04.09.2020
Juliane Sakellariou

Alles Neue macht der November

Ärmel hoch, Blick nach vorne: Rhein-Main hat viel vor

"Ist ja schon klasse, wenn man einen weltweit bekannten und gut organisierten Flughafen so ganz in seiner Nähe hat.", so oder so ähnlich hat sich mit Sicherheit jeder Berufstätige, der viel reist in der Region Rhein-Main schon mal geäußert.

Überhaupt, so zeigt die aktuelle Studie von PWC zum Rhein-Main-Gebiet, fühlen sich im Schnitt 9 von 10 befragten Bürgern hier sehr wohl. In Zahlen heißt das: "Neben der Verkehrsinfrastruktur (76%) und kulturellen Angeboten (76%) sind die meisten auch mit dem Arbeitsmarkt (67%) durchaus zufrieden. [...] Mehr als ein Drittel der Zuzieher kam aus beruflichen Gründen.".

No home, no business.

Ergo: Keine Sorgen für die Region trotz Pandemie und eventueller Rezession am Horizont? Naja. Tatsächlich ist die Zufriedenheit und Nachfrage in der Metropolregion auch die große Herausforderung. Die meisten Befragten gaben in der Studie an, dass es "Glückssache" sei in der Stadt eine bezahlbare Wohnung zu finden und damit sind wir schon beim "Kasus Knacksus" und dem neuralgischen Punkt in der weiteren Entwicklung an Rhein und Main. Denn, jeder zweite würde bei einer saftigen Mieterhöhung (oder in der aktuellen Lage: bei signifikanten Gehaltseinbußen) über einen Job- und damit einen Standortwechsel nachdenken. In einer Zeit in der der Wettstreit um die Fachkräfte allerhöchstens pausiert ist, ist das ein Alarmsignal für die Produktivität der Wirtschaft vor Ort. Sollten die Unternehmen nun Wohnungen statt Dienstwagen anbieten, um ihre Leute zu halten? Dabei waren doch erst viele so froh ihre letzten ungeliebten Werkswohnungen los zu werden. Geht es nicht auch bequemer mit einem "Wohn-Zuschuss"? Wie hält man sich den Mitarbeiter, der jetzt so wichtig ist, um die Geschäfte am Laufen zu halten?

To "pendel "or not to "pendel? Das ist hier die Frage.

Neben bezahlbaren Mieten (55%) identifiziert die Studie auch die Länge des Arbeitswegs als wichtigstes Merkmal bei der Wahl des richtigen Arbeitgebers (45%). Lässt sich durch die Erfahrungen der letzten Monate hier ein neues Zeitalter einläuten und wie lässt sich vermeiden, dass die Städte "nur noch" Heimat von Gutverdienern sein können. Bringen die letzten Monate vielleicht auch eine neue/alte Landlust auf den Plan? Sollte dem so sein, rückt das Thema "Supply-Chain-Management" nur noch weiter in den Fokus der Entscheider auf kommunaler Ebene. Denn wir haben nun alle gelernt, dass die Sorge um stockende Versorgung im Ernstfall zu unbequemen Engpässen in der Klopapier- oder Mehlbeschaffung führen kann. Wie gehen wir diese Herausforderung an ohne unsere Straßen und damit unsere Umwelt noch stärker zu belasten? Kann man das Thema auch einfach unter den Teppich, ähm, unter die Erde kehren? Wenn ja, wie?

Vielleicht geht das mit dem unter die Erde legen ja auch mit Zügen und dann in einem Pilotprojekt, das beweist, dass staatliche Großprojekte nicht ein Jahrzehnt beanspruchen müssen? Was da wohl für spannende innerstädtische Flächen frei werden... Sie sehen, es bleibt sehr spannend. Fakt ist: 61% der von PWC befragten fühlen sich in der Region verwurzelt. Verständlich. Eine gute Basis für eine starke Zukunft gemeinsam mit diesen Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen an Rhein und Main. Sie sind neugierig, wie andere Entscheider der Branche und der Kommunen diese Themen angehen und was die DB in Frankfurt am Hauptbahnhof plant? Auch verständlich. Beim Immobilien-Dialog Metropolregion Rhein-Main erfahren Sie mehr und natürlich, zeitgemäß können Sie das alles virtuell oder auch persönlich in Erfahrung bringen und diskutieren. Wir freuen uns auf Sie.

Die Autorin
Juliane Sakellariou
Projektleiterin
Heuer Dialog