05.11.2018
Christine Kohlert

Wohlfühlen und gesund Leben

Arbeiten morgen - Erfolgskriterien für das Büro der Zukunft

Schnelligkeit, Beweglichkeit, Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit sind die neuen Erfolgskriterien für das Büro der Zukunft. Dazu benötigt es die entsprechenden Räume und das richtige Mobiliar in einer stimmigen Büroumgebung.

Das ge­sam­te Bü­ro mit sei­nem Um­feld und sei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on leis­tet den ent­schei­den­den Bei­trag für ein stim­mi­ges Ar­beits­um­feld, das zu Wohl­füh­len und Zu­frie­den­heit der Mit­ar­bei­ter führt und da­mit den Er­folg ei­nes Un­ter­neh­mens sichert.

Zu ei­nem gu­ten Ar­beits­platz ge­hört heu­te, dass sich Mit­ar­bei­ter wohl­füh­len und dass man sich als Or­ga­ni­sa­ti­on, als Ar­beit­ge­ber, um sei­ne Mit­ar­bei­ter küm­mert und Sor­ge trägt, dass sie ge­sund und pro­duk­tiv sind und blei­ben. Aber was be­deu­tet „Wohl­füh­len“ für Men­schen? Sich gut zu füh­len be­deu­tet Glücks­ge­füh­le, in­ne­re Ru­he zu ha­ben und gut aus­ba­lan­ciert zu sein in der täg­li­chen Hek­tik und den un­ter­schied­li­chen For­men von Stress im Ar­beits­le­ben. Sich sehr gut zu füh­len be­deu­tet auch, dass man Ei­gen­in­itia­ti­ve für die eig­ne Ge­sund­heit und die ei­ge­ne Zu­frie­den­heit entwickelt.

Um Ge­sund­heits­ri­si­ken zu ver­mei­den ist es wich­tig Bü­ro­flä­chen gut und aus­rei­chend zu pla­nen und al­le As­pek­te, die für das Wohl­füh­len am Ar­beits­platz wich­tig sind, zu be­rück­sich­ti­gen. Da­zu ge­hört ne­ben gu­ter Akus­tik, Licht und Kli­ma auch das Mit­neh­men und Be­glei­ten der Mit­ar­bei­ter von An­fang an. Ein gu­ter Chan­ge Pro­zess un­ter­stützt das Ver­ständ­nis, spricht al­le Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen an und be­glei­tet durch al­le, auch schwie­ri­ge, Pha­sen des Projektes.

Be­grif­fe wie Work-Life-Ba­lan­ce er­hal­ten mehr Be­deu­tung und man be­sinnt sich auf wich­ti­ge Wer­te im Le­ben und auf Men­schen, die ei­nem wich­tig sind und mit de­nen man Zeit ver­brin­gen möch­te. Da­für be­darf es Fle­xi­bi­li­tät in der Zeit­ein­tei­lung und die freie Wahl wo man ein­zel­ne Ar­beits­schrit­te er­le­digt. Home of­fice Lö­sun­gen sind für ei­ni­ge ei­ne gu­te Lö­sung, an­de­re tren­nen lie­ber Ar­beit und Fa­mi­lie und möch­ten des­halb nicht zu­hau­se ar­bei­ten. Auch hier ist Fle­xi­bi­li­tät ge­fragt und das Ein­be­zie­hen der Mit­ar­bei­te­rIn­nen um pass­ge­naue Lö­sun­gen zu fin­den. Die räum­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on des Lay­outs kann eben­falls zur Ge­sund­heit der Mit­ar­bei­te­rIn­nen bei­tra­gen. So la­den schö­ne Trep­pen­häu­ser da­zu ein, die­se auch zu be­nut­zen, ste­hen zu blei­ben und sich mit Kol­le­gen aus­zu­tau­schen. Dies gilt eben­so für Tee­kü­chen, die man nicht in üb­rig­ge­blie­be­nen dunk­len, fens­ter­lo­sen Resträu­men ver­ste­cken soll­te, son­dern die Auf­merk­sam­keit ver­die­nen und so zum Mul­ti­funk­ti­ons­raum wer­den. In ei­ner schön ge­stal­te­ten Tee­kü­che trifft man sich gern, emp­fängt Be­su­cher, kann sie für Be­spre­chun­gen nut­zen, zum Le­sen oder auch um ein pri­va­tes Te­le­fo­nat zu füh­ren. In die­sem Zu­sam­men­hang sei auch auf ei­ne gu­te Ge­stal­tung der Sa­ni­tär­be­rei­che hin­ge­wie­sen. Dies för­dert die Hy­gie­ne im Un­ter­neh­men und zeigt dem Mit­ar­bei­ter auch, dass er wich­tig ist und wert­ge­schätzt wird.

Das Ver­spre­chen von Fle­xi­bi­li­tät und ei­ge­ner Zeit­ein­tei­lung lockt Mit­ar­bei­ter zwar in den Job, aber das al­lein reicht nicht, um sie dort auch zu hal­ten. Mit­ar­bei­ter brau­chen Bin­dung und En­ga­ge­ment, in­ter­es­san­te und über­ra­schen­de Räu­me so­wie Er­leb­nis­se und ei­ne in­spi­rie­ren­de Um­ge­bung. Um Mit­ar­bei­ter emo­tio­nal an das Un­ter­neh­men zu bin­den ist es von gro­ßer Be­deu­tung die ei­ge­nen Mar­ken­wer­te er­leb­bar zu ma­chen und die­se durch ei­ne au­then­ti­sche Ge­stal­tung der Ar­beits­welt auch darzustellen.

