07.12.2018
Angela Rüter

Das Zauberwort heißt Flächenaktivierung.

Wohn-Dialog Berlin 2018: Ist der Co-Being-Space das neue Wohnraumwunder?

Reichen 6,4 Quadratmeter für ein würdevolles Leben? Der Architekt VA Bo Le-Mentzel zeigte beim Wohn-Dialog Berlin am Beispiel des „Tiny Houses“, wie man das Problem des Platzkonsums beim Wohnen in den Griff bekommen kann: für 100 Euro, frei finanziert.

Das Zau­ber­wort hei­ßt Flächenaktivierung

Über­haupt stand die Ver­an­stal­tung ganz im Zei­chen von In­stru­men­ten, In­no­va­tio­nen und Pro­jek­ten im Woh­nungs­bau in Ber­lin. Denn die Stadt wächst kon­ti­nu­ier­lich, ob man es nun gut fin­det oder nicht. 10. 000 Woh­nun­gen will der Se­nat jähr­lich bau­en, so Staats­se­kre­tär Scheel in sei­nem Ein­gangs­state­ment. Das Zau­ber­wort sei hier die Flä­chen­ak­ti­vie­rung und Zu­sam­men­ar­beit über die Lan­des­gren­zen hin­weg, so Grit Scha­de von der Se­nats­ver­wal­tung. Sie stell­te neue Ber­li­ner Quar­tie­re wie die Sie­mens­stadt und das Gar­ten­feld in Span­dau vor.

Die 5 G's der Wohnwünsche

Für Prof. Dr. Chris­ti­ne Han­ne­mann von der Uni­ver­si­tät Stutt­gart ist die Woh­nungs­fra­ge ei­ne der zen­tra­len Fra­gen des 21. Jahr­hun­derts. Ih­re For­schun­gen zei­gen, dass die Spal­tung in der Stadt zu­nimmt, es ent­stün­den im­mer mehr des­in­te­gra­ti­ve Wohn­ge­bie­te. Sie for­mu­lier­te und pos­tu­lier­te die Wohn­wün­sche, die 5 G´s: G wie Groß, Güns­tig, Grün, Ge­si­chert, Grundrisse

Mehr ge­mein­schaft­li­ches Woh­nen statt Wohn­ein­hei­ten müss­ten her, so Hannemann.

Auf so­zia­len Mehr­wert folgt öko­no­mi­scher Mehrwert

Be­ni­ta Braun-Feld­weg plä­dier­te in ih­rer Pro­jekt­vor­stel­lung „Me­tro­po­len­haus“ für mehr „ku­ra­to­ri­sches Ge­wer­be­ma­nage­ment“. Denn sie sieht, dass das glo­ba­le Ka­pi­tal be­stim­me, wie un­se­re Städ­te aus­se­hen. Die Gen­tri­fi­zie­rung sei nun auch im Ge­wer­be­bau angekommen.

Li­ving and working: ei­ne neue Kategorie

“Woh­nen ist ein noch tra­di­tio­nel­le­res Seg­ment als die Ho­tel­le­rie und be­nö­tigt drin­gend In­no­va­ti­on. Bei im­mer wei­ter wach­sen­den Städ­ten wird Zo­ku hier die Gren­zen zwi­schen Woh­nen und Ho­tel ver­schmel­zen las­sen. Wir se­hen uns als Part­ner der Gro­ß­städ­te und wer­den ge­mein­sam zu­kunfts­fä­hi­ge Lö­sun­gen für die nächs­te ur­ba­ne Ge­ne­ra­ti­on ge­stal­ten“, so das State­ment von Jo­han­nes Men­ge, De­ve­lop­ment Ma­na­ger Eu­ro­pe bei Zo­ku International.

Ist die Bo­den­vor­rats­po­li­tik der Schlüssel?

Im ab­schlie­ßen­den Ge­spräch dis­ku­tier­ten Oli­ver Schruof­fen­eg­ger vom Be­zirk Wil­mers­dorf, Cars­ten Sell­schopf von Instone Re­al Es­ta­te und Hil­mar von Lo­jew­ski über die  viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen, de­nen sich öf­fent­li­che Ver­wal­tung und Im­mo­bi­li­en­bran­che stel­len müs­sen, um in Deutsch­land be­zahl­ba­ren Wohn­raum zu rea­li­sie­ren. Für von Lo­jwe­ski als Ver­tre­ter der Deut­schen Städ­te­ta­ges ist die Bo­den­vor­rats­po­li­tik der Schlüs­sel. Es müs­se zu ei­ner Ab­schöp­fung von Ge­win­nen kom­men. Zu­stim­mung kam von Oli­ver Schruof­fen­eg­ger. Cars­ten Sell­schopf brach­te ei­ne Min­dest­dich­te am Bei­spiel der Neu­en Mit­te Al­to­na ein: zen­trums­nah, dicht und ur­ban zugleich.

Mo­de­ra­tor An­dre­as Schul­ten fass­te den Tag so zusammen:

  • Neue Mo­del­le der Zu­sam­men­ar­beit notwendig
  • Neue Pro­duk­te braucht der Markt
  • Neue Wohn­for­men die Menschen

Es gel­te, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. „Ber­lin ist und bleibt ei­ne ei­ge­ne Asset-Klasse“.

 

Die Autorin
kplus konzept studios
Angela Rüter
Geschäftsführerin
Heuer Dialog
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