07.06.2018
Boris Tomic

3rd International Restaurant Real Estate Congress 2018

Wird Gastro ein Standbein für Shopping Center?

Mit Essen auch Geld zu verdienen war lange Zeit kein Thema für Betreiber von Shopping Centern - die Kunden sollten ihr Geld in den Textilläden in der Mall lassen. Das gehört der Vergangenheit an. Mittlerweile gibt es ein Umdenken in der Branche.

Food ist ein zen­tra­les The­ma in Cen­tern - doch wel­che Gas­tro­no­mie ist dort ei­gent­lich gefragt?

Beim 3. In­ter­na­tio­nal Re­stau­rant Re­al Es­ta­te Con­gress 2018 dreh­te sich al­les um das zen­tra­le The­ma. Wie und vor al­lem wel­che Gas­tro­no­mie muss in Shop­ping Cen­tern der Zu­kunft an­ge­sie­delt wer­den? Ver­schie­de­ne Ca­se Stu­dies aus Po­len, Ös­ter­reich und Deutsch­land wei­sen den Weg der Cen­ter der Zu­kunft: Hier stim­men als ers­tes die Rah­men­be­din­gun­gen, denn die Be­trei­ber sind ge­gen­über dem Mie­ter we­sent­lich fle­xi­bler als es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren der Fall war. Vor al­lem bei der Ver­mie­tung an Start-ups oder klei­ne­re lo­ka­le Gas­tro­no­men kann man nicht mit den üb­li­chen lan­gen Lauf­zei­ten und ho­hen Mie­ten agieren.

Bei ei­ner Pa­nel Dis­kus­si­on wäh­rend des Kon­gres­ses wur­de eben­falls klar: Ein­fa­che Lö­sun­gen wird es nicht ge­ben - je­der Stand­ort be­nö­tigt ei­ne ex­ak­te Ana­ly­se, wel­che Food­kon­zep­te auf das dort zu er­war­ten­de Pu­bli­kum pas­sen. Und doch gibt es wohl ei­ni­ge Lear­nings, die all­ge­mein­gül­tig sind. "Stand­or­te in Shop­ping Cen­tern sind für Gas­tro­no­men nicht per se ein­fa­cher zu be­spie­len als die auf der Haupt­stra­ße ", gibt Ma­rio C. Bau­er von Ape­ri­ti­vo zu be­den­ken. Si­cher sei tags­über in der Re­gel mehr Traf­fic in den Malls, aber man müs­se klar ab­wä­gen, ob es auch abends dort ein Ge­schäft mit ei­nem Re­stau­rant zu ho­len gä­be. Un­ter­hal­tungs­kon­zep­te wie Ki­nos oder Mu­si­cal­shows wä­ren ein gu­ter Ga­rant da­für, auch in den Abend­stun­den Gäs­te zu haben.

Ken Hig­man und Na­ta­lia So­be­cka, Re­prä­sen­tan­ten von Ent­wick­lungs­ge­sell­schaf­ten in Großbri­tan­ni­en und Po­len, sind sich ei­nig dar­über, dass in Food ein gro­ßes Po­ten­ti­al steckt. Man müs­se sich ein­fach be­wusst dar­über sein, dass die Textillä­den, die 2000 qm auf 10 Jah­re in Cen­tern mie­ten, im­mer we­ni­ger wer­den. Da­her nimmt Food lang­sam die­sen Platz ein. Doch die Food­courts der Zu­kunft müss­ten im Mix stim­men -  ne­ben den be­kann­ten Ket­ten in be­grenz­ter An­zahl müss­ten lo­ka­le Re­stau­rants eben­so ein­ge­bun­den sein wie ge­ra­de hoch­ge­ju­bel­te Start-up-Kon­zep­te jeg­li­cher Art.

"Nichts ist schlim­mer als Lan­ge­wei­le", zieht der ECE-Food­ser­vice-Ver­ant­wort­li­che Jo­na­than Dough­ty das Fa­zit die­ses Kon­gres­ses. "Malls mit den im­mer glei­chen Ket­ten­gas­tro­no­men wer­den kei­ne Zu­kunft ha­ben, weil der Be­su­cher das Ge­fühl hat, das al­les schon zu kennen."

Der Autor
Urheber: Salome Roessler
Boris Tomic
Chefredakteur
food-service / FoodService Europe & Middle East
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