11.12.2020
Dr. Manfred Janssen

Branchen im Wandel

"Köln braucht auch in Zukunft attraktive Einzelhandelsangebote"

Die Corona-Krise beschleunigt den Strukturwandel in Einzelhandel und Gastronomie. Um dafür strategische Lösung zu entwickeln, bündelt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung in einem Kompetenznetzwerk diverse Akteure.

Quelle: KölnBusiness_Sebastian Trägner

Die Corona-Krise setzt dem stationären Einzelhandel stark zu – auch in Köln. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation der Branche ein?

Der stationäre Einzelhandel befindet sich schon seit einigen Jahren in einem Strukturwandel. Immer mehr Menschen kaufen Mode oder Lebensmittel im Internet. Die Pandemie hat diese Entwicklung noch einmal verschärft. Wir als KölnBusiness setzen gemeinsam mit unseren Partnern alles daran, die Branche in diesem Veränderungsprozess bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen. Denn: Köln braucht auch in Zukunft attraktive Einzelhandelsangebote – nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Veedeln.

Durch welche Services unterstützt KölnBusiness den stationären Einzelhandel?

Erst kürzlich haben wir bei der KölnBusiness ein dreiköpfiges Kompetenzteam aufgebaut, das als Scharnier zwischen den Kölner Einzelhändler*innen und der Stadt dient. Das Team unterstützt die Branche bei allen relevanten Fragen, zum Beispiel bei behördlichen Angelegenheiten oder der Suche nach einem passenden Ladenlokal in Köln. Darüber hinaus hat unser Kompetenzteam ein stadtweites Netzwerk etabliert, das die Interessen von Kommune, Einzelhandel und verschiedenen anderen Akteuren bündelt. Mit dabei sind zum Beispiel die IHK und Vertreter aus Gastronomie, Tourismus, Forschung und Privatwirtschaft. Ein Ziel dieses Austausches ist es, innovative Lösungsansätze und Zukunftsprojekte für den stationären Einzelhandel zu entwickeln. Mit diesem Weg wollen wir gezielt die Zukunftsfähigkeit, Widerstandskraft und Attraktivität von Köln fördern. Das Netzwerk leistet einen wichtigen Beitrag, um die Einzelhandelslandschaft in Köln einerseits zu erhalten und andererseits für die Zukunft fit zu machen. Gerade im Hinblick auf den Strukturwandel in der Branche ist das wichtig.

Welche Initiativen hat das Netzwerk bisher initiiert oder unterstützt?

Zum Beispiel das Pilotprojekt Local Loyality. Damit unterstützen wir Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe aus den Veedeln Rodenkirchen und Lindenthal bei der Digitalisierung. In Kooperation mit dem Startup _blaenk bieten wir drei Kölner Startups außerdem bis zum 31. Januar 2021 die Möglichkeit, ihre Produkte einem breiteren Publikum in einem Popup-Store auf der Schildergasse zu präsentieren. Für die jungen Unternehmer*innen ist das eine einmalige Gelegenheit, sich in bester Innenstadtlage zu positionieren. Das Konzept verbindet den stationären Handel mit dem Onlinehandel, belebt die Einkaufsstraße und fördert damit auch die Attraktivität des Einzelhandelsstandorts Köln.

Neben dem Einzelhandel ist auch die Gastronomie stark von der Corona-Krise betroffen. Welche Unterstützung leistet KölnBusiness hier?

Unser Expertenteam koordiniert und begleitet beispielsweise das Gesprächsformat "Kölner Gastrorunde". Darin entwickeln Akteure aus Politik, Verwaltung und Verbänden gemeinsam mit der Gastroszene Lösungen für die momentanen Herausforderungen auf lokaler Ebene. Außerdem haben wir im März 2020 mit der Kölner Agentur Railslove die Plattform veedelsretter.koeln initiiert. Über diese können Gastronom*innen Gutscheine verkaufen, die von den Kund*innen zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden können. Dies leistet einen Beitrag dazu, die Liquidität der teilnehmenden Betriebe zu sichern. Seit März konnten so mehr als 650.000 Euro ausgeschüttet werden.

Die Dienstleistungen und Informationen für Einzelhandel, Gastronomie und weitere Branchen bündelt KölnBusiness unter koeln.business/services.

Der Autor
Dr. Manfred Janssen
Geschäftsführer
KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH