13.08.2020
Yvonne Traxel

Die Zukunft des Modulbaus

Modulares Bauen bietet Qualität

Inzwischen habe ich mir einige Projekte, die in modularer Bauweise erstellt wurden, angesehen und bin begeistert, wie großartig sich einige Gebäude in den Städten präsentieren.

Smiley. Design: Studioninedots. Photo: Peter Cuypers

Sie sind zum Teil so gut in die Umgebung eingepasst und bieten durch die individuelle Fassadengestaltung auch etwas für das Auge, dass ich niemals auf den Gedanken gekommen wäre, dass sich Modulbau dahinter verbirgt. In Punkto Kreativität können wir uns von unseren niederländischen Nachbarn allerdings noch eine Scheibe abschneiden finde ich. Hier werden innovative Gebäude erstellt wie ich sie bei uns noch nicht gesehen habe.

Modulbau hält mit dem konventionellen Bauen mit

Was der Modulbau dem konventionellen Bauen voraushat, sind die Termintreue und Schnelligkeit bei der Fertigstellung sowie die Flexibilität bei der Umnutzung, Erweiterung und dem Rückbau. So kann z.B. ein Hotel, was nicht mehr nachgefragt wird, zügig in einen Verwaltungsbau oder in eine Schule umgewandelt werden. Was die Wirtschaftlichkeit der Projekte anbetrifft, gibt es unterschiedliche Ansichten. Einige Marktteilnehmer sind der festen Überzeugung, dass die Gebäude aufgrund der hohen Vorfertigung um einiges kostengünstiger zu errichten sind. Fragt man dazu Modulbauer, weisen diese die Behauptung zurück und bekräftigen im Gegenteil, dass der Modulbau aufgrund seiner Vorzüge gleichwertig und damit auch preislich auf einem Level zu sehen ist. Das leuchtet mir ein! Zudem wird viel Arbeit in die Entwicklung und Forschung für den Modulbau gesteckt und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Umweltbewusstsein als Beschleuniger für modulares Bauen

Immer mehr Kommunen und Städte sehen in dieser Bauweise den Vorteil, schnell und ohne große Lärmbelästigung für mehr günstigen Wohnraum zu sorgen.

Wenngleich Investoren den Modulbau bislang nicht wirklich auf dem Radar haben, bin ich überzeugt, dass der Trend zum Holz-Hybridbau und das gestiegene Umweltbewusstsein dem Modulbau insgesamt zu mehr Auftrieb verhelfen wird. Wir werden es uns künftig nicht mehr leisten können, Immobilien für die nächsten 50 Jahre zu bauen, da sich die klimatischen wie gesellschaftlichen Vorzeichen und damit die Ansprüche der Menschen immer schneller ändern.

Mehr Miteinander in der Branche

Angesichts des enormen Zukunftspotenzials, was die Modulbaubranche sowie Systemhersteller haben, wäre eine engere, partnerschaftliche Zusammenarbeit wünschenswert. Großaufträge ließen sich im Schulterschluss besser meistern. Die Branche ist in weiten Teilen mittelständisch geprägt und wird mit zunehmendem Interesse an ihren Produkten an die Grenzen der Kapazitätsauslastung kommen. Konkurrenz ist gut, Partnerschaft ist besser. Das sollte das Motto der Zukunft sein.

Einschätzungen, welchen Stand das modulare Bauen in einigen Jahren haben wird, erfahren Sie bei dem Jahreskongress „Modulares Bauen der Zukunft“ am 28. und 29. Oktober 2020 in Leipzig: www.heuer-dialog/11064

 

 

Die Autorin
Yvonne Traxel
Senior Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH