Der Autor
Stefan SchaffnerGeschäftsführer, BAScloud GmbH
Intelligente Sensorik, Automatisierung und datenbasierte Services können den Energieverbrauch senken, Betriebskosten reduzieren und Nachhaltigkeitsziele messbar unterstützen. Was in der Theorie inzwischen jeder weiß, scheitert oft an der praktischen Umsetzung. Technische Gebäudedaten sind über verschiedene Systeme verteilt, werden nur punktuell erfasst oder gar nicht genutzt. Die Vielzahl an Anbietern, Technologien und Integrationsmöglichkeiten sorgt für Unsicherheit – und führt dazu, dass viele Entscheider im „Lösungsdschungel“ umherirren. Dabei zeigen Best Practices: Wer die richtigen Schritte geht, kann schnell Wirkung erzielen. Ein zentraler Baustein ist dabei die automatisierte Erfassung und Aufbereitung von Gebäudedaten über offene, herstellerunabhängige Schnittstellen.
Eine cloudbasierte Plattformlösung wie die BAScloud erfasst und verarbeitet Daten aus unterschiedlichen Quellen – vollständig automatisiert und auch dort, wo bisher keine umfassende Automationsinfrastruktur vorhanden ist. Über spezialisierte Module lassen sich beispielsweise auch einfache und nicht smarte Zähler sicher und kosteneffizient über LAN, WLAN oder Mobilfunk anbinden. Die Verwaltung und Konfiguration erfolgt zentral über ein webbasiertes Portal, was den Integrationsaufwand deutlich reduziert. Wer in eine solche Infrastruktur investiert, profitiert schnell von den erwarteten Vorteilen: Werden aktuelle und historische Messwerte, Gebäudestammdaten und Sensordaten in einer einheitlichen Datenbasis zusammengeführt, entsteht eine verlässliche Grundlage für Anwendungen wie Energiemonitoring, automatisierte Alarme, Optimierung oder Trendanalysen. Die zentrale Datenhaltung verhindert Insellösungen und bildet zudem die Grundlage für einen digitalen Zwilling. Das virtuelle Abbild des Gebäudes basiert auf realen Daten, bildet den Ist-Zustand ab und ermöglicht Simulationen – etwa für die bedarfsgerechte Steuerung von Heizungs-, Klima- oder Lüftungsanlagen. So lassen sich energetische Optimierungen gezielt umsetzen und Störungen im Betrieb frühzeitig erkennen.
Noch mehr Potenzial entfaltet sich, wenn zentrale Datenplattformen nicht nur Daten bündeln, sondern auch so strukturieren, dass sie für KI-Einsätze optimal vorbereitet sind. Konkret: Moderne Analysemodelle wie Large Language Models (LLM) extrahieren Verbrauchsdaten oder Energiemixe direkt aus Rechnungen und übertragen sie in strukturierte, maschinenlesbare Formate. Entscheidend ist dabei, dass die Daten in einer konsistenten und KI-fähigen Struktur vorliegen – nur so lassen sie sich effizient prüfen, anreichern und für weiterführende Anwendungen nutzen. Das Ergebnis: eine konsistente, geprüfte Datenbasis, die nicht nur für präzise ESG-Reportings und Energieaudits geeignet ist, sondern auch kurzfristige Szenarienberechnungen ermöglicht – etwa zu Einsparpotenzialen, CO₂-Reduktionen oder Auswirkungen geplanter Maßnahmen. Ein Blick in die Praxis: In einem aktuellen Projekt der ProFM wurden Verbrauchsdaten aus mehreren hundert Liegenschaften in der zentralen Plattform BAScloud gebündelt. Damit entstand für den Kunden erstmalig eine zentrale Datenbasis, die sowohl für ESG-Reportings als auch für Optimierungsmaßnahmen genutzt werden kann. Fortan lassen sich alle Systeme mit identischen, geprüften Informationen versorgen – eine Konsistenz, die bislang fehlte. Neben der strategischen Nutzung im Ressourcenmanagement sind diese Daten zudem unmittelbar relevant für die Nebenkostenabrechnungen in größeren gewerblichen Liegenschaften. Das Ergebnis: eine belastbare Grundlage für ESG-Berichte und ein wirksames Instrument für aktives Ressourcenmanagement.