07.01.2022
Sascha Klaus

Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern sie als Aufgabe anzunehmen (Joachim Gauck).

Wir alle stehen vor einer neuen Herausforderung: dem Klimawandel.

„Houston, wir haben ein Problem.“ So oder so ähnlich würde vermutlich die Crew eines Raumschiffes um Hilfe bitten, wenn unmittelbar eine Gefahr droht.

Quelle: unsplash

Wer glaubt, die Aussicht auf ein solches Schicksal sei eines, das den 587 Raumfahrer*innen der Geschichte vorbehalten sei, der irrt gewaltig.Denn wir alle stehen vor einer neuen Herausforderung: dem Klimawandel. Der nach wie vor immense CO2-Ausstoß und dessen Auswirkungen sind hier und heute bereits spürbar. Eine Reduktion des CO2-Ausstoßes ist unbedingt notwendig. Diese Herausforderung macht auch vor der Immobilienbranche nicht Halt, denn diese ist einer der wesentlichen CO2-Emittenten. Diese ist derzeit für ungefähr ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Um das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 zu erreichen, sind gigantische Gesamtinvestitionen, u.a. die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien, erforderlich (rund fünf Billionen Euro gem. einer Studie, die im Auftrag der staatlichen Förderbank KfW erstellt wurde). Die Branche steht unter einem enormen Handlungsdruck und entsprechend nachdrücklich fordern Öffentlichkeit, Investoren und Politik Anpassungen in deren Geschäftsmodellen. Die verschiedensten Stakeholder der Branche beeinflussen schon heute die Geschäftsaktivitäten der Immobilienbranche. Banken nehmen in dem Veränderungsprozess der Immobilienwirtschaft eine Schlüsselrolle ein: Sie steuern aktiv die Kapitalflüsse und sind nicht nur Teil der Immobilienbranche, sondern ihre Mitgestalter.

Die Berlin Hyp beschreitet den Pfad der Nachhaltigkeit seit mehreren Jahren, für sie ist Nachhaltigkeit bereits als zentraler Aspekt ihres Handelns und als solcher fest in ihren Unternehmenswerten und in ihrer Unternehmensstrategie verankert. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, eine aktive Rolle bei der notwendigen grünen Transformation des europäischen Gebäudesektors zu spielen und so hat sie sich u.a. zum Ziel gesetzt, den Anteil der Green Buildings in ihrem Portfolio bis 2025 auf ein Drittel zu erhöhen. Im August 2020 hat sie ihre weitreichende und ambitionierte Nachhaltigkeitsagenda veröffentlicht, die im Einklang mit den Klimazielen des Pariser Abkommens steht. Als weltweit erste Bank hat sie im April 2021 mit der Emission der ersten Nachhaltigkeitsanleihe ihre Nachhaltigkeits- und Klimaziele direkt mit ihrer Refinanzierung verknüpft und im Oktober 2021 ihr weitreichendes ESG-Zielbild veröffentlicht. Allerdings sind „grüne Finanzierungen“ kein Selbstläufer. Allein die Verfügbarkeit geeigneter Daten kann Probleme bereiten und ist mit großem Aufwand verbunden. Noch fehlt es häufig an einer verlässlichen Datenbasis, um den ökologischen Fußabdruck einer Immobilie zu bestimmen. Um Nachhaltigkeit beziehungsweise Taxonomiekonformität überprüfen, bewerten und reporten zu können, ist ein umfangreiches Datenmanagement notwendig. Eine transparente, verlässliche und aktuelle Datengrundlage benötigt eben auch eine moderne digitale Infrastruktur. Nur eine branchenweite Digitalisierung führt zu der dringend benötigten Transparenz. Aber die größte Aufgabe wird es sein, die energetische Wende auch sozialgerecht umzusetzen. Denn am Ende müssen nachhaltige Immobilien auch bezahlbar sein. Nichts wäre schlimmer, als wenn Nachhaltigkeit zu einem unbezahlbaren Luxus wird, den sich nur einige wenige leisten können.

Die Berlin Hyp begreift Nachhaltigkeit als ein ganzheitliches Konzept, das neben der ökonomischen auch die ökologische und soziale Dimension beinhaltet. Der Weg zu einer echten „grünen“ Wirtschaft ist deshalb noch lang und die wirklich schwer zu lösenden Aufgaben und Konflikte liegen noch vor uns. Gerade wenn es darum geht, politische und gesellschaftliche Ziele in wirtschaftliche Praxis zu überführen.

 

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Der Autor
Sascha Klaus
Vorstandsvorsitzender
Berlin Hyp