Orte mit Identität zu schaffen: die DNA eines Standorts – Erinnerungen, Emotionen, industrielle Prägung – zu bewahren und mit neuen Inhalten aufzuladen. Das tun wir mit inspirierender Architektur wie der Ideenschmieden und der BrainFactory, ergänzenden Nutzungen und offenen, einladenden Räumen. Auf diese Weise entstehen Orte, die ihre Herkunft respektieren und zugleich zukunftsweisend sind.

Heuer Dialog: Die Landmarken AG spricht von „Infrastruktur für Menschen und Innovation“. Wie übersetzen Sie dieses Leitbild konkret in Ihren Projekten in Bochum – und was braucht es aus Ihrer Sicht, damit urbane Entwicklung wirklich lebensnah und zukunftsfähig wird?
C. Justus: Unsere Quartiere sind weit mehr als Arbeitsorte: Sie bieten Aufenthaltsqualität, Vielfalt und Austausch. Dazu zählen moderne Büros, Räume für Start-ups und Forschung ebenso wie Gastronomie, Grünflächen und Kultur. Urbane Entwicklung wird dann lebensnah, wenn sie unterschiedliche Lebens- und Arbeitswelten verbindet. Deshalb stellen wir die Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt. Sie bestmöglich zu unterstützen, ist unser Anspruch.

Heuer Dialog: Welche nächsten Schritte sind für die Weiterentwicklung des O-WERK | Campus geplant? Welche Partner, Themenschwerpunkte oder Impulse sind Ihnen dabei besonders wichtig?
C. Justus: Die Weiterentwicklung des Campus ist ein kontinuierlicher Prozess, geprägt vom Austausch mit Nachbarschaft und Projekterfahrungen. Den von der Bochum Perspektive GmbH ins Leben gerufenen Campus HUB haben wir regelmäßig zur Information und zum Austausch mit sämtlichen Nutzern, Investoren und Stakeholdern genutzt. Nun, mit der Auflösung der Bochum Perspektive, werden wir den Campus HUB übernehmen und weiterführen, um auch künftig darüber Impulse zu setzen. In Zukunft setzen wir verstärkt auf die Themen Innovation, Bildung und Nachhaltigkeit. Wir wollen Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft noch enger vernetzen und Räume schaffen, die flexibel auf neue Bedarfe reagieren. Unser Service-Point, betrieben von unserem Schwesterunternehmen The Urban Village, ist dabei zentraler Impulsgeber. So wächst der Campus als lebendiges Ökosystem gemeinsam mit seinen Nutzern.

Die Autoren
Jasmin Busse-Schlaudecker
Senior Projektleitung, Heuer Dialog GmbH
Constanze Justus
Projektentwicklung | Akquisition, Landmarken AG

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Montag, 27. Oktober - Dienstag, 28. Oktober 2025
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