10.09.2020
Klaus Franken
Yvonne Traxel

Eine Studie bringt Licht ins Dunkel

Quartiere, die Assetklasse der Zukunft

Quartiere sind nicht nur Vorreiter in Sachen Klimaneutralität, sie sind auch ein stabiles Investment. Warum sie die Zukunft des Marktes bestimmen werden, erläutert Klaus Franken, CEO von Catella Project Management, im Interview.

Quelle: ingenhoven architects HGEsch

Heuer Dialog: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der Quartiersstudie?
Klaus Franken: Wir haben immerhin 564 Quartiere in Deutschland gezählt, die meisten in City-Lagen. Interessant ist, dass dies nicht nur die TOP 5 Städte betrifft, ca. die Hälfte der Quartier befinden sich in kleinen Städten. 152 Quartiere sind derzeit im Bau. Das entspricht einem Investitionsvolumen von ca. 35 Mrd. Euro. Im Schnitt umfassen diese Projekte ca. 79.000 m².

HD: Warum spielen Quartiere immobilienwirtschaftlich in einer anderen Liga?
Franken: Quartiere sind so etwas wie das Triple im Fußball, denn hier müssen alle Qualitäten miteinander verwoben werden. In der Herstellung anstrengend, aber dafür erhält man ein höchst stabiles Investment, das seinesgleichen in Sachen Sicherheit und Zukunftsfähigkeit sucht. Das Quartier schafft sich seine eigene Lage und steht für maximale Risikodiversifizierung u.a. aufgrund der Nutzungsmischung.

HD: Warum gelten Quartiere als besonders zukunftsfähig und krisenresistent?
Franken: Die „15-Minuten-Stadt“ ist nicht erst seit Corona beliebt. Alle Lebensfunktionen sind im Nahbereich abgebildet: Wohnen, Arbeiten, Einkauf, Erholung, Kultur, Sport, etc. – das spart das Ölsardinengefühl in der S-Bahn oder gar das eigene Auto.

HD: Mobilität und Immobilien scheinen im Wortsinn nicht miteinander zu tun zu haben?
Franken: Ganz im Gegenteil. Ein Quartier bietet die Chance Mobilität für die Nutzer neu zu definieren. Dabei sollte man beachten, dass die Kosten für Mobilität nach dem Wohnen die Haushalte am stärksten belastet. Mit der zentralen Lage, ÖPNV, Sharing-Angeboten, City-Logistik und Mobilitäts-HUBs werden die privaten Mobilitätskosten gesenkt und umso mehr ist unsere Mieteinnahme gesichert.

HD: Verdichtung und Klimawandel belasten die Städte, was können neue Quartiere leisten?
Franken Wir realisieren die beiden größten Klimaquartiere in NRW. Aufgrund der Größe der Quarteire können ganzheitliche Konzepte umgesetzt werden, die CO2-freie Neubauten ermöglichen. Da die Klimaziele in der Bestandssanierung kaum einzuhalten sein werden, müssen wir im Neubau die maximalen Möglichkeiten ausschöpfen. Auch deshalb sind Quartiere die Vorreiter und werden die Zukunft des Marktes bestimmen – mit garantiert attraktiven Mieteinnahmen.

HD: Herr Franken, vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Yvonne Traxel.

Das Event zum Thema
Die Autoren
Klaus Franken
Geschäftsführer
Catella Project Management GmbH
Yvonne Traxel
Senior Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH