19.07.2018
Rainer Jordan

Die modulare Bauweise am Beispiels des Innovation Center Merck

Die Zukunft des Gebäudebaus

Die Besichtigung des 'Modularen Innovation Centers' beim Pharmakonzern Merck in Darmstadt ist (vielleicht) das Highlight beim Fach-Dialog Modulares Bauen. Mit dem zuständigen Projektmanager von ADK Modulraum, Rainer Jordan, sprach Christian Tackenberg.

Herr Jor­dan, wie kam es da­zu, dass Sie als Mo­dul­bau­er auf ein­mal für Merck ein 'Mo­du­la­res In­no­va­ti­on Cen­ter' bau­en durften?
Der Phar­ma­kon­zern Merck plan­te zu­sam­men mit dem in­ter­na­tio­nal tä­ti­gen Ar­chi­tek­tur­bü­ro HENN neue fle­xi­ble Bü­ro­flä­chen für sei­nen Stand­ort in Darm­stadt. Da sich die Pla­nungs- und Bau­zeit je­doch auf 4 Jah­re be­lau­fen soll­te, wur­de als (vor­erst) vor­über­ge­hen­de Lö­sung ein zu­sätz­li­ches In­te­rims­bü­ro­ge­bäu­de auf der an­de­ren Stra­ßen­sei­te vor­ge­se­hen. Der Wunsch der Bau­her­ren war hier ei­ne kur­ze Bau­zeit. Zu An­fang war ge­plant, dass die­ses In­te­rims­ge­bäu­de nach Fer­tig­stel­lung des Haupt­ge­bäu­des er­setzt wer­den soll. Doch das letzt­end­lich durch HENN ge­plan­te und ADK er­bau­te In­te­rims­ge­bäu­de ge­fiel den Bau­her­ren eben­so wie der Fach­pres­se so gut, dass ent­schie­den wur­de, das Ge­bäu­de zu er­hal­ten. Die Ar­chi­tek­ten von HENN nutz­ten die vie­len ge­stal­te­ri­schen Mög­lich­kei­ten des Mo­dul­baus. Auch sta­tisch und die Flä­chen­nut­zung be­tref­fend zeig­te sich die gro­ße Pla­nungs­frei­heit die­ser Bau­wei­se. So konn­ten den Wün­schen der Bau­her­ren ent­spre­chend in kur­zer Zeit al­le be­nö­tig­ten Räum­lich­kei­ten in­klu­si­ve der Tech­nik­an­la­gen be­reit­ge­stellt werden.

Wie ging der Bau von­stat­ten, wie lan­ge hat es gedauert?
18 Mo­na­te be­trug die Zeit von der Skiz­ze bis zur Fer­tig­stel­lung des 3150 m² gro­ßen Bü­ro­ge­bäu­des. Nach der Hälf­te der Zeit konn­te mit dem Bau be­gon­nen wer­den. Auf 2 Stock­wer­ke ver­teilt wur­den ins­ge­samt 75 Mo­du­le ein­ge­setzt. Die Mo­dul­bau­wei­se er­mög­lich­te hier­bei ei­nen sehr schnel­len Pla­nungs- eben­so wie Bau­pro­zess. Wäh­rend der Pro­duk­ti­on der ers­ten Mo­du­le bei der ADK in Ne­res­heim konn­te be­reits die Bau­gru­be vor Ort in Darm­stadt aus­ge­ho­ben und die Strei­fen­fun­da­men­te ge­gos­sen wer­den. Die ers­ten pro­du­zier­ten Mo­du­le wa­ren in­ner­halb von 6 Wo­chen fer­tig­ge­stellt und ent­hiel­ten schon den Dach­auf­bau, den Tro­cken­bau, In­stal­la­tio­nen, Sa­ni­tär­räu­me und den Un­ter­flur­bo­den. In 4 Bau­ab­schnit­ten er­folg­te das Sta­peln und Ver­schwei­ßen der Mo­du­le bei Merck in Darm­stadt. Ei­ne Her­aus­for­de­rung hier­bei war die schwe­ben­de Ge­bäu­de­geo­me­trie, die durch die Ar­chi­tek­ten ge­plant war. Im An­schluss an den Auf­bau folg­te der In­nen­aus­bau, die Ab­dich­tung des Da­ches und die Mon­ta­ge der Fas­sa­de. Viel Ar­beit vor Ort wur­de durch die Vor­fer­ti­gung ab­ge­nom­men, die bei die­sem Pro­jekt 50% be­trug. Ge­ne­rell kann der Vor­fer­ti­gungs­grad mit der Mo­dul­bau­wei­se so­gar 90% er­rei­chen und die Bau­zeit um 60% ver­kürzt werden.

