13.11.2020
Juliane Sakellariou

Neues Jahr, neues Glück!

11. Immobilien-Dialog Köln

Berliner Flughafen eröffnet, Trump abgewählt und jetzt ist auch noch ein Impfstoff gefunden, es scheint, als wolle sich dieses turbulente Jahr 2020 auf die letzten Meter noch einschmeicheln.

Quelle: Heuer Dialog

Natürlich hat die Pandemie auch in der Rheinmetropole Auswirkungen und konfrontiert die Wirtschaft in diesem Jahr mit einigen Herausforderungen. Dabei war der Standort im letzten Jahr, aber auch zu Beginn 2020, stets im Aufwind.

Schon 2019 war besonders die Entwicklung am Büromarkt interessant und im Fokus zahlreicher Investoren. Nachvollziehbar, denn die traditionelle Universitätsstadt Köln liegt im Zentrum eines ganzen "Universitätshubs" mit den Hochschulen in Düsseldorf, Aachen und Bonn direkt um die Ecke. Im internationalen Wettbewerb, um die TOP-Talente, die der Wirtschaft den "Shift" in das nächste Jahrhundert ebnen werden, ist eine solche "Lerninfrastruktur" eine großartige Voraussetzung für Unternehmen, die junge Fachkräfte suchen. Die Vielfalt NRWs, auch, wenn manche Düsseldorfer und Kölner es nicht gerne lesen werden, macht das Bundesland als Investitionsstandort unheimlich stark. Er gleicht in seiner Polyzentrik der Bundesebene und besitzt damit auch eine der größten Stärken des Investitionsstandorts Deutschland als Ganzer.

Der Blick (inter-)nationaler Investoren richtet sich verstärkt seit COVID auf den "Safe Haven" Deutschland. Das zeigt sich nun in einem ganz konkreten Beispiel in der Transaktion von Jamestown. Erstmals kauft Jamestown, die von Köln aus seit 37 Jahren Immobilien in den USA erwerben, auch wieder in Europa ein. Die deutsch-amerikanische Immobiliengruppe hat dabei direkt in Köln investiert. Was für ein Statement. Das stellt sich doch die Frage:

Ein Jahr Pandemie, und jetzt?

Es ist elementar, dass wir aufarbeiten, was in den letzten Monaten am Standort in der Wirtschaft und bei den Unternehmen passiert ist. Wer sind die Profiteure und wen hat es hart getroffen? Zahlen geben uns die eine Grundlage, aber ebenso notwendig ist es, die Erfahrungen aus den letzten Monaten, beispielsweise im Verhältnis zwischen Mietern bzw. Betreibern und Eigentümern, zu analysieren. Nur so zeigt sich ein klares Bild, was wir auch im zwischenmenschlichen und kommunikativen Bereich eventuell in Zukunft anders angehen sollten.

An einigen Stellen hört man jetzt bereits, dass die Pandemie gerade Trends beschleunigt, die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnen. Wie, unter anderem, der Wandel im Handel oder auch der Trend zur "Institutionalisierung des mobilen Arbeitens".

Eigentlich könnte man diese COVID-Krise auch wie eine "Test"-Krise sehen. Sie stellt unsere Resilienz für den Ernstfall Klimakatastrophe massiv auf die Probe. Ein Thema, dass jetzt auch gerne diskutiert wird, ist eine neue "Landlust", die sich quasi als Gegenbewegung zu der starken Urbanisierung der letzten Jahre entwickelt. Klar, wer im "Lockdown" auf 30m² alleine gewohnt hat, der hatte es nicht leicht. Aber zu bedenken sollte die Nostalgie nach Ruralität, Freiheit, Wiesen und frischer Luft doch auch geben. Denn wenn wir analog zu den 70er Jahren nun die Freiflächen auf dem Land versiegeln, dann ist das Boden, den wir brauchen und zwar nicht nur zum Bauen. Boden, der unser CO² absorbiert, Boden auf dem wir unsere Lebensmittel anbauen, der Frischluftschneisen möglich macht. Boden, der Wasser absorbiert.

Warum wir jetzt eine einmalige Chance haben!

Also, ein renitenter Gedanke zur Güte: Was, wenn wir jetzt den Paradigmenwechsel anstreben können? Was, wenn wir jetzt sagen, wir wollen in einer Welt leben, in der wir CO² mindern, in dem wir Arbeitswege sparen? Wir wollen in einer Welt leben, die Sachbildung und Kreativität im Büro ermöglicht? Eine Welt, in der die Innenstädte Frischluft, Grünfläche und lebenswerte Aufenthaltsorte mit begeisternden Handelskonzepten anbietet? Was, wenn wir nicht mehr auf Nachfrage reagieren, sondern durch eben solche Projekte, die all das möglich machen, eine ganz neue Nachfrage generieren können?

All dies und noch viel mehr wollen wir beim Immobilien-Dialog Köln im Januar diskutieren. Seien Sie auch mit dabei, digital, vor Ort, wie es Ihnen am liebsten ist. Netzwerken, zuhören und diskutieren können Sie auf beiden Ebenen. Wie eine solche hybride Veranstaltung aussieht, sehen Sie vor Ort oder rufen Sie gerne an und tauchen Sie mit uns in eine völlig neue, aber fabelhafte Welt des Gedankenaustauschs ein.

Eins bleibt wie immer: Wir freuen uns auf Sie.

Die Autorin
Juliane Sakellariou
Projektleiterin