Der Autor
Sebastian TrautermannLeiter Geschäftsstelle Rhein-Ruhr, ALHO Systembau GmbH
Zum Thema: Die Dortmunder Schulbau-Initiative – mit Modulbau Bildungszukunft schaffen
„Dortmund ist eine stark wachsende Stadt: Laut einer Berechnung des Statistikamts rechnen wir bis 2035 mit rund 35.000 zusätzlichen Einwohnern und mit rund 1.000 neuen Schülern pro Jahr“, rechnet Andreas Grosse-Holz, Architekt und Fachbereichsleiter der Städtischen Immobilienwirtschaft, vor. „Das bedeutet, dass wir jährlich mindestens eine weiterführende Schule komplett neu bauen müssen, um den Bedarf zu decken.“ Daher wurde frühzeitig der „Dortmunder Weg“ entwickelt – ein umfassendes Schulbaukonzept, bei dem die Modulbauweise eine zentrale Rolle spielt. Sie ermöglicht eine schnelle, flexible und effiziente Umsetzung.
Zum Thema: Die Vorteile der Modulbauweise clever nutzen
„Wie in fast allen Kommunen sind Instandhaltung und Neubau von Schulbauten auch in Dortmund stiefmütterlich behandelt worden“, gibt Grosse-Holz zu. Das ändert sich nun: Über 200 Projekte – darunter mehr als 80 Schulneu- und Erweiterungsbauten – sind geplant, viele davon in Modulbauweise. Der größte Vorteil der Modulbauweise: Zeit. „Während eine konventionelle Projektentwicklung rund 5 1/4 Jahre in Anspruch nimmt, brauchen wir bei der Modulbauweise im Schnitt 2 Jahre weniger“, bestätigt Grosse-Holz. „Weil Planen, Modulherstellung und Bauen beim Modulbauer parallel ablaufen, sparen wir viel Zeit – und das bereits bei der Projektvorbereitung.“ Auch der Vergabeweg ist schneller und effektiver. „Bei Modulbau-Projekten müssen unsere städtischen Architekten und Ingenieure nicht mehr zwingend selbst planen, sondern können vermehrt in die Projektleitung und in enger Zusammenarbeit mit den Modulbauunternehmen in die Betreuung der Baumaßnahmen gehen“, erklärt der Fachbereichsleiter. Ein weiterer Vorteil ist die Kostensicherheit. „Weder die Koordination der einzelnen Gewerke noch deren Beaufsichtigung müssen wir beim Modulbau selbst übernehmen – das macht ALHO als Totalunternehmerin“ erklärt Grosse-Holz. „Auch die Koordination der Ingenieure untereinander oder das Konfliktmanagement ist allein Angelegenheit der TU. Das macht die Projektabwicklung für uns wesentlich einfacher.“
Zum Thema: Bauqualität und Nachhaltigkeit
Dortmund legt großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit: „Wir sind davon abgerückt, bei der Vergabe unserer Bauprojekte hauptsächlich auf den Preis zu schauen“, erklärt Andreas Grosse-Holz. „Statt früher 70% beträgt der Preis-Anteil bei der Wertung der Angebote inzwischen nur noch 50%. Außerdem betrachten wir nicht nur die reinen Investitionskosten, sondern die gesamten Bauwerks- und Bewirtschaftungskosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg.“ Städtebauliche und architektonische Gestaltung und Klimaschutz-Faktoren fließen stärker ein, nachhaltige Materialien, Dach- und Fassadenbegrünung werden bevorzugt, CO2 -Einsparungen gewinnen an Bedeutung: „Hier sind wir bei der Gewichtung von 10% auf 15% nach oben gegangen. Unsere Stadt will bis 2035 klimaneutral sein. Alles, was wir jetzt neu bauen, muss top sein – auch und vor allem in Sachen Klimaschutz. Die Schulen mit ALHO gehören dazu.“ Die Modulbauweise erfüllt diese Anforderungen: „Durch die Modulbauweise halten wir unsere Qualitäts-Standards nicht nur, wir haben sogar deutliche Verbesserungen erfahren – das war ein großer Lernprozess für uns“, bemerkt Grosse-Holz.
Zum Thema: Modulbau in der Außenwahrnehmung
Längst vorbei sind die Zeiten, wo Modulbau im Bauwesen um Aufmerksamkeit ringen musste. Das Wissen um die Vorteile setzt sich immer mehr durch: bessere Termin- und Kostentreue, eine höhere Ausführungsqualität und ein schnellerer Bauablauf. Auch die Gestaltungsfreiheit moderner Systembauweisen steht konventionellen Baumethoden in nichts nach. Gebaute Beispiele, wie die Dortmunder Schulen, helfen, das Image des seriellen Bauens weiter zu verbessern. „Eines ist klar: In Dortmund müssen wir keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Was Modulbau leisten kann, haben hier alle verstanden“, sagt Andreas Grosse-Holz.