07.09.2018
Yvonne Traxel

Nachbericht zum Immobilien-Dialog Wirtschaftsraum Hamburg

Wirtschaftsraum Hamburg – hier geht noch was!

Die Botschaft von Oberbaudirektor Höing zu Beginn des Immobilien-Dialogs Wirtschaftsraum Hamburg war klar: „Verdichtung darf nicht eindimensional nur mit baulicher Dichte gleichgesetzt werden!“.

Es geht dar­um, in Ham­burg ei­ne ge­stal­te­ri­sche Qua­li­tät zu lie­fern, die auch künf­ti­gen Ge­ne­ra­tio­nen zugutekommt.

Was das im Ein­zel­nen hei­ßt, ließ sich bei der Vor­stel­lung von Ober­bill­wer­der, dem zweit­grö­ß­ten Stadt­ent­wick­lungs­pro­jekt in Ham­burg, er­ah­nen. Frau Pein der IBA stell­te den Teil­neh­mern das Kon­zept ei­ner Smart Ci­ty vor, in dem rund 7000 Wohn­ein­hei­ten und 500.000 Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen wer­den. Tief­ga­ra­gen sind nicht vor­ge­se­hen. Die Au­tos par­ken in Quar­tiers­ga­ra­gen, de­ren Ge­schos­se fle­xi­bel nutz­bar und rück­bau­fä­hig sind. In den Sied­lun­gen kann der Lie­fer­ver­kehr – zeit­lich be­grenzt – au­ßer­dem An­lie­fer­zo­nen nut­zen. Herr Wulff von Ot­to Wulff Bau­un­ter­neh­mung hak­te nach, wo denn dann die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on in den Plä­nen be­rück­sich­tigt wird. Die ein­ge­schränk­te Mo­bi­li­tät von Roll­stuhl­fah­rern und äl­te­ren Men­schen wird laut Frau Pein be­rück­sich­tigt, in­dem die­se Woh­nun­gen in­fra­struk­tu­rell güns­tig lie­gen und die Stadt der kur­zen We­ge begünstigen.

Frau Metz hob her­vor, dass Ham­burg Mo­dell­stadt für Mo­bi­li­tät ist und Ober­bill­wer­der so­wie Al­to­na zu den Vor­rei­tern der Mo­bi­li­täts­wen­de zäh­len. Um die Mo­bi­li­täts­wen­de er­folg­reich zu ge­stal­ten ist für Dr. Ku­cz von White Oc­to­pus die „user ex­pe­ri­ence“ ent­schei­dend. Der Nut­zer von E-Rol­lern, E-Klein­bus­sen, E-Fahr­rä­dern und zu­künf­ti­gen Flug­ta­xen mag die ein­fa­che Be­die­nung der Ge­rä­te mit Fun-Fak­tor. Dar­in sieht er den Schlüs­sel zum Erfolg.

Al­le Spre­cher wa­ren sich ei­nig, dass es vor al­lem in­ner­städ­tisch gro­ßen Be­darf an Bü­ro­flä­chen gibt und die­sem The­ma mehr Prio­ri­tät ein­ge­räumt wer­den muss, um nicht von der Wohn­raum­dis­kus­si­on über­la­gert zu wer­den. „Woh­nen bringt Le­ben, da­her wol­len die mit­tel­stän­di­schen und klei­nen Un­ter­neh­men in die Stadt rein“ er­läu­ter­te Kai El­men­dorf von der Han­dels­kam­mer Ham­burg und er­gänz­te: „Der Mix von Woh­nen und Ar­bei­ten ist gut, aber die Po­li­tik tut sich schwer mit Flä­chen, die in den Wohn­raum rein­ge­hen.“ Ein gu­ter An­satz ist der neue Hu­cke­pack­bahn­hof in Barmbek.

Frau Erd­mann von JES sag­te, dass krea­ti­ves Ar­bei­ten in Zu­kunft im­mer wich­ti­ger wird und die phy­si­schen Ar­beits­räu­me an Be­deu­tung ge­win­nen, je di­gi­ta­ler die Ar­beit wird. Sie ap­pel­lier­te an die Teil­neh­mer, kei­ne Stan­dard­bü­ros zu bau­en, son­dern Häu­ser, in de­nen die Mit­ar­bei­ter sich wohl­füh­len und ei­ne (zwei­te) Hei­mat fin­den. Die Re­de war von der sog. „Smart Working Generation“.

Der ak­tu­el­le Co­wor­king-Trend er­klär­te sich auch dar­aus, dass der Nut­zer sei­ne Ge­dan­ken mit an­de­ren Un­ter­neh­men tei­len kann und fle­xi­bel bei der Miet­ver­trags­ge­stal­tung ist. Herr Huss von Cush­man & Wake­field pro­gnos­ti­ziert, dass der Markt­an­teil in Deutsch­land von der­zeit 1 % auf künf­tig 9 % Co­wor­king­flä­che an­stei­gen wird.

Als Fa­zit lässt sich fest­hal­ten, dass es in Ham­burg zwar wie über­all we­nig freie Grund­stü­cke gibt, die Flä­chen­po­ten­zia­le aber längst noch nicht aus­ge­schöpft sind. Mit ein biss­chen Mut, auch neue Kon­zep­te zu wa­gen, lässt sich hier noch viel be­we­gen. Wir blei­ben an den Zu­kunfts­the­men dran und sind ge­spannt, wie sich der Wirt­schafts­raum Ham­burg weiterentwickelt!

Das Event zum Thema
Die Autorin
Heuer Dialog GmbH
Yvonne Traxel
Senior Projektleiterin
Heuer Dialog GmbH
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