31.03.2020
Olaf Bade

Nachhaltig Wohnen auf Zeit durch Modulbau

Nachhaltiges, temporäres Wohnen

Temporäres Wohnen liegt im Trend und das nicht nur dank Studentenwohnheimen und Seniorenwohnanlagen. Beispielsweise nehmen auch immer mehr Pendler das Wohnen auf Zeit Angebot wahr. Doch was geschieht, wenn das Gebäude nicht mehr benötigt wird?

Quelle: Jan Snel GmbH

Im schlimmsten Fall steht es leer oder wird abgerissen – nicht sehr nachhaltig. Dabei muss sich gerade vor dem Hintergrund der anhaltenden Klimadebatte auch die Baubranche der Diskussion bezüglich ihrer Nachhaltigkeit stellen. Gerade bei der Verwendung von wiederverwertbaren Baustoffen und dem Rückführen von Baumaterialien in den natürlichen Kreislauf hat die Branche Nachholbedarf. Der Modulbau bietet hier eine klare Alternative mit deutlichen Vorteilen, denn er steht für eine Kreislaufwirtschaft, die mit Materialien und fertigen Elementen nachhaltig umgeht. Gleichzeitig bietet Modulbau gegenüber dem klassischen Bau noch weitere Pluspunkte, die nicht zu unterschätzen sind, darunter eine deutlich schnellere Errichtung von Gebäuden und mehr Flexibilität in ihrer Skalierung.

 

Cradle-to-Cradle mit Modulbau

Die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft gilt als einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Baubranche. Rohstoffe sowie fertige Produkte werden hierbei wiederverwendet, was zu einem schonenden Umgang mit Ressourcen führt. Dabei ist die Bandbreite der wiederverwendeten Produkte groß: von Fensterrahmen über Duschkabinen bis zu Waschbecken kann alles erneut verwendet werden. Damit dieses große Potential auch genutzt wird, gilt es bereits beim Bau den Kreislaufgedanken miteinzubeziehen. Bei Modulbauspezialisten wie Jan Snel passiert das ganz automatisch, denn die einzelnen Module sind flexibel in ihrer Nutzung, lassen sich in kurzer Zeit wieder abbauen und an anderer Stelle erneut einsetzen. Bedingt durch den Trend zum temporären Wohnen verändert sich der Bedarf an Wohnraum schnell und ständig. Hier kann Modulbau viel bewirken. So kann ein Studentenwohnheim schnell und einfach in eine Seniorenwohnanlage umgewandelt werden oder ein leerstehendes Bürogebäude wird in einer anderen Stadt zu einer dringend benötigten Schule. Doch nicht nur im Hinblick auf den Materialeinsatz ist Modulbau deutlich nachhaltiger, auch beim CO2-Ausstoß kann das Verfahren punkten: Jan Snel hat beim Bau der eigenen neuen Büros auf dem Firmengelände in Montfoort zahlreiche Materialien wiederverwendet und konnte so mehr als 50 Prozent CO2 gegenüber einem Bau mit ausschließlich neuen Modulen einsparen. Beeindruckend ist auch der direkte Vergleich zwischen einem neu produzierten und einem „recycelten“ Modul. Ausgehend von der Standardgröße von 3x6 Metern werden beim Neubau eines Moduls ganze 3,18 Tonnen CO2 produziert, während dank der erneuten Nutzung der Tragkonstruktion nur noch 1,49 Tonnen CO2 entstehen, also 53 Prozent weniger – und das bei nur einem einzigen Modul.

 

Nachhaltigkeit über Material und Bau hinaus

Die Modulbauweise bringt bereits viele Vorteile in punkto Nachhaltigkeit mit sich, trotzdem müssen entsprechende Anbieter über den Tellerrand hinausblicken und auch in anderen Bereichen nachhaltiges Wirtschaften implementieren. Klar definierte, realistische Ziele helfen, die Veränderungen nachzuvollziehen und zu messen. Auch Jan Snel hat sich solche Ziele gesetzt: Bis 2023 soll das Fabrikgelände konstant nachhaltiger werden, der CO2-Ausstoß um weitere fünf Prozent sinken. Darüber hinaus sollen mindestens 70 Prozent aller eingesetzten Materialien nachhaltig und in der Kreislaufwirtschaft einsetzbar sein. Ambitionierte Ziele, die am Ende nicht nur dem Unternehmen, sondern vor allem dem Planeten zugutekommen.

Der Autor
Olaf Bade
Manager Deutschland
Jan Snel GmbH