Fünf ein­fa­che Prin­zi­pi­en sind bei der Pla­nung ei­nes stim­mi­gen Ar­beits­plat­zes für zu­frie­de­ne Mit­ar­bei­ter wesentlich:

Prin­zip 1: es gibt kei­ne Ga­ran­ti­en, aber Räu­me für un­ter­schied­li­che Ak­ti­vi­tä­ten, wie Kon­zen­tra­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, un­ter­stüt­zen Krea­ti­vi­tät und Ler­nen und er­lau­ben dem Mit­ar­bei­ter ei­ge­ne Wahlmöglichkeiten.
Prin­zip 2: Kom­fort ist der Schlüs­sel. Al­le Di­men­sio­nen des Wohl­füh­lens müs­sen er­füllt sein, eben­so wie der phy­si­sche Kom­fort, vom Ar­beits­platz, über Ge­mein­schafts­räu­me bis hin zu Rück­zugs- und Erholungsräumen.
Prin­zip 3: Raum kann gu­tes Be­neh­men frei­set­zen und macht uns be­wusst wer und was vor­han­den ist. Na­tür­lich be­lich­te­te Or­te für Kom­mu­ni­ka­ti­on und Aus­tausch mit Aus­sicht ins Grü­ne för­dern die­se Haltung.
Prin­zip 4: Fle­xi­bi­li­tät und Va­ria­bi­li­tät sind ei­ne ab­so­lu­te Not­wen­dig­keit, um auf wech­seln­de Be­din­gun­gen schnell und ef­fi­zi­ent re­agie­ren zu können.
Prin­zip 5: Raum in Ver­bin­dung mit der Na­tur ist er­stre­bens­wert, des­halb Grün nach In­nen ho­len und Aus­bli­cke ermöglichen.
Prin­zip 5: Ein Raum ist nur so gut wie die, die in ihm führen.

Letzt­end­lich be­stimmt die Füh­rung wie­viel Wohl­fühl­fak­to­ren um­ge­setzt wer­den und wie man sie nutzt – ge­gen­sei­ti­ges Ver­trau­en ist da­bei das Al­ler­wich­tigs­te. Es geht dar­um die Be­zie­hun­gen, die zum Er­rei­chen der un­ter­neh­me­ri­schen Zie­le wich­tig sind, per­fekt in Raum um­zu­set­zen. Gu­te Räu­me sind im­mer ein Bei­trag zum Un­ter­neh­mens­wert.Neue For­men von Ar­beit und Or­ga­ni­sa­ti­on sind ge­fragt, mit mehr Teams, kür­ze­ren We­gen, we­ni­ger Hier­ar­chi­en und mehr Zu­sam­men­ar­beit, auch über Ab­tei­lun­gen hin­weg und mit Im­pul­sen von au­ßen.Chefs wer­den zu Coa­ches, die zu­hö­ren, lo­ben, för­dern und be­reit­wil­lig Feed-back ge­ben. Sie ha­ben ei­ne kla­re Vi­si­on und ent­wi­ckeln Stra­te­gi­en mit de­nen sie sich und an­de­re be­geis­tern. Sie för­dern und un­ter­stüt­zen ih­re Mit­ar­bei­ter, über­tra­gen ih­nen Ver­ant­wor­tung und las­sen ih­nen Spiel­räu­me mit den da­zu not­wen­di­gen Frei­räu­men. Sie sind ge­rad­li­nig und ge­recht, ha­ben ein Ge­fühl für die ei­ge­ne Stär­ke und ge­nug Selbst­re­fle­xi­on um men­schen­ge­recht füh­ren zu kön­nen. Sie be­grei­fen ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on als funk­tio­nie­ren­de Fa­mi­lie, mit der man pfleg­lich und ver­trau­ens­voll um­geht. So ent­wi­ckelt sich ein na­tür­li­cher Ver­hal­tens­co­dex, der mit Spiel­re­geln, die ge­mein­sam ver­ein­bart wer­den po­si­tiv un­ter­stüt­zen kann.

Qua­li­fi­ka­tio­nen für die Wis­sens­ar­bei­ter der Zu­kunft sind schnel­le An­pas­sungs­fä­hig­keit, krea­ti­ves Den­ken und Wis­sen in den rich­ti­gen Kon­text zu set­zen und an­zu­wen­den. Ein stim­mi­ger Ar­beits­platz kann sie da­bei un­ter­stüt­zen und zu Zu­frie­den­heit und Wohl­füh­len bei­tra­gen. Ver­gleich­bar mit ei­nem gu­ten Es­sen: al­le Zu­ta­ten müs­sen stim­men und gut auf­ein­an­der ab­ge­stimmt sein.

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Die Autorin
Quelle: RBSGROUP - part of Drees & Sommer
Prof. Dr. Christine Kohlert
Global Head of Workplace STrategy
RBS Projektmanagement GmbH Unternehmensberatung Part of Drees & Sommer
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