08.02.2019
Christian Tackenberg

Das Boomsegment Datencenter bietet Potenzial für die gesamte Immobilienwirtschaft. Sie muss sich nur trauen.

"Die Zukunft ist Edge"

Projektentwickler und Investoren trafen beim 2. Fach-Dialog Datencenter auf Bewerter, Berater und Betreiber von Datencentern. Lernen und Kennenlernen war das Motto in Frankfurt am Main.

"Ich weiß es nicht!" Mit dieser Antwort auf die Frage, wer denn einmal die Vielzahl an benötigten Edge-Datencenter bauen wird, überraschte Mareike Jacobshagen dann doch. Jacobshagen, hat als Kommunikationschefin von Interxion Deutschland (gesprochen: "Interaction") ihren Chef Jens Prautzsch mehr als hervorragend vertreten und mit ihrem Eröffnungsvortrag den Datencenter-Markt in Deutschland vorgestellt.

Die Veranstaltung fand - natürlich - in Frankfurt statt, DEM Hotspot für Datencenter in Deutschland. Der Grund, warum sich die großen Vier, also jene Betreiber, die den Markt dominieren, vor allem in Frankfurt mit immer neuen, immer moderneren Datencentern hervortun, ist natürlich der DE-CIX, der gemessen am Traffic größte Internet-Knoten der Welt. Mit Blick auf die zur Verfügung stehende Kapazität an Rechnen- und Speicherleistung brachte es Michael Dada von CBRE auf den Punkt: "An erster Stelle steht Frankfurt und dann kommt lange nichts".

Schade, könnte man sagen, denn der Bedarf an Datencentern ist auch in Düsseldorf, München, Stuttgart oder Hamburg riesig. Aber wenn sich zum Beispiel ein Stuttgarter Unternehmen dafür entscheidet, "in die Cloud zu gehen", d.h. seine Software und Daten extern zu speichern, findet es oft nicht ausreichend Kapazität.

Dabei hat der Markt gar keine Wahl, als auch in anderen Städten (Top-7- aber auch Mittelstädte) Datencenter zu bauen. Ralph Wölpert von ICT Facilities weiß auch, warum. Für das autonome Fahren wird es irgendwann nötig sein, ein flächendeckendes Netz von Edge-Datencentern zu bauen. Wenn das Fahrzeug in Millisekunden lebenswichtige Entscheidungen treffen muss, wäre die Latenzzeit zwischen, sagen wir Frankfurt am Main und Dresden zu lang.

Dass die Zukunft also Edge ist, darüber war man sich im Raum schnell einig. Nur wie diese Zukunft baulich aussehen wird, darüber herrschte (s.o.) noch Uneinigkeit. Reicht es aus in jedem Oberzentrum ein Datencenter zu bauen oder müsste das Netz nicht noch dichter gezogen werden und man eigentlich an stromkästengroße Datencenter denken.

Großes Interesse herrschte auch beim Vortrag von Michael Dada (CBRE). Er erläuterte, welche Besonderheiten beim Investment in Datencenter bestehen und dass auch dieses Investment am Ende das Ergebnis einer einfachen Kalkulation ist.

Heuer Dialog wird die Immobilienwirtschaft auf diesem Weg in die Zukunft begleiten, soviel ist sicher. Der nächste Fach-Dialog Datencenter kommt daher bestimmt.

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Der Autor
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog