03.12.2018
Anja Sturme

Und was ist mit dem Einzelhandelsumsatz auf der Fläche?

Advent, Advent ein Kerzchen brennt

Weihnachtszeit ist Einkaufszeit, das ist nicht länger nur eine theoretische Annahme, nein das 1. Adventswochenende hat gezeigt, dass Weihnachtsmärkte und das anstehende Fest die Menschen in die Läden lockt...

Shut­ter­stock

...​schön ist das für den sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del, der ja häu­fig über die Um­satz­rück­gän­ge auf der Flä­che klagt. Scha­de, dass Weih­nach­ten nur 1 x im Jahr ist.

Beim Be­such des Bon­ner Weih­nachts­mark­tes am jet­zi­gen Wo­chen­en­de, ich war in mei­ner al­ten  Stu­den­ten­hei­mat, ist mir üb­ri­gens auf­ge­fal­len, dass der wun­der­schö­ne Markt mit­ten in der Ein­kaufs­zo­ne zwi­schen Müns­ter und Frie­dens­platz vor al­lem an den Sei­ten stark be­völ­kert war. Die Gän­ge im In­ne­ren hat­ten noch aus­rei­chend Platz zum Fla­nie­ren und An­schau­en, was an re­gio­na­lem und über­re­gio­na­lem Kunst­hand­werk an­ge­bo­ten wur­de. Es dräng­te sich fast der Ein­druck auf, dass hier nicht so viel Wa­re über den The­ken­tisch geht wie in der Ab­tei­lung Es­sen und Trinken.

An den Au­ßen­sei­ten des Mark­tes vor dem Kauf­hof-Ein­gang am Müns­ter­platz und vor Kar­stadt am Stern­tor stan­den rie­si­ge Trau­ben von Men­schen vor den Glüh­wein­stän­den und Würst­chen­bu­den. Man kam kaum durch, teil­wei­se wa­ren so­gar die Ein­gän­ge zu den Wa­ren­häu­sern durch die Men­schen­mas­sen versperrt.

Die­ses „Set­ting“ lädt ge­ra­de­zu zu phi­lo­so­phi­schen Fra­ge­stel­lun­gen ein: Ist der Weih­nachts­markt der Fre­quenz­brin­ger für den Ein­zel­han­del? Stärkt er die Auf­ent­halts­qua­li­tät der In­nen­stadt und sorgt für mehr Um­satz in den Ge­schäf­ten? Wahr­schein­lich ist das so...

An­de­rer­seits muss man dann auch die Fra­ge stel­len, ob sich die Ver­kaufs­stän­de mit Ke­ra­mik, Sei­den­tü­chern, Hand­schu­hen, Müt­zen & Co. für die Ver­käu­fer wirk­lich loh­nen. Ich wa­ge dies zu be­zwei­feln. Sind die Aus­stel­ler, die ja den ei­gent­li­chen Markt aus­ma­chen – oh­ne Aus­stel­ler kein Markt so wie oh­ne Bäu­me kei­nen Wald - nicht eher die Fre­quenz­brin­ger für die vie­len Glüh­wein- und Würst­chen­stän­de auf dem Weih­nachts­markt? Gu­tes Ge­schäft für Letz­te­re, da boomt es wirk­lich. Aber wer weiß, viel­leicht be­treibt ja der An­bie­ter von Ke­ra­mik­wa­ren auch ei­nen Glüh­wein­stand auf dem Markt. Dann wä­re dies in der  Misch­kal­ku­la­ti­on wahr­schein­lich (sehr) pro­fi­ta­bel und... schlau wär’s in bei­den Li­gen zu spielen.

Da sind wir wie­der beim The­ma Ein­zel­han­del. Das weih­nacht­li­che Bei­spiel als Vor­bild neh­mend sagt uns: Ho­he Auf­ent­halts­qua­li­tät schaf­fen, fle­xi­bel im Han­del sein, meh­re­re Ka­nä­le be­spie­len und in der Hoch­sai­son al­les tun um die „Custo­mer Jour­ney“ zu ei­nem ein­ma­li­gen Er­leb­nis zu machen.

Ich wün­sche Ih­nen ei­ne schö­ne und er­folg­rei­che Ad­vents­zeit, freu­en Sie sich über ho­he Um­satz­mie­ten und ge­nie­ßen Sie den Jah­res­aus­klang. Wenn wir uns zum Han­dels­im­mo­bi­li­en-Gip­fel in Düs­sel­dorf tref­fen steht das Os­ter­ge­schäft vor der Tür.

Die Autorin
kplus konzept studios
Anja Sturme
Inhaberin
sturme communications
Deutsch
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