19.08.2019
Michael Ehret FRICS

Zutaten für die Planung und Realisierung eines funktionierenden mischgenutzten Quartiers

Revitalisierung – Form follows function, future and fellowship

Nach fast 25 Jahren Leerstand gelang es ehret+klein in Zusammenarbeit mit Oliv Architekten und Generalunternehmer Hagenauer aus der einstigen Ruine in der Fürstenrieder Straße 21 im Münchner Stadtteil Laim ein mischgenutztes Gebäude zu schaffen.

Quelle: ehret+klein; Urheber: Christine Dempf

Wer vor zwei Jahren an der Fürstenrieder Straße 21 entlangfuhr, konnte das verfallende ehemalige Kaufhaus Beck „bewundern". Seit 1991 stand das Gebäude leer und zerfiel zunehmend. Einige der Leserinnen und Leser aus dem Raum München erinnern sich vielleicht noch an Laims „Schandfleck". In den vergangenen 25 Jahren wechselten die Eigentümer, aber aus den vielen Ideen für neue Nutzungen wurde nie etwas.Bei Beauftragung von ehret+klein galt die Revitalisierung des ehemaligen Kaufhauses Beck als nur schwer umsetzbar – mehrere Projektentwickler und Investoren hatten sich an das Gebäude herangetraut, leider erfolglos. Das marode Gebäude war nicht nur für die Nachbarschaft ein ewiges Ärgernis, auch die Stadtverwaltung setzte wenig Hoffnung beim erneuten Anlauf eines Projektentwicklers – warum hätte es bei ehret+klein anders laufen sollen?

Doch es kam tatsächlich anders. Warum? Lassen Sie es mich mit form follows function (engl. „Form folgt Funktion“) und der Erweiterung um „future and fellowship“ (engl. „Zukunft und Gemeinschaft“) erklären:

Form follows function: Orte verstehen

Mit Schließung der Baulücken und der giebelständigen Verbindung zu den Nachbargebäuden existiert nun eine harmonische und geschlossene Fassade in der Fürstenrieder Straße im Münchner Stadtteil Laim. Bei der Revitalisierung ging es uns aber nicht in erster Linie um eine optische sondern vor allem um eine funktionale Aufwertung.

ehret+klein sucht die beste Lösung für den jeweiligen Ort. Dafür schauen wir uns genau an, wie der Standort „gestrickt“ ist. Welche Bedürfnisse und Wünsche liegen jetzt – aber auch in den kommenden Jahren – vor? Welche Nutzungsart ist an einer vielbefahrenen Straße wie an der Fürstenrieder Straße sinnvoll? Was möchten die Anwohner? Macht ein Kaufhaus in der heutigen Zeit noch Sinn? In einer wachsenden Stadt, in der auf der einen Seite fehlende Nahversorgung sowie auf der anderen Seite Nachverdichtung zentrale Bürgerthemen sind, galt und gilt es, behutsam auf die Gegebenheiten einzugehen. Aus diesem Grund erarbeiteten wir unter Einbeziehung von Bezirksausschuss und Stadtrat sowie im Gespräch mit den Anwohnern eine gemeinsame Vision eines mischgenutzten Quartiers.

Fellowship: Zusammenarbeit

Die beste Lösung findet man nicht im Alleingang. Neben unseren sehr engagierten Mitarbeitern hatten und haben wir spezialisierte Partner, die, wie wir, Herzblut investieren und die richtige Dynamik mitbringen. Der Planungs- und Umbauprozess der Fürstenrieder Straße erfolgte in enger Abstimmung mit den Architekten von Oliv Architekten, Generalunternehmer Hagenauer, Genehmigungsbehörden und Anwohnern. Dies trug maßgeblich zur zügigen und erfolgreichen Projektrealisierung bei.

Future: Heute schon an morgen denken

Eine gute Lösung soll nicht nur für eine Saison halten sondern weit darüber hinaus. Wir bauen Immobilien für ein ganzes Jahrhundert – Erbstücke eben. Aus diesem Grund denken und handeln wir nachhaltig und langfristig. Als Projektentwickler treibt uns die Frage an: Wie wollen sich Menschen zukünftig versorgen? Wie sehen der passende Standort und das Angebot im Quartier der Zukunft aus? Und wann ist ein Quartier nachhaltig und langfristig erfolgreich?Hier sehen wir viel Potenzial in Mischquartieren. Sie bieten attraktive Lebens- und Arbeitsräume, weil sie verschiedene Nutzungen, wie Gewerbe, Wohnen und Handel, auf kurzen Wegen vereinen und sich gegenseitig stärken.

Ein mischgenutztes Quartier war und ist auch unser Ansatz für die Fürstenrieder Straße: Seit Ende 2018 befindet sich im ehemaligen Kaufhaus Beck-Gebäude ein Supermarkt mit Gastronomie-Angebot im Erd- und Obergeschoss. Großzügige Büroeinheiten im „Light Industrial Style“ liegen in den Geschossen darüber.

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Der Autor
Michael Ehret FRICS
Geschäftsführender Gesellschafter
ehret + klein