Wie der Büropark Kisselberg zur Blaupause für den neuen Biotechnologie-Campus wird

Mainzer Erfolgsmodell

Der Büropark Kisselberg am Mainzer Stadteingang verkörpert viele Parameter, die als Schlüssel für resiliente Gewerbestandorte gelten. Jetzt steht er vor dem nächsten Entwicklungsschritt: dem Brückenschlag zum neuen Biotechnologie-Campus.

F. Albrecht Graf von Pfeil 11. August 2025

Die Entwicklung urbaner Gewerbestandorte braucht mehr als verfügbare Flächen. Sie braucht ein stimmiges Konzept, verlässliche Partner und den Mut, über Dekaden hinweg strategisch zu denken. Ein Beispiel, wie das gelingt, liefert der Büropark Kisselberg in Mainz: Vor 30 Jahren noch ein Randgebiet mit Potenzial, ist er heute einer der prosperierendsten Bürostandorte der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.
Nun steht er vor dem nächsten großen Entwicklungsschritt: dem Brückenschlag zum entstehenden Biotechnologie-Campus auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptverkehrsachse Saarstraße.

Im Rahmen des Immobilien-Dialogs „Rheinhessische Standortperspektiven“ wird der Büropark Kisselberg als Beispiel für eine langfristig erfolgreiche Standortentwicklung vorgestellt. Denn er verkörpert viele der Parameter, die heute als Schlüssel für resiliente Gewerbestandorte gelten: ausgezeichnete Erreichbarkeit, hohe Sichtbarkeit, flexible Gebäudestrukturen, moderne technische Standards und ein starkes infrastrukturelles Umfeld. Die Projektentwicklung des Kisselbergs wurde von Beginn an maßgeblich durch die Unternehmensgruppe Gemünden-Molitor geprägt, die ihre Kompetenzen aus Bau, Projektentwicklung und Immobilienmanagement kontinuierlich eingebracht hat.
In späteren Projektphasen kam mit der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) ein stadtnaher Partner hinzu. „Tatsächlich ist es das Zusammenspiel verschiedener Erfolgsfaktoren, das die Entwicklung des Büroparks Kisselberg geprägt hat“, so Molitor-Geschäftsführerin Tina Badrot und ergänzt: „Die verkehrsgünstige Lage an der Saarstraße, die Nähe zu Universität, Hochschule und ÖPNV, eine mitgewachsene Infrastruktur mit Kantinen und Kitas sowie nicht zuletzt eine hohe Drittverwendungsfähigkeit der Gebäude.“ Viele Unternehmen, darunter der Kreditversicherer Coface, das Softwareunternehmen Aareon oder das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk haben hier langfristig investiert, expandiert oder sich bewusst neu angesiedelt.

Auch bei den Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz hat der Kisselberg früh Maßstäbe gesetzt und gilt bis heute als Vorreiterstandort in der Region. Bereits vor über einem Jahrzehnt wurden Gebäude mit Kalter Nahwärme auf Geothermiebasis realisiert, was neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit vor allem auch auf stabile Nebenkosten einzahlt. Betonkernaktivierung, adiabate Kühlung sowie der pionierhafte Einsatz von umweltfreundlicher Holzfaserdämmung unterstreichen den Anspruch, zukunftsfähige und ressourcenschonende Arbeitswelten zu schaffen. „Die Gemündengruppe bringt hier ihre jahrzehntelange bautechnische Kompetenz in nachhaltigen Lösungen ein“, so Tina Badrot.

Aktuell plant Molitor mit dem Projekt PAVO ein weiteres markantes Kapitel dieser Erfolgsgeschichte an der prominentesten Adresse des Areals, direkt an der Saarstraße und vis-à-vis zum künftigen Biotechpark. Das Gebäude mit rund 5.700 m² Mietfläche wird neben hochflexiblen Büros auch ein Businesshotel integrieren, das zusätzliche Impulse für Übernachtung und Tagungskultur im Quartier setzt. „PAVO steht sinnbildlich für den Aufbruch in die nächste Entwicklungsstufe des Standorts“, so Badrot.

Direkt gegenüber, im Umfeld von Universität Mainz, Hochschule Mainz und MEWA-Arena, entsteht in den kommenden Jahren der neue Biotechnologie-Campus - mit dem Potenzial, den Wirtschaftsstandort Mainz auf ein neues Level zu heben. „Wir übertragen die erprobten Prinzipien des Büroparks Kisselberg auf die Entwicklung des Biotech-Parks“, so Tina Badrot. „Flexibilität in der Nutzung, Nachhaltigkeit und hochwertige Infrastruktur sind dort genauso entscheidend.“ Gemeinsam mit dem regionalen Partner G.L. Kayser Immobilien GmbH entwickelt Molitor hier eine Reihe von Funktionsgebäuden für die Biotechnologie- und Life Science-Branche. Im ersten Gebäude, dem Labor- und Bürogebäude LAB 1, sind die ersten Flächen bereits übergeben. Das LAB 2 wird Ende 2026 fertig gestellt sein und auch das LAB 3 ist bereits in Planung.

Was heute durch eine Fußgängerbrücke verbunden ist, wird künftig zu einem integrativen Innovationsraum: Auf der einen Seite ein gewachsener Bürostandort mit über 30 Jahren Erfolgsgeschichte, auf der anderen Seite ein dynamisch wachsendes Quartier für Biotechnologie, Life Sciences und forschungsnahe Dienstleistungen. Beide Areale profitieren voneinander: räumlich, infrastrukturell und konzeptionell. Der Auftaktabend des Immobilien-Dialogs bietet Gelegenheit, diesen Transformationsprozess anhand konkreter Erfolgsfaktoren zu beleuchten.

Der Autor
F. Albrecht Graf von Pfeil
J. Molitor Immobilien

Das Event zum Thema

Dienstag, 26. August - Mittwoch, 27. August 2025
Immobilien-Dialog Mainz & Wiesbaden
Mainz