22.06.2018
Angela Rüter

7. Deutscher Logistikimmobilien-Kongress

Wird Logistik Retail als Nutzungsart zukünftig ablösen?

...eine These, mit der Susanne Eickermann-Riepe von PwC ihren Eingangsvortrag beim 7. Deutschen Logistikimmobilien-Kongress 2018 in München beendete.

Über 120 Teil­neh­mer aus der Lo­gis­tik­bran­che, der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft und Ver­tre­ter der Kom­mu­nen, aus dem Han­del und der Au­to­mo­bil­in­dus­trie ka­men bei der Unicredit zu­sam­men, um sich mit Trends in der ur­ba­nen Lo­gis­tik, der Mo­bi­li­tät und der As­set-Klas­se Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­lie auszutauschen.

Wie wer­den wir der Pa­ket­flut Herr? Wel­che In­fra­struk­tur, wel­che Pro­zes­se und wel­che Stand­or­te kom­men für die ur­ba­ne Lo­gis­tik in Fra­ge? Wel­che Her­aus­for­de­run­gen kom­men auf die Städ­te zu?

Schlag­wor­te wie Ver­kehrs­in­farkt ver­sus „smart ci­ty", „sa­me day, sa­me hour de­li­ve­ry "– die „user jour­ney“ be­stimmt die An­for­de­run­gen und so­mit auch die Ab­läu­fe. Kein Wun­der al­so, dass der Markt für Lo­gis­ti­k­im­mo­bi­li­en der­zeit nur ei­ne Rich­tung kennt: steil nach oben! Die Prei­se stei­gen, die Ren­di­ten sin­ken. Die As­set-Klas­se ist bei In­ves­to­ren so be­liebt wie nie.

„Flex spaces" in misch­ge­nutz­ten Immobilien

To­bi­as Kassner von bul­wi­en­ge­sa gab ei­nen Über­blick über den Markt und die Not­wen­dig­keit von zu­neh­men­der Di­ver­si­fi­zie­rung statt Stan­dard­lö­sun­gen. Ei­ne an­spruchs­vol­le Auf­ga­be für die Pro­jekt­ent­wick­ler. „Neue Ob­jektar­ten in der Stadt er­gän­zen die Gro­ß­lo­gis­tik“, so Kas­sner. Er sieht viel Po­ten­zi­al für ur­ba­ne Ful­fill­ment-Cen­ter und Mi­kro-Ful­fill­ment-Cen­ter. Mul­ti­funk­tio­na­le Nut­zungs­kon­zep­te, sog. „flex spaces" in misch­ge­nutz­ten Im­mo­bi­li­en sind der Weg. Die Nut­zungs­mi­schung neu le­ben, for­der­te er und warb für mul­ti­funk­tio­na­le Kon­zep­te. Die­se rück­ten aber nur sehr lang­sam in das Be­wu­ßt­sein der Immobilienbranche.

Ganz prak­ti­schen An­schau­ungs­un­ter­richt brach­te dann die Be­sich­ti­gung von ama­zon fresh in Dagl­fing. Der Kon­zern öff­ne­te sei­ne Pfor­ten für die Teil­neh­mer und ge­währ­te ei­nen in­ter­es­san­ten Ein­blick in das In­nen­le­ben des Standortes.

Den zwei­ten Tag eröffneteBernd Gschaider von ama­zon mit ei­nem Vor­trag über die Stra­te­gie des Un­ter­neh­mens. Er warb für den Dia­log zwi­schen Kom­mu­nen, Un­ter­neh­men und Im­mo­bi­li­en­bran­che, um ge­mein­sam nach­hal­ti­ge Lö­sun­gen zu ent­wi­ckeln. Flä­chen spa­ren, Fahr­ten und Emis­sio­nen ver­rin­gern: ama­zon setzt auf die Ko­ope­ra­ti­on und sucht den Dia­log. Mit vie­len klei­nen In­no­va­tio­nen wol­le man die Ak­zep­tanz der Lo­gis­tik auf Sei­ten der Kom­mu­nen steigern.

„Mün­chens Wachs­tum stem­men und trotz­dem le­bens­wert bleiben“

Ei­ne gu­te Vor­la­ge für die Ge­sprächs­run­de un­ter der Mo­dera­ti­on vonDr. Joa­chim Becker von der Süd­deut­schen Zei­tung. „Mün­chens Wachs­tum stem­men und trotz­dem le­bens­wert bleiben“.Ge­org Dunkel von der Lan­des­haupt­stadt Mün­chen brach­te es auf den Punkt, wor­um es in den boo­men­den Städ­ten ei­gent­lich geht. Die­se Auf­ga­be gilt es zu meis­tern. „Wir müs­sen an al­len Prä­mis­sen rüt­teln. Wir müs­sen al­le aus un­se­ren Grä­ben raus“, gabDr. Carl-Fried­rich Eckhardt von BMW un­um­wun­den zu. Nur dann kön­nen wir die Mo­bi­li­tät von mor­gen or­ga­ni­sie­ren. Denn Wachs­tum und Mo­bi­li­tät sei­en komplementär.

Und des­halb ist es so wich­tig, bei Neu­bau Lo­gis­tik von An­fang an mitzudenken!

 

Die Autorin
Quelle: kplus konzept studios
Angela Rüter
Geschäftsführerin
Heuer Dialog
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