24.04.2024
Steffen Mönch

Eine ganzheitliche und nachhaltige Energieversorgung muss künftig der Standard bei Bauprojekten sein

Nur Mut – Klimaneutrale Quartiere sind möglich

Nachhaltigkeit und Klimaresilienz sind in der Immobilienbranche zu Schlüsselfaktoren geworden. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten, innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch nachhaltig sind.

Innovatives Bauen, Klimaanpassung in Quartieren, Umsetzung von kommunalen Wärmeplänen – Die unterschiedlichen Aspekte einer nachhaltigen Quartiersentwicklung sind komplex und ineinander verflochten. Diskussionen und Austausch zwischen den Experten aus der Immobilienbranche und Stadtverwaltung sind daher von entscheidender Bedeutung, da sie die Weichen für die Entwicklung nachhaltiger und lebenswerter urbaner Räume stellen. Kluges Bauen beinhaltet den Einsatz innovativer Technologien und Materialien, die Energieeffizienz und Ressourcenschonung in den Vordergrund stellen. Klimaanpassung in Quartieren erfordert eine umfassende Planung, die sowohl die Reduzierung von Emissionen als auch die Anpassung an bereits veränderte klimatische Bedingungen berücksichtigt. Dazu brauchen wir branchenübergreifende Antworten.

Auch eine ganzheitliche und nachhaltige Energieversorgung muss künftig der Standard bei Bauprojekten sein. Dazu gehören unter anderem die Integration erneuerbarer Energien, die Speicherung von Energieüberschüssen, die Netzintegration des Gebäudes sowie eine optimale Nutzung der Flächen. Und natürlich auch der Mut beim Thema Wärmeversorgung neue innovative Wege zu gehen, moderne Technologien einzusetzen und sektorenübergreifend zu denken.

Eine Lösung sind hierfür zukunftsfähige, energieautarke Quartiere: Die regenerative Energieversorgung unter Einbezug der Umweltenergien vor Ort. Durch eine sektorenübergreifende Vernetzung von klimaneutraler Wärme, lokal erzeugtem grünen Strom und Elektromobilität wird ein hoher Beitrag für ein lebenswertes und klimaresilientes Wohnen und Arbeiten im urbanen Raum geschaffen. Eine Hauptherausforderung ist hierbei die Wärmeversorgung unter Einsatz lokal erzeugter erneuerbaren Energien. Zum Beispiel mit Geothermie – Die unsichtbare Kraft unter unseren Füßen. Wie nutzen wir die konstante Erdwärme, um Quartiere nachhaltig und effizient mit Energie zu versorgen?

Geothermie ist eine erneuerbare und zuverlässige Energiequelle, die es uns ermöglicht, Gebäude zu heizen und zu kühlen und weniger abhängig von schwankenden Energiemärkten zu sein. Mit Erdwärmesonden, die bis zu 400 Meter tief reichen, erschließen wir diese saubere Energie. Für eine optimale Balance zwischen Heizen und Kühlen wird eine Tiefe von 180 bis 200 Meter angestrebt.

Die Vorteile sind klar:

· CO2-neutrale Wärmeversorgung
· Hohe Versorgungssicherheit
· Langfristige Kosteneinsparungen
· Minimaler Platzbedarf an der Oberfläche
· Geräuschlos
· Verbesserter Wohnkomfort durch gleichmäßige Wärme und Kühlung

Bei der Umsetzung ist die genaue Planung der Bohrtiefe entscheidend. Oberflächennahe Geothermie bis 400 Meter ist ideal, wenn keine Kühlung benötigt wird. Für Quartiere, die sowohl Heizen als auch Kühlen erfordern, sind 180 bis 200 Meter optimal. Tiefe Geothermie kann bei der Erweiterung von Fernwärmenetzen relevant sein, für einzelne Quartiere bietet sie jedoch selten praktischen Nutzen.

In der nachhaltigen Quartiersentwicklung lassen sich aber nicht nur geothermische Lösungen integrieren, um eine zukunftsfähige und klimaneutrale Energieversorgung sicherzustellen. Auch Luft, industrielle Abwärme, Grund-, Fluss- und auch Abwasserwärme etc. sind hier zu nennen.

Die technischen Möglichkeiten sind da. Lassen Sie uns gemeinsam die Energiewelt der Zukunft aufbauen!

 

Der Autor
Steffen Mönch
Manager Expansion Urbane Infrastruktur & Quartiersentwicklung
EnBW Nachhaltige Quartiere GmbH