22.04.2022
Juliane Sakellariou

Hotelimmobilien sind mehr als nur eine Schlafstätte

Das Gastgewerbe der Zukunft mit gastfreundlichem Gesicht

Der Ruf eines Assets ist entscheidend für seinen Erfolg. Hotels haben in der Vergangenheit ein "Liebhaber"-Image, verbunden mit Freizeit, Luxus und dem guten Leben, genossen. Welche Strategie sichert "Investor's Darling" wieder die Spitze?

Die Kommunikationsspezialisten in Business mit Gebäuden der Gastlichkeit müssen sich auf den Dialog konzentrieren, um erfolgreich ihre Strategien zu platzieren. Beispielsweise die Mitglieder der "Sustainable Hospitality Alliance" verschreiben sich dem Ziel durch ihr Engagement Kunden, Unternehmen, Communities und ihre eigenen Mitarbeiter zu begeistern und inspirieren. Post-COVID ist es das erklärte ökonomische Ziel aller, das Business stärker denn je aufzubauen. Wäre es nicht fantastisch, wenn die Branche es schafft sich so aufzustellen, dass ihr Geschäft neben Profit auch Planet und Menschen bereichert? Dafür müssen alle Stakeholder es ernst meinen. Frei nach dem Motto:

"Don't Greenwash your hands in innocence."

Um authentisch diesen Schritt zu gehen, müssen Betreiber, Eigentümer und alle in der Wertschöpfungskette involvierten Unternehmen, transparent ihre abgestimmten Strategien kommunizieren. In der Vergangenheit kommunizierte manches Haus Nachhaltigkeitsstrategien, die von der Presse schonungslos als "Marketing-Attrappe" entlarvt wurden. Das schlimmste Image, das diese Branche haben könnte ist das einer Menschen ausbeutenden, Wasser und Energie verschwendenden Industrie, deren Kunden Tonnen von CO2 durch ihre langen Reisen verursachen, um dann die Strände zu vermüllen. Niemand will für eine solche Industrie arbeiten, niemand will Kunde einer solchen Industrie sein.

Warum brauchen wir Vertrauen?

Die Hotellerie lebt von ihrem guten Ruf und öffentlichen Entscheidern, die das Geschäft der Gastlichkeit unterstützen. Um vertrauenswürdig und authentisch zu sein, müssen wir glaubhaft zeigen, dass die Gemeinschaft gesellschaftlich und ökologisch von unseren operativen Wertschöpfungsketten, von der Energieversorgung, über die Gebäude bis hin zur Lebensmittelquelle im Betrieb, profitiert. Dabei ist es wichtig alle Stakeholder abzuholen, sie einzubinden, die eigenen Fehlbarkeiten und Verbesserungspotentiale aufzuzeigen und einen Plan zu kommunizieren, wie man die selbstgesetzten Ziele erreichen wird. Nur so wird Vertrauen in die Unternehmen langfristig entstehen und Vertrauen ist die neue Währung.

Wie gelingt uns das?

Im Dialog können wir alle Stakeholder auf einer Plattform zusammenbringen. Gemeinsam diskutieren, wie wir ein Umfeld kreieren, dass gastfreundlich ist für Menschen, Planet und Business. Ein paar konkrete Vorschläge? Einmal laut gedacht:

  • multi-stakeholder meetings in communities können helfen gemeinsam Ziele zu identifizieren, Strategien zu entwickeln und erste Schritte zu gehen (bspw. ein "Fair Food Forum": Welche regionalen Versorger kommen gut klar und wer hat Schwierigkeiten? Wer braucht was, um sich engagieren zu können?)
  • Co-creation Prozesse in der Planung von Umnutzung und Neubauten ("Ideen Forum": Welchen Beitrag kann ein Hotel in dem Viertel für die Menschen leisten? Bringt eine Mobility-Station mit einem Shared Service Angebot auch Anwohnern im Quartier Mehrwerte? Kann ein Hotel zur Plattform oder Concierge des Quartiers werden? Welche Geschäftsmodelle werden angenommen und sind wirtschaftlich sinnvoll?)
  • Workshops mit öffentlichen Entscheidern und Bauexperten können ermöglichen, dass im Refurbishment mit Flexibilität in den Vorgaben auch beeindruckende neue Konzepte entstehen können, die der Umwelt, den Menschen und Unternehmen zusagen.

Nur gemeinsam werden wir dem Gastgewerbe weiterhin den Platz an der Spitze als Investor's Darling sichern. Bleiben Sie neugierig und im Austausch beim Hotelimmobilien-Kongress in Frankfurt am Main im Melia am 27. + 28. Juni 2022.

Das Event zum Thema



Frankfurt am Main
27.06.2022
Die Autorin
Juliane Sakellariou
Projektleiterin
Heuer Dialog