15.10.2020
Yvonne Traxel

Eine Assetklasse im Höhenflug durchlebt die erste Krise! Was bleibt danach?

Temporäre Wohnwelt hat sich nach Covid-19 gedreht

Die Assetklasse Temporäres Wohnen ist besonders. Sie vereint ganz unterschiedliche Zielgruppen, Serviceleistungen und Nutzungskonzepte.

Quelle: shutterstock.com

Bislang galt für alle diese Immobilien sowohl aus dem wohnwirtschaftlichen wie gewerblichen Segment, dass sie gut im Markt etabliert sind und ihnen die Kunden nur so zufliegen. Nach Covid-19 ist die Welt eine andere geworden. Studenten verfolgen ihre Vorlesungen digital, Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und die Reisetätigkeit ist erheblich zurückgegangen. Das spüren auch die Betreiber von Temporärem Wohnen. In welchem Umfang hängt nun stark davon ab, wie resilient die Immobilie mit dem passenden Nutzungskonzept an einem bestimmten Standort ist.


Reifeprozess für Temporäres Wohnen hat begonnen

Der Markt für Temporäres Wohnen durchlebt also die erste Krise. Das ist zunächst einmal ein normaler Vorgang und auch notwendig, um als Assetklasse zu reifen und gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Nicht jedes Konzept wird überleben, aber die Learnings werden jetzt gemacht und führen langfristig zu einer größeren Stabilität im Markt. Investoren, Betreiber und Entwickler machen ihre Erfahrungen, was wirklich gut funktioniert und welche Konzepte Anpassungsbedarf haben. Insofern gilt es, jetzt die Chance für Neupositionierungen zu erkennen und sich auf nachhaltige Wohnkonzepte zu konzentrieren.

 
Der Innovationszug rollt

Social Distancing lässt sich auf Gemeinschaftsflächen nur bedingt einhalten. Wie stellen sich Betreiber von Studentenwohnheimen und Coliving-Konzepten darauf ein? Gibt es digitale Alternativen und welche Rolle spielt die Digitalisierung bei Temporärem Wohnen in der Zukunft? Zweifellos ist die Immobilienbranche nun hellwach und begreift den Innovationsschub, der sich durch Covid-19 in rasantem Tempo vollzieht. Inwieweit Entwickler auf diesen Zug aufspringen oder dieser an ihnen vorbeirollt, wird spannend sein, zu beobachten.

 
Markttransparenz ist das A und O

Unabhängig von der aktuellen Situation bleibt es wichtig, die Markttransparenz bei Temporärem Wohnen weiter voran zu treiben. Denn gerade die Vielfalt an Marken, Begriffen und Konzepten sorgt nach wie vor für Verwirrung. In den letzten Jahren sind einige Entwickler angesichts der langanhaltenden Erfolgswelle auch in unbekannte Terrains vorgestoßen und haben immer mehr neue Konzepte ausgerollt. Es ist eine Herausforderung, die Zahlen und Fakten überregional zusammenzustellen und einen Gesamtüberblick über Serviced Apartments, Mikrowohnen, Coliving und Studentenwohnen zu geben. Doch genau das braucht der Markt, um die richtigen Entscheidungen für künftige Investments zu treffen.

Alles Wissenswerte zum Markt erhalten Sie beim 4. Jahreskongress Temporäres Wohnen am 20. und 21. Januar 2021 in Düsseldorf: www.heuer-dialog.de/11059

Die Autorin
Yvonne Traxel
Senior Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH