13.12.2019
Gitta Rometsch

Von Stadtentwicklungskonzepten und Nachverdichtung

Frankfurt wächst nicht nur in den Himmel

Frankfurt - die Geburtsstadt von Goethe, die Heimat von unzähligen Banken, der Gastgeber so vieler Messen, der Eigentümer einer einzigartigen Skyline und das Zuhause von über 750.000 Bürgern. Das und noch vieles mehr macht Frankfurt einzigartig.

Quelle: Heuer Dialog GmbH

Wer hier lebt, weiß, was die Stadt zu bieten hat, denn genau deswegen ist man ja schließlich hierhergezogen. In den letzten 10 Jahren kamen durchschnittlich 10.000 neue Bürger pro Jahr nach Frankfurt, um ein neues Leben zu starten. Wieso denn auch nicht - die Stadt scheint von Jahr zu Jahr an Attraktivität zu gewinnen, denn dieser Bevölkerungswachstum kurbelt die Wirtschaft an, wodurch wiederum neue Perspektiven entstehen. Kein Wunder also, dass Frankfurt unter der 5-Prozent-Marke bleibt, wenn es um die Arbeitslosigkeit geht.

 „Hammersbald?“

Die Stadt wächst und wächst und wächst - eine Ende ist nicht in Sicht, zum Glück. Jedoch stellt man sich dann die Frage: Geht es noch, Frankfurt? Diese Frage hat man sich bereits vor ein paar Jahren gestellt, aber siehe da, die Stadt ist immer noch unaufhörlich am Wachsen. Hohe Nachfrage, zu Neige gehenden Konversionsflächen: vor allem soll mit den unzählig neuen Quartiers-Bauprojekten der Wohnraumnot geholfen werden - das Ganze natürlich so bezahlbar wie möglich, denn genau da mangelt es in Frankfurt.

Wie viel Nachverdichtung ist zu viel Nachverdichtung?

 Um Wohnraum zu schaffen, ist die Nachverdichtung kein einfaches Mittel. Risikoreiche, bauliche Hürden, die erwünschte Nachhaltigkeit, die große Belastung an Bestandshäusern und ihren Mietern, die dementsprechend benötigte Infrastruktur - das sind nur ein paar der Herausforderungen, die die Stadt wagen muss. Das Stadtentwicklungskonzept 2030+ sieht vor, dass eine Aufstockung und Nachverdichtung 60 Prozent der neuen Wohnungen schaffen sollen, vor allem im mittleren Norden von Frankfurt. Durch eine bessere Nutzung des Gewerbegebiets Sossenheim/Rödelheim soll mehr Platz für Firmen geschaffen werden. Zusätzliche Wohn- und Gewerbeflächen sollen in Griesheim und Nied entstehen.

Dr. Konstantin Kortmann, Head of Residential Investment JLL, blickt da aber positiv auf Frankfurt : „Frankfurt mit seiner hervorragenden Infrastruktur war schon lange die heimliche Hauptstadt Deutschlands, besonders in der Finanzindustrie – durch die Urbanisierung, Nachverdichtung und die ambitionierten Entwicklungen ist es auch bei den weichen Faktoren heute eine der dynamischsten deutschen Städte.“

Nichtsdestotrotz bleibt die Frage, ob die Stadt durch diese Nachverdichtung an Lebensfähigkeit verliert, denn: durch eine zu dichte Aufstockung bleibt uns vielleicht die Luft zum Atmen weg.

Alles in Maßen und nicht in Massen also.

Frankfurt hat viel vor und wie es aussieht, ist ein Stadt-Wachstumsstop in naher Zukunft zum Glück nicht in Sicht. Bleibt also abzuwarten, ob die allseitige Nachfrage gesättigt werden kann.

Das Event zum Thema
Die Autorin
Gitta Rometsch
Geschäftsführerin
Heuer Dialog GmbH