21.03.2019
Kornell Otto

Stay KooooK die neue Eigenmarke der SV Hotel AG

Nischenmarkt Extended Stay

Was einen erfolgreichen Franchisenehmer dazu bewegt eine eigene Marke zu entwickeln und warum es selbst in der Extended-Stay-Nische noch Nischen gibt.

SV Hotel AG

Temporäres Wohnen oder auch neudeutsch "Extended-Stay" ist mittlerweile in aller Munde. Die Vorteile einer Wohnung auf Zeit liegen auf der Hand: die Vollausstattung mit Küche, die Privatsphäre der eigenen vier Wände und der hinzubuchbare Service je nach Gusto runden diese Konzepte ab. Doch woher kommt der Boom in einem Nischenmarkt, den es schon immer gab, der sich aber bisher keiner besonderen Beliebtheit erfreute. Die Antwort liegt zum größtenteil in der Veränderung unserers Lebenswandels. Wo Geschäftsreisende früher konzentriert in ihrer Organisation beschäftigt waren und das Hotelzimmer als Rückzugsort vor den Flatscreen TV nutzten, vermischt sich das Arbeits- und Privatleben mehr und mehr und verlagert sich häufiger in die Hotelbar- oder lobby als in den Meetingraum in der 21. Etage. Überhaupt hat sich das Arbeitsumfeld geändert - was auch die Firmen zum Umdenken bringt. Der Druck Kosten einzusparen beflügelt die Extended Stay Branche, denn oftmals ist es günstiger ein Langzeit-Apartment anzumieten als den Reisenden jede Woche ein- und auschecken zu lassen - von den Vorteilen für den Kollegen sich häuslich einrichten zu können mal ganz abgesehen.

Das stellt die Betreiber vor neue Herausforderungen. Das eigene Apartment zum Leben und Wohnen muss überhaupt nicht mehr so geräumig sein wie es in der Vergangenheit schien. Wichtiger sind Meetingmöglichkeiten oder Co-Working Spaces - jedoch soll der Comfort und die Privatsphäre nicht darunter leiden. Der Erfolg liegt in der Flächeneffizienz. Zum einen muss das Apartment so optimiert werden, dass es mit flexiblen Lösungen auch auf kleinem Raum großen Platz für Lebensqualität bietet und zum anderen soll es die Möglichkeit bieten aus der "Me-Time" eine "We-Time" zu machen. In die Bausubstanz einzugreifen bringt Eigentümer wie Betreiber an ihre Grenzen und auch Markengeber sind mit eingefleischten Standards am Ende ihrer Durchführbarkeit angelangt.

Stay KooooK zu entwickeln, war daher die einzige Lösung proaktiv und schnell genug auf die Marktveränderungen zu reagieren. Nach einer intensiven Studie in Zusammenarbeit mit HoCoSo und der ständigen Beobachtung von Trendanalyse ist uns aufgefallen, dass es eine Marktlücke zwischen AirBnBs, Extended-Stay- und Lifestyle-Brands gibt. So haben wir ein intelligentes Raumdesign entwickelt, welches auf rund 22 Quadratmetern eine optimale Flächenausnutzung ermöglicht und dem Bewohner alle Annehmlichkeiten bietet, die man für einen längeren Aufenthalt wünscht. Durch unser smartes, modulares Wohnelement, lässt sich jedes Studio situativ den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Um dem Networking Trend gerecht zu werden, haben wir den "Backyard" integriert. Hier bietet sich den Bewohnern Raum sich zu treffen, zu arbeiten, sich auszuruhen oder auch neue Freunde zu finden. Um auch die Kommunikation unter einander in Gang zu bringen, steht den Bewohnern dort auch eine praktisch ausgestattete Küche zur Verfügung. Hier können mitgebrachte oder gelieferte Lebensmittel zubereitet, Snacks erwärmt oder einfach gemeinsam Zeit verbracht werden. Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Backyard außerdem in eine Workshop Area, ein Yoga Studio oder in eine kleine Konzertbühne verwandeln.

Wirkliche Standards gibt es in der Planungsumsetzung nicht. Dies macht das Konzept sehr beliebt bei Investoren und Entwicklern. Keine Erdgeschossfläche für den Antritt zur Verfügung? Ein tolles Bürogebäude, aber keine Idee für die Weiternutzung? Ideal für Stay KooooK. Mixed Uses bereichern das Konzept und Conversions sind ebenfalls ein Plus gute City-Locations optimal zu nutzen. Mit diesem Konzept reagieren wir nicht nur auf die Wünsche der Reisenden, sondern bieten auch eine tolle Lösung für Projektentwickler.

Der Autor
Kornell Otto
Director Project Management
SV Hotel AG