29.03.2018
Christian Tackenberg

Im Schulterschluss mit Entwicklern und Betreibern leistet Heuer Dialog Pionierarbeit

Fach-Dialog Datencenter: Ein Investment wie jedes andere?

Miete nicht pro m² sondern nach Strommenge, Sicherheitsvorkehrungen wie in einem Hochsicherheitsgefängnis und eine TGA, die erwachsene Männer wieder wie Kinder staunen lässt – Datencenter sind anders.

Ir­gend­et­was lag in der Luft an die­sem Frank­fur­ter Mor­gen. War es viel­leicht der Pio­nier­geist, der durch das So­fi­tel weh­te? Schlie­ß­lich hat­te sich zum Fach-Dia­log Da­ten­cen­ter im Her­zen der Ban­ken­stadt ei­ne il­lus­tre Schar aus Ent­wick­lern, Be­trei­bern, Be­wer­tern und in­sti­tu­tio­nel­len In­ves­to­ren zu­sam­men­ge­fun­den, mit ei­ner ein­zi­gen Mis­si­on: Da­ten­cen­ter end­lich auf den Ra­dar­schirm der In­ves­to­ren zu hieven.

 

Auf dem Pa­pier spricht näm­lich al­les für die­se neue As­set­klas­se. Da­ten­cen­ter boo­men, es wer­den im­mer mehr, der Be­darf ist rie­sig und sie bie­ten Ren­di­ten, von de­nen klas­sisch in­ves­tier­te An­le­ger der­zeit nur träu­men können.

 

Dass ein En­de des Booms nicht in Sicht ist, mach­te Dr. Ralph Hin­te­mann vom Bor­der­step In­sti­tut gleich zu Be­ginn klar. Ana­log zum Moo­re‘schen Ge­setz wird sich die be­nö­tig­te Re­chen­ka­pa­zi­tät in nicht all­zu fer­ner Zu­kunft al­le 18-24 Mo­na­te ver­dop­peln. Und die­se Ka­pa­zi­tä­ten muss schlie­ß­lich ir­gend­wer ent­wi­ckeln, fi­nan­zie­ren, be­trei­ben und im Port­fo­lio hal­ten. Hin­te­manns In­sti­tut hat für 2016 von ein In­ves­ti­ti­ons­vo­lu­men von rund 8 Mrd. Eu­ro er­mit­telt, für 2017 er­war­tet er ei­ne Stei­ge­rung um 10 Prozent.

 

Und weil der Fach-Dia­log un­ter dem Mot­to "Ver­ste­hen, Er­le­ben, In­ves­tie­ren" stand, durf­te auch die Be­sich­ti­gung ei­nes hoch­mo­der­nen Da­ten­cen­ters nicht auf der Agen­da feh­len, des FRA01 in Of­fen­bach. Dass in ei­nem Da­ten­cen­ter 70 Pro­zent der Kos­ten für die Ge­bäu­de­tech­nik und nur 30 Pro­zent für die ei­gent­li­che Hül­le auf­ge­wen­det wer­den müs­sen (bei ei­nem her­kömm­li­chen Ge­bäu­de ist es ge­nau um­ge­kehrt), konn­ten die Teil­neh­mer ein­drucks­voll er­le­ben. In­ner­halb von ei­ner Mi­nu­te wird die Luft in den Ser­ver­hal­len kom­plett aus­ge­tauscht (in ei­nem Ein­kaufs­zen­trum ist ein Luft­aus­tausch von le­dig­lich ein­mal pro 1,5 Stun­den vor­ge­schrie­ben), nach nicht ein­mal zwei Mi­nu­ten wä­re der Raum im Fal­le ei­nes Bran­des kom­plett mit Stick­stoff ge­füllt und ein Feu­er ge­löscht. Und um ei­ne durch­gän­gi­ge Strom­ver­sor­gung zu ge­währ­leis­ten, sprin­gen bei ei­nem Strom­aus­fall gi­gan­ti­sche Schiffs­die­sel an, die den „La­den“ mit 2.700 PS am Lau­fen halten.

 

Drei Sa­chen sind für klas­si­sche In­ves­to­ren neu: die Mie­te wird nicht mehr pro qm², son­dern nach der für den Ser­ver­be­trieb ab­ge­ru­fe­nen Strom­leis­tung in kw/h be­rech­net. Die Si­cher­heits­vor­keh­run­gen sind im­mens hoch, und für ein Da­ten­cen­ter braucht es kei­ne Dritt­ver­wend­bar­keit. Die Teil­neh­mer des In­ves­ti­ti­ons-Pa­nels ver­si­cher­ten den Teil­neh­mern, dass es auch für 20 Jah­re al­te Da­ten­cen­ter noch im­mer Kun­den gibt. Der Grund liegt auf der Hand: ei­ne Bank be­nö­tigt für ih­re Re­chen­ope­ra­tio­nen und Da­ten ei­ne an­de­re Si­cher­heits­klas­se und Ver­füg­bar­keit, als ein ge­hos­te­te Website.

 

Ralph Wöl­pert vom Gast­ge­ber ICT Fa­ci­li­ties konn­te mit den Sor­gen der In­ves­to­ren auf­räu­men als er sag­te: „Auch bei ei­nem Da­ten­cen­ter lässt sich das Ri­si­ko kal­ku­lie­ren, so­dass am En­de die Ent­schei­dung für oder ge­gen ein In­vest­ment nicht (nur) aus dem Bauch, son­dern als Er­geb­nis ei­ner Glei­chung ge­fällt wird.“

 

Ein In­vest­ment wie je­des an­de­re …

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Christian Tackenberg
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