16.05.2024
Francisco-Javier Bähr

ESG in Logistikimmobilien

Logix nimmt sich jetzt den Gebäudebestand vor

Mit ihrer jüngsten Publikation hatte die Initiative Logistikimmobilien einen Leitfaden mit ESG-Maßnahmen für die Logistikimmobilienbranche herausgegeben. Eine Fortsetzung soll sich nun den Optionen der nachhaltigen Wertsteigerung im Gebäudebestand widmen.

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ESG bestimmt mehr denn je die Logistikimmobilienbranche. Nicht zuletzt unter der Optik des Investments unterliegen Objekte inzwischen Vorgaben in puncto Nachhaltigkeit, deren Nichteinhaltung mit Abwertungen verbunden ist. Gefragt sind daher heute fast ausschließlich Immobilien, die den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015 und der UN-Agenda 2030 entsprechen. Diejenigen, die nicht dazu passen, werden mittelfristig vollständig vom Markt verschwinden. Der Branche fehlte bislang ein ausdifferenziertes und praxisnahes Verständnis dafür, was ESG bedeutet und welche konkreten Maßnahmen dabei relevant werden. Abhilfe schaffte die Initiative Logix mit einen im Februar 2023 veröffentlichen Leitfaden, zu dem nun eine Fortsetzung geplant ist, die sich mit Bestandsimmobilien in der Logistik beschäftigt.

Nächster Schritt: Fokus auf den Bestand

Als sinnvolle und nachhaltige Alternative zum Neubau erweist sich heute vor allem der Gebäudebestand bzw. dessen zeitgemäße Restaurierung. Und das nicht nur vor dem Hintergrund gestiegener Baukosten: Altgenutzte Gebäude haben zahlreiche weitere Vorteile. Häufig sind sie gut an das Verkehrsnetz angeschlossen und liegen in etablierten Industrie- und Gewerbegebieten. Kommunen profitieren von revitalisierten Flächen, die einer neuen Nutzung zugeführt werden, da u.a. Altlasten entfernt werden.

Was genau ist der ESG-Standard für aufbereitete Bestandsimmobilien? Mit welchen Maßnahmen können Logistikimmobilien im Bestand auf einen zeitgemäßen Stand gehoben werden? Welche Indikatoren und KPIs sind dafür relevant, und welche Maßstäbe und Skalen müssen gegebenenfalls neu definiert werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Logix nun im Rahmen des geplanten zweiten ESG-Leitfadens, der die bisherigen Ergebnisse auf den Gebäudebestand anwenden soll. Ein wichtiges Ziel ist dabei auch, zu erarbeiten, mit welchen ESG-Maßnahmen Wertsteigerungen der Immobilie erreicht werden können und wie hoch diese im Verhältnis zu den Kosten ausfallen.

Die Basis für die Beurteilung sollen je vier Fallbeispiele mit Immobilien-Typen verschiedenen Alters liefern. Nach eingehender Bestandsaufnahme sollen für die Objekte projektindividuell Nachhaltigkeitsziele formuliert werden. So lassen sich ihnen dann geeignete Maßnahmen zuordnen, mit denen die Ziele erreicht werden sollen. Die entsprechenden Prozesse sollen ferner in eine Zeitschiene eingeordnet werden, die den gesamten Lebenszyklus der jeweiligen Immobilie berücksichtigt. Die so gesammelten Maßnahmen werden – wie beim ersten Leitfaden – erneut nach ESG-Wirkungsgrad geclustert und mit einem „Preisschild“ versehen, das der finanziellen Orientierung dient. Schließlich soll je ein „ESG-Gebäudepass“ erstellt werden, der die angewandten Maßnahmen und Kennziffern zusammenfasst.

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Der Autor
Francisco-Javier Bähr
Gesellschafter
Four Parx Gruppe