17.02.2022
Jana Mielke
Mario Liebchen

Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck ist europaweit für das elementierte Bauen mit System bekannt.

Schneller, bezahlbarer Wohnraum

Seit fast vier Jahren gehören auch Wohngebäude zum Leistungsspektrum des Unternehmens. Mario Liebchen leitet die Goldbeck-Niederlassung Bestands- und Wohngebäude Rhein-Main und erzählt im Interview, was Goldbeck beim Bauen anders macht als viele andere.

Heuer-Dialog: Herr Liebchen, im Koalitionsvertrag hat die Ampel-Regierung den jährlichen Bau von rund 400.000 Wohnungen festgelegt. Erreichen will sie dies unter anderem mit seriellem Wohnungsbau. Was kann Goldbeck dazu beitragen?

Mario Liebchen: Die gesteckten Ziele des Koalitionsvertrags sind durchaus eine gute Basis, an die wir mit unserer systematisierten Bauweise anknüpfen können. Bis vor rund dreieinhalb Jahren haben wir hauptsächlich Hallen, Parkhäuser sowie Büro- und Schulgebäude aus industriell vorgefertigten Systemelementen realisiert. Die Erfahrung aus diesen Projekten haben wir dann auf Wohngebäude übertragen – mit Erfolg.

HD: Sie sprechen von der systematisierten Bauweise – gibt es einen Unterschied zur seriellen Bauweise?

Liebchen: Serielles Bauen ist erst einmal unabhängig von der Art des Bauens – es kann zum Beispiel Stein auf Stein oder in Modulbauweise umgesetzt werden. Wir nennen unser Bauprinzip „elementiertes Bauen mit System“. Das bedeutet: Wir stellen unsere Systemelemente seriell her, nicht aber in jedem Fall unsere Gebäude.

HD: Wie gestaltet sich die systematisierte Bauweise bei Goldbeck?

Liebchen: Wir produzieren wesentliche Bauteile in unseren eigenen Werken industriell vor und transportieren sie anschließend just in time zur Baustelle. Dort müssen sie dann nur noch montiert werden. Das gilt auch für die Realisierung von Wohngebäuden.

HD: Wo kommen diese Systemelemente zum Einsatz?

Liebchen: Das beginnt bei den Außenwandelementen und reicht bis zum Innenausbau. Wir fertigen beispielsweise auch Fertigbadmodule mit funktionsfähigem Innenausbau und liefern sie direkt zur Baustelle. Dort können sie innerhalb weniger Minuten eingehoben und montiert werden – ein großer Zeitvorteil.

HD: Gibt es weitere Vorteile?

Liebchen: Die Zeit ist natürlich generell ein entscheidender Faktor. Durch unsere Bauweise können wir Gebäude besonders schnell realisieren. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Nachhaltigkeit: Im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise fallen erheblich weniger CO2-Emmissionen an, und der Materialeinsatz ist deutlich reduziert. So verbinden wir wirtschaftliches Bauen und kurze Bauzeiten mit einer ansprechenden Architektur, hoher Qualität und Nachhaltigkeit.

HD: Wie können wir uns ein Goldbeck-Wohngebäude also vorstellen?

Liebchen: Die Basis unserer Wohngebäude sind förderfähige Grundrisse für Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, die vielfältige Konstellationen ermöglichen. Dabei sind Fußbodenheizung und eine integrierte Lüftungstechnik Standard. Unsere Grundrisse bieten jedoch viel architektonischen Freiraum und können bei Bedarf durch weitere hochwertige Ausstattungen ergänzt werden. Ziel ist es, Menschen bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum zu bieten.

HD: Wo realisieren Sie derzeit Wohngebäude?

Liebchen: Aktuell realisiert unser Team für die Kreisbau Main-Tauber eG ein dreigeschossiges Wohngebäude mit Staffelgeschoss. Auf rund 1.450 Quadratmetern Wohnfläche entstehen 21 Wohneinheiten, die von der Ein- bis zur familientauglichen Vier-Zimmer-Wohnung reichen. Alle Wohnungen verfügen über Terrasse oder Balkon sowie einen Stellplatz. Außerdem realisiert das Team der Goldbeck-Niederlassung Koblenz derzeit in Moselweiß drei Wohngebäude mit insgesamt 73 Wohnungen, die eine Wohnfläche von 36 bis 120 Quadratmetern haben. Alle Gebäude werden zudem im KFW55-Standard errichtet.

Die Autoren
Jana Mielke
Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH
Mario Liebchen
Goldbeck Südwest