26.09.2019
Bernd Möller MRICS

Zahlreiche Bauprojekte verhelfen der Hansestadt zu neuem Glanz – noch liegen die Spitzenmieten unter dem Bundesdurchschnitt

Bremens Immobilienmarkt zeigt sich innovationsfreudig

Einige der derzeitigen Bauprojekte sind vielversprechend, innovativ und verhelfen der Hansestadt zu mehr Attraktivität als moderner Wohn-, Arbeits- und Shoppingstandort.

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Bremen ist weitläufig bekannt durch die Stadtmusikanten sowie die UNESCO Weltkulturstätten Roland und Rathaus. Doch die Stadt an der Weser ist viel mehr als das – sie gewinnt kontinuierlich neue Einwohner, die Wirtschaftsleistung steigt und die Arbeitslosenquote sinkt. Zudem ist Bremen auf dem besten Weg zum Innovationsstandort. Es entwickelt sich eine lebendige Startup-Szene und Automobilhersteller wie Mercedes oder Borgward wählen die Stadt an der Weser als Standort für ihre E-Auto-Produktion. Gleichwohl befindet sich Bremen nach wie vor im Strukturwandel von der maritimen Hochburg im Schiffbau hin zum Wissenschafts- und Technologiestandort. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung verbucht das kleinste Bundesland die deutschlandweit höchste Arbeitslosenquote. Die öffentliche Verschuldung zwingt den Senat zum Sparen und bundesweite Vergleiche sehen das Bildungssystem regelmäßig auf den hinteren Rängen.

Ähnlich ambivalent ist auch die Situation am Bremer Immobilienmarkt. Derzeit stehen weitreichende Entwicklungen und Projekte an, die den Anspruch als Innovationsstandort stützen. Mit einem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro steht die City vor einer umfassenden Neuausrichtung. Dazu zählen der Lloydhof und das dort geplante Lebendige Haus oder der Neubau des Johann-Jacobs-Hauses. Hinzu kommen ganzheitliche Quartiere wie das Kellog-Areal oder das Sparkassenareal am Brill, die modernes Leben, Arbeiten und Einkaufen versprechen. Hinsichtlich der Spitzenmieten liegt die Stadt aber noch spürbar unter dem Bundesdurchschnitt.

Der Bremer Büroimmobilienmarkt folgt zwar dem deutschlandweiten Trend steigender Mieten, zeigte gleichwohl in den vergangenen Jahren eine geringere Dynamik. Mit 13,20 Euro je Quadratmeter lag die Spitzenmiete 2018 unter dem Durchschnitt sowohl norddeutscher als auch bundesweiter Oberzentren – zehn Jahre zuvor befand sie sich noch oberhalb des Vergleichswerts. Bemerkenswerterweise ist es nicht die Innenstadt, in der die höchsten Mieten zu erzielen sind. Vielmehr liegen attraktive Büroobjekte in der Peripherie wie der Airport City, dem Technologiepark oder der Überseestadt.

Auch der Einzelhandel hat sich gemessen an der touristisch attraktiven Innenstadt und einem großen Einzugsgebiet nur verhalten entwickelt. Die Spitzenmiete liegt mit 130 Euro je Quadratmeter rund vier Euro unter dem Durchschnitt bundesweiter Oberzentren. Der Grund hierfür liegt insbesondere im ausgeprägten Wettbewerb mit peripheren Einkaufs- und Fachmarktzentren wie dem Roland-Center oder dem Weserpark.

Das Wohnungsangebot in Bremen wurde in der Vergangenheit um attraktive Entwicklungen in der Überseestadt, der Altstadt sowie auf dem Stadtwerder erweitert. Vor dem Hintergrund steigender Einwohnerzahlen entwickelte sich der Markt dynamisch, jedoch mit 40 Prozent Mietsteigerungen binnen zehn Jahren ebenfalls leicht unterdurchschnittlich. Die durchschnittliche Erstbezugsmiete hat 2018 11,20 Euro je Quadratmeter erreicht und liegt damit auf gleichem Niveau wie die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel.

Noch zählt Bremen demnach nicht zu den dynamischsten Städten der Republik. Doch es steckt eine Menge Bewegung im Immobilienmarkt an der Weser. Einige der derzeitigen Bauprojekte sind vielversprechend, innovativ und verhelfen der Hansestadt zu mehr Attraktivität als moderner Wohn-, Arbeits- und Shoppingstandort.

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Der Autor
Bernd Möller MRICS
Regionaldirektor
DZ HYP