Mo­dul­bau­er müs­sen, noch im­mer, viel Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten. Hel­fen sol­che Pro­jek­te wie das In­no­va­ti­on Center?
Der Mo­dul­bau wird noch oft ver­wech­selt oder gleich­ge­stellt mit der Auf­stel­lung von Bau­con­tai­nern. Pro­jek­te, wie Merck und auch an­de­re kom­ple­xe Ge­bäu­de zei­gen, dass der Mo­dul­bau – ganz im Ge­gen­teil - ei­ne gro­ße ar­chi­tek­to­ni­sche Ge­stal­tungs­frei­heit lie­fert. Da­für spricht auch die er­folg­rei­che Zu­sam­men­ar­beit mit vie­len ver­schie­de­nen Ar­chi­tek­ten und auch die Mög­lich­keit grund­sätz­lich al­le ih­rer Ent­wür­fe und Pla­nun­gen mo­du­lar um­zu­set­zen. So zei­gen ne­ben Merck auch Pro­jek­te, wie der An­bau des Spar­kas­sen Busi­ness­Club an die Voith Are­na in Hei­den­heim, wie mit der Mo­dul­bau­wei­se oh­ne fes­tes Ras­ter Ge­bäu­de ge­plant und rea­li­siert wer­den können.
Wei­te­re Vor­tei­le des Mo­dul­baus ge­gen­über dem klas­si­schen Mas­siv­bau wer­den bei der Be­trach­tung von Pro­jek­ten aus an­de­ren Be­rei­chen klar. So kön­nen mit­hil­fe des Mo­dul­baus Schu­len auf­ge­stockt und Kran­ken­häu­ser er­wei­tert wer­den, oh­ne dass da­bei der Be­trieb un­ter­bro­chen wer­den muss oder ei­ne Lang­zeit­bau­stel­le mit Lärm­ent­wick­lung und viel Schmutz entsteht.

Woh­nen, Bü­ro, Han­del: Was ist für ei­nen Mo­dul­bau­er wie ADK das Wachs­tums­feld der Zukunft?
Al­le die­se Be­rei­che könn­ten für die Zu­kunft in­ter­es­sant wer­den. Un­se­rer An­sicht nach be­stehen Wachs­tums­mög­lich­kei­ten in­ner­halb meh­re­rer un­ter­schied­li­cher Fel­der. Ein Fo­kus wird auf der Ent­wick­lung von stan­dar­di­sier­ten, aber hoch­wer­ti­gen Bü­ro­ge­bäu­den lie­gen, die güns­tig und schnell in der Pro­duk­ti­on sind.
Auch hoch­tech­ni­sier­te Ge­bäu­de in Be­rei­chen der Me­di­zin, des Rein­raums und La­bor­baus sind ge­fragt und auch hier steht der Mo­dul­bau den klas­si­schen Bau­wei­sen in nichts nach.
Zu­letzt wer­den auch wei­ter­hin Aus­lands­pro­jek­te in­ter­es­sant, die mit en­gen zeit­li­chen Vor­ga­ben ein­her­ge­hen. Hier se­hen wir für den Mo­dul­bau ein viel­ver­spre­chen­des Wachs­tums­feld, be­grün­det durch die Ver­mei­dung von Lang­zeit­bau­stel­len und durch die schnel­le Mo­dul­pro­duk­ti­on un­ter ga­ran­tier­ter Ein­hal­tung der de­fi­nier­ten Qualitätsstandards.

Wel­che wei­te­ren Pro­jek­te trei­ben Sie ge­ra­de voran?
Ak­tu­el­le Auf­trä­ge lie­gen zum ei­nen im me­di­zi­ni­schen Be­reich. Ei­ne OP-Ab­tei­lung, bei der auch hier wie­der die Mög­lich­keit be­steht, ei­nen ho­hen Vor­fer­ti­gungs­grad durch Um­set­zung ver­schie­dens­ter In­stal­la­tio­nen vor Ort in Ne­res­heim zu er­rei­chen. Zu­dem die Pro­duk­ti­on von Mo­du­len für ei­ne Bet­ten­sta­ti­on und Intensivabteilung.
Zum an­de­ren wird par­al­lel ein Auf­trag für ein Bü­ro­ge­bäu­de be­ar­bei­tet, das ei­ne hoch­wer­ti­ge Aus­stat­tung bei der Vor­fer­ti­gung beinhaltet.

Sie möch­ten mehr In­for­ma­tio­nen zur Ver­an­stal­tung oder Herrn Jor­dan per­sön­lich tref­fen? Dann mel­den Sie sich neue heutehier an und si­chern Sie sich Ih­ren Platz beimFach-Dia­log Mo­du­la­res Bau­en am 19. Sep­tem­ber 2018 in Frank­furt am Main.

Der Autor
Quelle: ADK Modulraum GmbH
Rainer Jordan
Projektmanager Vertrieb
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