11.10.2021
Yvonne Seidemann

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor im Gastgewerbe

Schmilka: Vom verlassenen Grenzort zum Bio-Resort

Der kleine Ort Schmilka im Herzen der Sächsischen Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren durch die Neukonzeption als Bio- und Nationalpark-Refugium zu einem beliebten Touristen-Hotspot entwickelt.

Gründer und Geschäftsführer Sven-Erik Hitzer plant weitere Entwicklungsschritte für ein Projekt, das sich den Zeitgeist-Themen Bio, Regionalität und Nachhaltigkeit annimmt.

Schmilka verfügte bereits vor der Neukonzeption über günstige touristische Standortfaktoren: Lage im Herzen des Wander- und Kletterparadieses Sächsische Schweiz, nah an der tschechischen Grenze und gute Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz. Um sich jedoch vom Großangebot des regionalen Tourismus- und Gastrogewerbes abzuheben, verfolgt Sven-Erik Hitzer mit Schmilka ein unkonventionelles Konzept:

Alle Hotels, Pensionen und Ferienhäuser befinden sich im historischen Fachwerkhaus-Bestand, Rezeption, Gastronomie und Spa-Bereich allerdings sind in separaten Gebäuden untergebracht. Die kleinen Spazierwege und Straßen von Schmilka gestalten sich somit als Hotelflure, auf denen die Gäste zum Bio-Restaurant und den vielfältigen Sport- und Wellness-Angeboten schlendern.

Die „Hotel-Lounge“ wiederum ist der Mühlenhof im Herzen von Schmilka: Umringt von einer originalgetrau wiederaufgebauten Mühle, einem Badehaus mit Panoramasauna, Gastronomieangeboten und einer hauseigenen Braumanufaktur findet auf diesem Platz das „touristische Dorfleben“ statt.

Schmilka setzt zudem auf ein tiefgreifendes Bio- und Nachhaltigkeitskonzept, ist bio-zertifiziert (DE[1]ÖKO 006), Mitglied im Verband der Bio-Hotels sowie Bioland-Partner und Nationalpark-Partner der Sächsischen Schweiz.

Die täglich frische Bio-Vital-Küche stammt aus ökologisch angebauten, saisonalen und bevorzugt regionalen Produkten. Die Häuser sind ökologisch saniert, in den Gästezimmern werden baubiologische Standards umgesetzt: u.a. geseifte Holzböden, Naturfarben und -textilien, Naturlatexmatratzen und elektrosmogfreies Raumklima. Ökostrom wird aus regenerativen Energiequellen wie Solarenergie oder Abwärmenutzung gewonnen. Es gibt fünf Ladestationen für Elektroautos im Ort, für 2022 ist der Bau eines Bürgerkraftwerkes, das nur mit Ökostrom arbeitet, geplant. Der Traum: Eines Tages soll sich Schmilka komplett autark versorgen können.

Hitzer trifft mit seinem unkonventionellen Hotel-Konzept den Nerv der Zeit. Allein in Q3 2021 lag die Bettenauslastung bei 87%. Und auch die Zielgruppe ist bereit, angemessen für Qualität- und Nachhaltigkeit zu zahlen. „Es gibt ein Verständnis dafür, dass ein qualitativ hochwertiges Angebot auch faire Löhne für alle Beteiligten umfassen muss“, so Hitzer.

Seit 2017 holt der Unternehmer das Örtchen zudem aus seinem saisonbedingten Winterschlaf und etabliert mit dem „Winterdorf Schmilka“ ein weiters nachhaltiges Konzept im Nationalpark Sächsische Schweiz, von dem auch die anderen Gastbetriebe der Region profitieren.

 

Das Event zum Thema
Die Autorin
Yvonne Seidemann
Bio- und Nationalpark Refugium Schmilka