16.05.2018
Christian Tackenberg

Der 6. Juristische Jahresgipfel in Berlin

"Partner statt Spielball"

Das Warten hatte sich gelohnt. Kai Wegner, MdB und Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen, eröffnete den 6. Juristischen Jahresgipfel mit einer programmatischen Rede.

Was hat die Immobilienwirtschaft in dieser Legislaturperiode von der Politik zu erwarten? Von der Antwort dieser Frage waren die Teilnehmer im Saal nämlich besonders betroffen. Als Kanzlei- oder Unternehmensjuristen müssen sie schließlich umsetzen, was in Berlin beschlossen wird. Doch Wegner konnte die Anwesenden beruhigen. Weil der Titel seines Vortrags „Spielball oder Partner?“ lautete, versicherte er, dass die Politik einen Partner sucht.

 

Doch Veränderungen kommen nicht nur aus Berlin auf die Juristen zu. Auch die leidige Digitalisierung macht vor ihnen natürlich nicht halt. Am Thema Legal Tech kam deshalb auch der Jahresgipfel nicht vorbei. Mit Markus Hartung, dem Direktor des Bucerius Center for the Legal Profession (CLP) stand ein Mann auf der Bühne, den sein Co-Referent, Uwe Bethge als „Legal Tech“-Papst bezeichnet. Und was er mit Legal Tech 3.0 meint und was heute state of the art ist, besprachen die Teilnehmer mit beiden Co-Referenten auch im anschließenden Think Tank.

 

Überhaupt die Think Tanks. Erstmals waren die Teilnehmer aufgefordert, sich – Vorsicht interaktiv! – zu einem Thema ihrer Wahl selbst in die Diskussion einzubringen. Ob Blockchain in der Immobilienwirtschaft, Legal Tech oder die Auswirkungen des Immobilienbooms auf Due Diligence und Vertragsgestaltung: nach einer Vorstellungsrunde wurde lebhaft diskutiert. Somit war das Eis gleich am Anfang gebrochen und es herrschte für den Rest des Tages eine gesprächige Atmosphäre unter den Teilnehmern. Manchmal fast zu gesprächig, wenn der Veranstalter Mühe hatte, die Teilnehmer nach einer Pause wieder in den Saal zu bekommen.

 

Mit seinem „Steuerblock“ gehört Dr. Hardy Fischer fast schon zum Inventar des Juristischen Jahresgipfels. Großes Thema war die Frage, was bei Share Deals künftig noch möglich sein wird, d.h. welche Modelle für die Absenkung der 95-%-Regel im politischen Berlin kursieren. Auch die weiteren Themen wie Gestaltung flexibler Mietverträge, sowie die Auswirkungen der BGH-Entscheidung zur Unwirksamkeit von Schriftformheilungsklauseln und städtebauliche Verträge waren Themen des Juristischen Jahresgipfels.

Der Autor
Christian Tackenberg
Projektleiter
Heuer Dialog