27.09.2019
Yvonne Traxel

Die heute noch als Nische bekannte Bauweise zeigt uns, wie es geht!

Modulares Bauen punktet vor allem in Sachen Qualität und Nachhaltigkeit

Die Modul- und Systemherstellerindustrie professionalisiert sich immer mehr. Sie hat erkannt, dass der Bedarf an flexiblem, schnellem und hochwertigem Modulbau auch in Zukunft weiter steigen wird. Dies birgt zahlreiche Chancen für die Branche.

Modulbau bleibt auf der Zielgeraden

Großprojekte wie der Berliner Flughafen und die Elbphilharmonie haben gezeigt, wie massiv die Baukosten und der Zeitplan für die Projektfertigstellung aus dem Ruder laufen können. Das ist beim Modulbau anders. Zwar ist der Aufwand für die Vorfertigung höher, aber das hat den großen Vorteil, dass die Bauzeiten eingehalten werden und die Baukosten sehr gut kalkulierbar sind. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Modulbau günstiger als der konventionelle Bau ist. Denn auf der Baustelle müssen die Fliesen immer noch zurechtgeschnitten und angepasst werden.

Aber: Zeit bedeutet auch Geld. Und unter diesem Gesichtspunkt ist der Modulbau unschlagbar.

(Klima-)Wettbewerb der Materialien

Ob Holz, Stahl oder Beton, alle Baumaterialien haben ihre Berechtigung in der spezifischen Gebäudenutzung. In jüngster Zeit kommt dem Holzhybridbau eine immer größere Bedeutung zu, denn er bindet CO2 und kommt dem Ziel der Klimaneutralität daher näher. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Baumaterialien bewerten die Modulherstellern naturgemäß sehr unterschiedlich. Fest steht, dass der Modulbau flexibel ist und allein aufgrund der Wiederverwertbarkeit einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. So wird z.B. der amerikanische Pavillon der Expo 2015 in Mailand als Modul wiederverwertet und am DigitalCampus Hammerbrooklyn in Hamburg eingesetzt.

Modulare Qualitätsimmobilien schaffen

Derzeit arbeitet die Branche der System- und Modulbauindustrie intensiv an der Etablierung von Standards. Längst sind die Vorurteile, serielles und modulares Bauen sehe immer gleich aus, widerlegt. Individualität in Serie ist möglich und braucht bestimmte Standards, die letztlich zu einer verlässlichen Qualitätsimmobilie führen. Wie diese Standards aussehen, für welche Nutzungsarten sie anwendbar sind und wo sie sich durchsetzen werden, ist derzeit noch offen. Vermutlich werden wir erste Ergebnisse im gewerblichen Segment sehen, da die Ansprüche beim Wohnen sehr hoch sind, was die Standardisierung erschwert. Wenn sich die Preisschraube allerdings weiterhin nach oben dreht, ist es gut möglich, dass sich z.B. beim Studentenwohnen Standards schneller herausbilden werden.

 

Mehr dazu erfahren Sie beim Jahreskongress Modulares Bauen der Zukunft am 4. und 5. Dezember 2019 in Nürnberg. Die Besichtigung des Maxmoduls von Max Bögl findet am Vorabend statt.

 

Die Autorin
Yvonne Traxel
Senior Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH