24.11.2023
Dirk Helmbrecht

Herausforderungen und Status Quo

Zukunft Bauen und Wohnen

Die Krise in der Bau- und Wohnungsbranche belastet die gesamte Konjunktur. Die nachlassende Bautätigkeit und die sinkende Nachfrage lassen die Wirtschaftsleistung weiter eintrüben. Gefragt sind Mut und weniger Bürokratie.

Bauträger, Investoren und Käufer stehen vor immensen Herausforderungen. Auch am regionalen Immobilienmarkt geht die Krise nicht spurlos vorbei.

Mit dem Ende der Nullzinspolitik brachen die Probleme über die Baubranche herein. Auf der Suche nach sinnvoller Rendite floss bislang viel Geld in Immobilien, jetzt hat sich das Blatt gewendet.

So sind jetzt auch Projektgesellschaften und Bauträger betroffen. Bundesweit wurden zahlreiche Projekte gestoppt und werden aktuell nicht weiter finanziert.
Es stehen nicht länger nur überschuldete Eigentümer und Vermieter im Fokus, sondern Bauträger und Planer und in deren Sog auch Handwerksbetriebe. Die Gründe liegen in den gestiegenen Baukosten, dem massiven Zinsanstieg und den unzureichenden Förderungen der Politik. Für unerwartete Kosten müssen Bauträger Rücklagen bereitstellen.

Auf Banken kommt jetzt eine hohe Verantwortung zu. Eine offene und vertrauensvolle Beziehung zwischen Finanzinstitut und den mittelständischen Firmenkunden sowie das Wissen um die Märkte können helfen einer Insolvenz vorzubeugen und leisten Unterstützung bei der Bewältigung der finanziellen Herausforderungen. Stabile Netzwerke helfen, wenn es zum Beispiel um die Übernahme von Projekten durch andere Bauträger geht.

Die Politik kann und muss ihren Beitrag zur Bewältigung leisten. Wohnungen, die heute nicht mehr gebaut werden, fehlen in ein bis zwei Jahren auf dem Wohnungsmarkt – die Folge wären weiter steigende Mieten und Auftragsrückgänge bei Handwerksbetrieben. Das Ziel der Ampelkoalition von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr liegt in weiter Ferne. Strenge Regulatorik zu Gunsten des Klimaschutzes verbunden mit hohen Investitionskosten wirken kontraproduktiv, wenn es um Sanierung und Modernisierung geht.

Dennoch zeichnen sich auch einige positive Entwicklungen ab: Zum ersten Mal seit langem hat die EZB die Zinsen unverändert gelassen, die Inflation verlangsamt sich. Die Preise für Baumaterialien gehen leicht zurück. Der Immobilienmarkt konsolidiert sich allmählich.

Nürnberg und die Metropolregion sind weiterhin ein gefragter Standort – bei Investoren, Arbeitnehmern und Studierenden. Manchmal braucht es Mut, damit aus Krisen Chancen werden.
Wir blicken positiv nach vorne.

Der Autor
Dirk Helmbrecht
Vorstandsvorsitzender
VR Bank Metropolregion Nürnberg eG