21.02.2019
Frank Alexander

Sind die ersten Preisgrenzen im Rhein-Main-Gebiet erreicht?

Die Stimmung kippt?!

Die letzten Jahre sind die Preise für Neubau-Wohnungen in Frankfurt und in der Region stark gestiegen - teilweise um 50% in 5 Jahren. Ist nun ein Ende der Preisspirale erreicht?

Quelle: Hermann Immobilien GmbH, Urheber: Hermann Immobilien GmbH

Rhein-Main-Gebiet mit der Metropole Frankfurt gehört zu den Immobilien HotSpots in Deutschland. Aufgrund der Struktur herrschen jedoch in Rhein-Main sehr unterschiedliche Preisniveaus. Auch die Steigerungen der letzten Jahre fallen je nach Standort sehr unterschiedlich aus. Durch die steigenden Baukosten sind jedoch alle Standorte von Preissteigerungen betroffen. Je größer die Nachfrage nach einem Standort und je knapper das Grundstücksangebot, um so dynamischer haben sich die Preise entwickelt. In Frankfurt liegen die preislichen Spannweiten zwischen 4.800 €/m² und 10.000 €/m² (ohne Luxus-Projekte und Hochhäuser). Im Mittel liegt Frankfurt bei ca. 6.500 €/m² für Neubau-Wohnungen.

Da auf Frankfurt der Nachfragedruck sehr hoch ist und neue große Gebietsentwicklungen auf sich warten lassen, wird Frankfurt preislich noch weiter anziehen. Es ist jedoch am Markt deutlich zu spüren, dass "die Luft" ab Preisen jenseits von 750.000 € "dünner" wird. Im Umland merkt man, dass z.B. Familien mit Preisen jenseits von 600.000 € für Häuser stark "zu kämpfen" haben und die Finanzierungen nicht für jeden machbar sind. Nur aufgrund von Erbschaften und "altem Geld" ist vielen Familien ein Eigentumserwerb überhaupt noch möglich. Das Umland wird sicher mehr und mehr von den hohen Preisen in Frankfurt profitieren. Das gilt aber nicht für alle Standorte. Es ist ebenfalls deutlich festzustellen, dass sich die Vermarktungszeiten durch das gestiegene Preisniveau verlängern. Je schwächer ein Standort ist, desto gravierender ist das zu spüren. Es gab sogar schon erste Preissenkungen am Markt oder Projekte müssen neu konzipiert werden, weil eine nachhaltige Akzeptanz nicht eingetreten ist. Jeder Standort hat nun einmal seine eigene Gesetzmäßigkeiten und die Zielgruppenpotentiale sind nicht immer so groß, wie manch ein Entwickler glauben mag. Die Kunden verlassen nun einmal nicht um jeden Preis ihr soziales Umfeld.

Durch die Anforderungen, preisgünstigen Wohnraum bei einem Projekt zu realisieren, entstehen am Ende oft günstige Mietwohnungen und sehr teure Eigentumswohnungen. Der Mittelstand wird demnach immer weniger bedient. Eine sicherlich nicht gewollte Entwicklung. Die Eigentumsbildung sollte nicht zum "Geburtsrecht" werden.

Der Autor
Frank Alexander
Geschäftsführer
Hermann Immobilien GmbH