09.11.2018
Christian Tackenberg

Erstzugriff der Kommunen wird einfacher durch Kooperation mit der BImA

Immobilien-Dialog Konversion, am 7. November 2018 in Paderborn

Heuer Dialog zu Gast in der Universitäts- und Kaiserstadt Paderborn.

Der größte Schatz war verhüllt. Zwar waren wir mit dem Immobilien-Dialog Konversion auf Einladung der Stadt zu Gast im historischen Rathaus in Paderborn, aber dieses war wegen Fassadenarbeiten vollständig verhüllt. Bis zum Weihnachtsmarkt wird dieser Schatz, gebaut Anfang des 17. Jahrhunderts im Weser-Renaissance-Stil, wieder freiliegen, versprach Bürgermeister Michael Dreier in seinem eröffnenden Grußwort.

Um Schätze ging es auch bei dieser ersten „Konversionsveranstaltung“ von Heuer Dialog seit 2016. In ganz Ostwestfalen-Lippe werden nämlich in den kommenden Jahren etliche Kasernenflächen von den britischen Streitkräften freigezogen.

In Herford, Hamm, Herford, Gütersloh und eben Paderborn stehen dann oft innenstadtnahe, riesige Areal zur Verfügung. Vor Jahren galten diese Flächen noch als Belastung, inzwischen hat sich das Bild gewandelt. In Schwarmstädten wächst die Bevölkerung und mit ihr der Bedarf an neuem Wohnraum.

Doch nicht immer läuft die Konversion von alten Kasernenflächen so reibungslos wie in Paderborn, wo sich die Eigentümerin der Flächen, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), und die Stadt schon früh ins Benehmen gesetzt haben und bis Anfang nächsten Jahres den Kaufvertrag über die Alanbrooke-Kaserne unterzeichnen werden. Oft sind es unterschiedliche Preisvorstellungen – bzw die unterschiedliche Gewichtung von bewertungserheblichen Faktoren – welche die Finalisierung des Erstzugriffsrechts durch die Kommunen erheblich, oft um Jahre hinauszögern.

Doch, dass die Konversion auch in Ostwestfalen-Lippe ein Erfolg wird, dafür stehen die Chancen gut.

Wichtig war für die anwesenden Vertreter von Konversionsgemeinden sowie der Bau- und Immobilienwirtschaft die Frage, wie er denn gelingt, der urbane Mix.

Dass man aus zunächst eher trist anmutenden Kasernen tatsächlich lebenswerte Quartiere entwickeln kann, den „urbanen Mix“ erreicht, den sich alle wünschen. Dass zeigten zwei Referenten Wie es erfolgreich gehen kann, zeigten zum Beispiel, Jan H. Eitel, der als damaliger Geschäftsführer der Trierer Entwicklungsgesellschaft und Achim Judt, Geschäftsführer der Mannheimer MWSP.

Neben einer abwechslungsreichen Fassadengestaltung ist die Schaffung lebendiger Quartiere vor allem eine soziale und gesellschaftliche Aufgabe. Das können Sportangebote sein, Kunst auf dem Gelände, Eigentümerbeiräte – alles, was Gemeinschaft schafft, ist hier willkommen.

Drei wesentliche Findings ergaben sich am Ende des Tages. Es gibt im Nordosten Nordrhein-Westfalens viel Potenzial („OWL kommt!“), Kooperation zwischen BImA und Gemeinden sowie zwischen Gemeinden und Projektentwickler ist essentiell und ganz wichtig: die Schaffung lebendiger Quartiere endet nicht mit dem baulichen Entwurf.

Der Autor
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog