01.03.2019
Matteo Ghedini

Jahreskongress Temporäres Wohnen

Darum haben Serviced Apartments eine Zukunft

„Zeit für mich und meine Privatsphäre sind Luxus!“ wie oft haben wir schon alle diesen Satz gehört … von Projektteams, von Vielreisenden, von Expats – die regelmäßig in der Welt umherziehen.

Queller: shutterstock.de

Waren es früher die 5-Sterne Hotels, die Luxus definierten, so ist es heute der eigene Freiraum. Kein Anstehen am täglich, gleichen Frühstücksbuffet, das Wegräumen des Laptops, der Unterlagen, um dem Housekeeping Team täglich Platz zu machen, der begrenzte Raum in einem Hotelzimmer – all‘ das wird heute selbst im schönsten 5-Sterne Haus als Belastung empfunden. Was zählt ist die eigene Privatsphäre – das echte Gefühl „home away from home“. Das Gefühl für einen bestimmten Zeitraum an einem fremden Ort anzukommen.

Megatrends zeigen deutlich auf, dass das Thema Mobilität gepaart mit Urbanisierung über mehrere Jahrzehnte anhalten werden. Die Verdichtung der A- und B-Städte wird weiterhin zunehmen, genauso wie das „Nomaden-Dasein“ welches durch flexibles arbeiten, das Verlangen nach einem globalen Leben und auch die Notwendigkeit des Reisen gefördert wird. Hinzu kommen auf der anderen Seite das Bestreben und auch ein nachweislicher Megatrend des gesunden Lebensstils. Der Gast von heute achtet zunehmen auf sein Wohlbefinden in Bezug auf Körper, Geist und Seele. Die Möglichkeit, diesen Lifestyle auch „unterwegs“ fortführen zu können, in dem er nach seinen Bedürfnissen kochen kann, seine Yogamatte bequem nutzen kann und am Abend in einem Raum zurück zu kehren, der das eigene Leben widerspiegelt wird noch lange Bestand haben.

Hinzu kommt die Herausforderung des verdichteten Wohnraums, welches Gästen, die aufgrund einer beruflichen Veränderung die Stadt, das Land oder den Kontinent wechseln müssen den Einstieg erschwert. Auch hier greift der großzügige Raum eines Serviced Apartments für den temporären Start im neuen Leben. Der preisliche Vorteil im Vergleich zu einem Hotelaufenthalt hingegen ist ein reizvoller Grund für große Unternehmen ihr Mobilitätskonzept in Bezug auf Übernachtungen zu überdenken. Auch hier gibt es große Bewegungen weg vom Hotel hin zum Serviced Apartment. Denn selbst wenn der Reisende am Wochenende die Reise nach Hause antritt ist das Buchen eines Serviced Apartments für einen längeren Zeitrahmen oftmals günstiger als regelmäßige Hotelbuchungen von Montag bis Freitag. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Reisenden den Vorteil, dass das umständliche Kofferpacken, Zimmer leerräumen, auschecken und wieder einchecken, auspacken und einräumen entfällt.

Dennoch ist es für Gast und Bucher oftmals noch nicht greifbar, was ein Serviced Apartment ist! Durch die Vielzahl unterschiedlicher Konzepte, die für den Nutzer oftmals schwer zu differenzieren sind, ist das Produkt oftmals nicht verständlich. Das gewerbliche Serviced Apartment unterscheidet sich sehr deutlich von wohnwirtschaftlichen Konzepten sowie den Aparthotels. Der Minimum Aufenthalt ist klar definiert, der Maximum Aufenthalt hingegen auch (in der Regel sieben bis 180 Nächte), Housekeeping findet statt – aber nicht täglich, sondern wöchentlich oder alle zwei Wochen, der Service vor Ort ist limitiert, dennoch kümmert sich ein Team liebevoll um die Gäste – nur während Bürozeiten. Flächen wie Meetingräume, Restaurants, Lobbys u.ä entfallen komplett.

All die oben genannten Punkte der Serviced Apartments machen das Produkt sehr attraktiv für den Verpächter oder Investor. Durch limitierte Serviceleistungen und optimal genutzte Flächen ist die Umsatzsicherung auf Betreiberebene garantiert und deutlich effizienter als in der klassischen Hotellerie.  Somit hat der Verpächter bzw der Investor die Gewissheit einen nachhaltigen Mieter mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren zu garantieren womit sich automatisch auch ein positiver Effekt zum Verkauf des Objekts und damit ein höherer Faktor ergibt.

Als Geschäftsführer und Gründer der Brera Serviced Apartments darf ich auf fünf Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurückblicken, die mein Team und mich haben viel lernen lassen. Wir haben verstanden, was der Langzeit Reisende erwartet und auch was er nicht benötigt, wie ein Haus operativ betrieben wird und wie das Headoffice aufgebaut sein muss. Mit Stolz dürfen wir sagen, dass unsere Gäste sich in unseren Häusern sehr wohlfühlen. Wir schauen einer sehr positiven Zukunft entgegen und werden neben den drei bestehenden Häusern in München, Nürnberg und Frankfurt noch in diesem Jahr ein weiteres Haus in Leipzig eröffnen, im Jahr 2020 ein Haus in Ulm und ein weiteres Haus mit 150 Einheiten in Frankfurt. Die Pipeline ist sehr vielversprechend und Stillstand steht nicht auf unserer Aktivitätenliste. Meine italienische Herkunft war Anlass für uns, konzeptionell diesen schönen Lifestyle aufzunehmen. Hieran und an vielen, kleinen anderen Punkten arbeiten wir ständig, hören unseren Gästen zu und optimieren unsere Produkte regelmäßig.

Uns allen bei Brera macht diese neue Branche nicht nur unfassbar viel Spaß, sie ist auch inspirierend, fordert zu neuen Denkweisen auf und fordert uns neue Wege zu gehen!

Der Autor
Matteo Ghedini
Geschäftsführer
Brera GmbH